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Neue Elektrik

 

Da wir ja die Kabine auf ein neues Chassis umsetzen werden, das neue Chassis hat ca. 3 Monate Lieferfrist, benützen wir die Zeit, um innen in der Kabine alles wieder auf Vordermann zu bringen. Nicht, dass wir nicht zufrieden wären, aber so einiges hat sich ja in den letzten 20 Jahren geändert. Also wieso nicht die Gelegenheit benützen und eine leichte Renovation durchführen.

 

Ich selber bin ja auch immer neidisch auf die vielen Fotos mit glattgesichtigen schönen Menschen und richtig im Zweifel, ob ich mich nicht auch einer Renovation unterziehen sollte. Meine (täglichen) sportlichen Übungen bringen ja nicht viel, also wieso nicht etwas Silikon unter die Brustmuskeln, die Gesichtshaut straffen, bis ich wieder Pampers brauche, weil ich so jung aussehe, und es gäbe da sicher noch einiges mehr zu tun.

 

Aber beginnen wir doch einmal mit unserer Kabine.

Ich selber bin ja mit dem Backofen zufrieden. Das Stück zwischen dem Verbrannten und dem Rohen Teil ist jeweils sehr lecker. Renate regt sich da schon etwas mehr auf. Als wir den Backofen nach 16 Jahren durch einen neuen ersetzt haben, na ja, kurz gesagt, Renate ist da nicht mit mir einig.

Wenn schon der Backofen raus muss, nebenan ist ja der Kühlschrank damals für 200 Euros in Paraguay gekauft und läuft soweit noch gut, aber eben, wie lange noch, wird der Kühlschrank auch gleich gewechselt.

 

Die Küche ist soweit auf dem neuesten Stand, also geht meine Renovationswut über auf Klimaanlage, Heizung, Elektrik, Schlafzimmer, Toilette und Dusche. Gleichzeitig mit der Heizung reisse ich die elektrischen Leitungen raus und alles wird ersetzt.

Na ja, dies ist etwas übertrieben.

 

Ich hatte ja beim Bau im Jahr 2006 alles schon sehr einfach gemacht. Da alles auf 220 V läuft, sind da einige Laufmeter an Leitungen, die normalerweise in einem WoMo verbaut sind, gar nicht vorhanden.

Ich wundere mich, wer in den 20 Jahren, seit wir dieses Teil benützen, all diese unnötigen Leitungen ohne mein Wissen verbaut hat.

Manchmal verstehe ich den Grund nicht mehr, was diese oder jene Leitung soll, also fange ich damit an: Alles, was komisch aussieht, fliegt raus. Dazu muss eine grosse Kiste her, es sammelt sich da ganz schön was an.

Ich kann ja nicht behaupten, je mehr ich rausreisse, desto besser läuft das System, wir hatten ja nie ein Problem. Aber je mehr Leitungen in der Kiste landen, desto erstaunter bin ich, dass trotzdem alles noch funktioniert.

Viele Kabel sind rausgeflogen....

  

Mein Spruch ist ja immer, wir wohnen in einem etwas grösseren Badezimmer, wieso braucht ein Badezimmer so viel Elektronik, Sicherungen und Schalter?

Alles fliegt raus. Beim Studer-Wechselrichter mache ich eine Ausnahme. Die Fernbedienung darf bleiben. Macht auch mehr Spass, bei Regen oder Schneefall dieses Teil von innen, wenn nötig, zu bedienen, als draussen sich den Hintern abzufrieren.

Heute sind, wenn überhaupt, nur noch ca. 30 % der Leitungen verbaut gegenüber vor der Renovation und alles funktioniert gleich gut wie vorher. Was fehlt sind alle zusätzlichen Schalter, Lämpchen, Anzeigen und und und, Dinge die nicht wirklich fehlen.

 

Die Klimaanlage ist dagegen ein gemütlicher Spaziergang. Zwar läuft das Ding nach 16 Jahren Rüttelpiste immer noch, doch hat die Kühlung leicht nachgelassen und einmal in der Zeit musste ich die Anlage ausbauen, eine elektrische Leitung hatte sich von der Platine gelöst. Da ich die Kiste ja bis ca. 2138 fahren möchte und es immer heisser wird, (Klimaerwärmung sei Dank) kommt eine etwas stärkere Anlage in die Hütte. Zudem kann diese sogar noch heizen, wenn meine Heizungsmonteur-Künste versagen würden. Einige Löcher müssen angepasst werden und schon läuft das Teil.

 

Eine Trockentoilette muss her. Alle sind begeistert von dem System. Ist einfacher für die Entsorgung. Wir schauen uns einige Modelle an und bestellen, nachdem wir so ein Ding in einem Wagen gesehen haben, per Internet.

Nicht ganz billig, das Teil, so gegen 900 CHF muss ich hinblättern und schon steht sie einige Tage später vor der Türe. Verdammt, denke ich, als ich die Kiste sehe. Ich habe doch nur eine Toilette bestellt und keine Bücherwand im Sonderangebot.

Mal schauen, was da so alles geliefert wurde. Heute schwatzen sie ja einem alles Mögliche noch zusätzlich zum bestellten Artikel auf.

Doch in der Kiste ist wirklich nur die Toilette, aber was für ein Ding. Die alte ist ja schon raus, also setze ich die neue einmal an den vorgesehenen Platz. Passt perfekt.

 

Einziges kleines Problem, die Türe lässt sich schlecht schliessen und wir haben keinen Platz  mehr in der Toilette. Zwar sieht sie toll aus, ist aber viel zu gross.

In der Nacht habe ich ja die wildesten Gedanken, wie ich dieses Problem lösen könnte. Nur wie bringe ich dies meiner lieben Frau bei, ohne eine Ehekrise zu provozieren?

Natürlich will Renate die Toilette zurücksenden. Sicherheitshalber habe ich schon einmal die Verpackung entsorgt, was dies quasi verunmöglicht. Als sie einmal kurz wegschaut, greife ich zur Trennscheibe und schon ist die Toilette passend zum vorhandenen Platz verkleinert.

 

Ehekrise gibt es keine, doch habe ich das Problem, dass im abgesägten Teil die Entlüftung, ohne diese geht es nicht, verbaut ist.

Aber nach dem Motto „Geht nicht, gibt's nicht“, wird auch dieses Problem souverän gelöst, indem die ganze notwendige Installation seitlich von der Toilette hinter der Duschwand eingebaut wird.

Natürlich hat Renate dies dokumentiert und ins Netz gestellt, was natürlich etliche Kommentare ausgelöst hat, so als Beispiel, ich hätte Glück, dass die Toilette aus Plastik und nicht aus Porzellan gebaut sei. Nun, auch dies wäre nicht wirklich ein Problem gewesen, es gibt ja Diamanttrennscheiben für genau solche Probleme. Frei nach der Formel: Problem x keine Hemmung = super Lösung.

 

Die Duschwanne wurde in Deutschland auf Mass gefertigt mit 2 Abläufen, so haben wir nicht mehr das Problem, dass, steht die Kiste nicht gerade, das Wasser immer in einer Ecke stehen bleibt. Dies wäre dann die Formel: Idee (von Renate) x Bestellung = super Lösung.

 

Quer war dies ja nie ein Problem. Die alte Wanne war ja schon immer leicht geneigt montiert.

 

Das Schlafzimmer bekommt einen neuen Holzboden, was meine Renovationswut doch erheblich abkühlt. Renate macht inzwischen die Hütte mit ihrem Pinsel unsicher und streicht alles neu, inklusive sich selber und das Dach.

 

Über das Experiment „Alles Unnötige muss raus“ habe ich ja unter Elektrik einen eigenen Bericht geschrieben.

 

Sobald die Kiste auf dem neuen Chassis montiert ist, geht es nach Deutschland zu KCT.  Hier werden alle Rollos die doch optisch arg gelitten haben in den 20 Jahren, aber immer noch funktionieren, ausgewechselt. Ihr wisst es ja inzwischen, die halten danach auch bis ins Jahr 2138 danach ist es uns egal.

Bleibt noch der Batteriewechsel, die Türe zwischen Kabine und Fahrzeug und einige Kleinigkeiten die wir bei Ormocar ausführen werden. Nach über 20 Jahren mit den 2 Volt Zellen werden wir auf Lithium wechseln. Wir sind gespannt ob dies auch so problemlos funktioniert wie die 2 V Zellen.

 

Inzwischen sind draussen zwischen 36 und 40 °C und wir erfreuen uns an unserer neuen Klimaanlage und in einigen Tagen dürfte auch unser neues Chassis eintreffen, mit einem Monat Verspätung. 

 

Sicher wird es auch darüber viel zu berichten geben.

 

PS: Das Brot der Kuchen oder Gratin, was auch aus dem Backofen kommt ist einfach perfekt

       Renate hatte recht, es macht doch einen Unterschied, Backofen ist nicht gleich Backofen!