Die erste WhatsApp, die wir heute Morgen abhören, kommt von unseren jungen Freunden aus Veysonnaz 📱.
Sie berichten von der Brandkatastrophe in Crans-Montana 🔥. Was für ein trauriger Jahresbeginn 🖤.
Ein neues Jahr hat begonnen – und doch fühlt sich dieser Anfang alles andere als hoffnungsvoll an.
So viele junge Menschen verlieren ihr Leben. Menschen mit Träumen, mit Zukunft, mit noch so viel Leben, das nie gelebt werden durfte, mit einer Zukunft, die ihnen genommen wurde.
Warum? Unfallursache? Zurzeit noch ungeklärt. Diese Frage bleibt im Raum stehen, unbeantwortet 🤍.
Die Nachricht hinterlässt eine tiefe Traurigkeit 😔.
Die Welt dreht sich weiter...
Gegen zehn Uhr brechen wir auf 🚐 62 km liegen vor uns – laut Google Maps knapp 1 Stunde und 15 Minuten.
Irgendwie haben wir die Baja ganz anders in Erinnerung. Vielleicht, weil wir vor elf Jahren nur Augen für unsere Lola hatten 💛🐾.
Die Sierra überrascht immer wieder mit faszinierenden Formationen ⛰️ – Durchschnittliche Höhen: ca. 300–800 m
Höchste Gipfel der Sierra de la Giganta: bis etwa 1.500 m, mein Handy ist im Dauereinsatz .
Zunächst geht es zügig auf der Mex 1 voran, doch nach der Abzweigung kommt eine spannende, kurvenreiche Gravelroad 🌪️.
Die Straße führt über einen Pass hinunter ans Meer. Ich sitze am Steuer – eigentlich Brunos Terrain. Kurz zögere ich, will das Steuer Bruno übergeben, doch mit seinen Anweisungen schaffe ich
sogar die heiklen Passagen.💪 Von Weitem sehen wir einen 4x4 Truck , der sich den Pass hochschraubt. Was ist es? Natürlich ein 🇨🇭
Und überall: Säulenkakteen 🌵, zu Hunderttausenden in der Gegend verstreut.
Cardón (Pachycereus pringlei)
Größter Kaktus der Welt (oft über 15–18 m hoch!) Kann mehrere Tonnen wiegen. Wird mehrere hundert Jahre alt. Sie wachsen extrem langsam – oft nur ein paar Zentimeter pro Jahr – und
trotzen Sonne, Wind und monatelanger Trockenheit 🌬️🔥
Die zweite weitverbreitete Kaktusart die Organ Pipe Kaktus 🌵
Sie ist nachtaktiv blühend 🌙🌸.
Unterschied zum Cardón: Mehrere schlanke Säulen aus einer Basis.
Die Sicht auf viele wunderschöne Buchten auf der Weiterfahrt, im Rücken wieder tolle Felsformationen.
Dann...die Punta Agua Verde.
Am Tor steht „Propiedad Privada“. Und hier darf man – laut iOverlander – einfach stehen? Wir fahren weiter und kommen zu den letzten 50 Metern, die – ebenfalls laut iOverlander – extrem steil sein sollen. Sie sind
tatsächlich steil, aber mit dem 4×4 überhaupt kein Thema!
02. Januar 2026
Schon vor Sonnenaufgang bin ich unterwegs. Ich streife durch die Gegend, lausche der Stille, beobachte das Meer 🌊
Kaum zeigt sich die Sonne am Horizont, kommt Bewegung in den Himmel ☀️ In der Ferne tauchen Pelikane auf, gleiten lautlos heran und segeln über uns hinweg 🕊️ Doch kaum erblicken sie mich, biegen
sie ab und wählen eine andere Flugrichtung…
Oder bilde ich mir das nur ein? 🤍
Doch dann, endlich fliegen sie direkt über uns hinweg. Was ich nicht ganz verstehe, wieso sind die Fotos nicht ganz scharf? Sorry!
03. Januar 2026
Meine Gymnastik habe ich heute schon kurz nach halb sieben durchgezogen 🤸♀️ Ich wollte unbedingt bei Sonnenaufgang draußen sein 🌅 Natürlich hält sich das Federvieh nicht an unsere Abmachung 🐦
Keiner zeigt sich.
Wir frühstücken ☕️🥐, telefonieren mit den Wallisern 📞 – für uns alle immer noch unfassbar, was sich da in Crans-Montana abgespielt hat. 🤍
Ich stehe wieder in der Dachluke und beobachte das Meer 🌊 Die Weite liegt still vor mir, fast regungslos. Dann plötzlich: Bewegung kommt in der Bande 🕊️
Sie jagen einem Schwarm Sardinen hinterher, die über das Wasser fliegen – oder fliehen ✨ silberne Blitze auf der Oberfläche.
Nicht alle schaffen es. Einige verschwinden im Schlund der Pelikane 🐦 und das Meer schließt sich wieder, als wäre nichts gewesen 🤍
Es ist einfach nur herrlich ihnen zuzuschauen.
04. Januar 2026
Jeder Sonnenaufgang ist anders schön. Die Tage vergehen mit Kekse- und Knäckebrotbacken 🍪🫓, Spaziergängen 🚶♀️, Fotografieren 📸 und gemütlichem Quatschen 😄✨
05. Januar 2026
Zeit, diese super Location zu verlassen. Die Auffahrt ist richtig steil, nur mit 4×4 und Untersetzung wirklich entspannt zu fahren 💪Im Video sieht das natürlich völlig harmlos aus 😅🎥
Auch hier in der Baja gibt es mehrere Stellen, von denen aus man Wale gut beobachten kann 🐋 Um ihnen jedoch wirklich nah zu kommen, muss man in ein Boot steigen 🚤. Eine der Buchten liegt bei
Puerto Adolfo López Mateos.
Kurz informieren wir uns:
pro Boot bis zu sieben Personen,
pro Stunde 2.300 Pesos 💰.
Noch sind die Wale rar. Wir warten.
An einem Flussarm finden wir schließlich einen Platz – zwar zugemüllt, aber bestimmt ruhig und fern der Ortschaft 🌾
06. Januar 2026
Die Nacht war wie erwartet. Der Morgenlauf führt alles dem Fluss entlang 🏃♀️ links und rechts häuft sich der Müll. Wir ignorieren ihn. Nach Peru kann uns so schnell nichts mehr
erschüttern.
Die Fahrt geht nach La Paz 🚗
Zu erledigen:
Infos zu Lithiumbatterien 🔋
Drohne abgeben ✈️ Walmart 🛒
und einen Termin für die Osteoporose-Behandlung organisieren.
Lithium – Fehlanzeige. Ob die Drohne repariert werden kann, wissen wir morgen. Der Rheumatologe weilt noch im Urlaub.
Also fahren wir weiter zu Walmart. Davor eine kleine Karawane aus WoMos, eines davon
ein Bliss –vertraute CH-Nummern, ein Hauch von Heimat. Worte finden sich schnell, wie immer unter Reisenden: Woher? Wohin? Und für einen Moment
stehen die Wege still.
07. Januar 2026
Eine Tag verbringen wir auf dem Campingplatz. Wäsche waschen, Wasser auffüllen und auf die Analyse der Drohne warten. Kurz nach zwölf kommt die WhatsApp: "Lo siento, no puedo hacer nada". Oh
nein, wie schade. Er sagt mir, wo wir die Drohne hinschicken können. (Alles Mexiko) Ich sage dann: "wir werden es in den USA machen lassen". Da meint er: " Dies ist seit Dezember 2025 nicht mehr
möglich.
ChatGPT schaft Klarheit.
📌 1. Politische Restriktionen in den USA erschweren derzeit Reparaturen
🇺🇸 Aufgrund der nationalen Sicherheitsrestriktionen der FCC / NDAA dürfen neue DJI-Produkte und Teile nicht mehr frei importiert bzw. verkauft werden — das betrifft auch Komponenten.
DJI hat Probleme, Ersatzteile nach USA zu bringen.
Kunden berichten von langen Wartezeiten oder fehlenden Teilen, wenn sie Reparatur über DJI Support versuchen.
In Einzelfällen wurde ein Gerät für Reparatur angenommen, aber das Ersatzgerät blieb wegen Restriktionen hängen.
2. Die „Ban“-Regelung betrifft vor allem neue Produkte
🇺🇸 Ab Ende 23. Dezember 2025 wurden alle ausländischen Drohnen und
Funkausrüstung, u. a. von DJI, auf eine US-FCC-Liste („Covered List“) gesetzt – das bedeutet:
Neue DJI-Modelle oder Zubehörteile dürfen ohne spezielle Genehmigung nicht mehr importiert oder verkauft werden.
📌 3. Verkauf & Import
Neue DJI-Drohnen: schwer oder gar nicht mehr legal verfügbar, da sie keine FCC-Zulassung erhalten, es sei denn, eine nationale Sicherheitsbehörde genehmigt sie speziell.
Bestehende DJI-Modelle mit FCC-Zulassung: dürfen weiterhin verkauft (soweit noch Lagerbestände bestehen) und importiert werden, wenn sie vor dem Eintrag auf die Liste genehmigt wurden.
Na toll! Aber es ist, wie es ist – dann gibt’s halt weniger Drohnenfilme. Also packen wir zusammen, nehmen Kontakt mit der
CH-D-Gruppe auf und düsen nach La Ventana. Der Spot in der Baja für wirklich alle Sportarten, bei
denen Wind und Wasser eine tragende Rolle spielen. 🌬️🌊
La Ventana hat an die 10 Campground-Hotspot. Alle komplett fully booked!! 😅 Viele Plätze sind relativ klein, informell oder
saisonabhängig und es gibt zusätzlich noch freie „boondocking“- Campingmöglichkeiten am Strand ohne feste Einrichtungen, so einen steuern wir an.Im 2015 waren wir zum ersten mal hier, so
einiges hat sich verändert.
09. Januar 2026
Die Tage fliessen dahin. Mal mit mehr, mal mit weniger Wind. Weniger freut alle, die lieber festen Boden unter den Füssen haben, mehr natürlich die Kitesurfer und
Windfoiler, die dann breit grinsend aufs Wasser stürmen. 🌬️😄
Wer nicht aufs Wasser will, wird mit einem Ciruella-Kuchen belohnt. Abends Apéro und/oder fein essen gehen. Kurz gesagt: langweilig wird’s hier ganz sicher nicht. 😉
Wer noch am Anfang seiner Kiterkarriere steht, ist für jede helfende Hand dankbar.
10. Januar 2026
Windstärke 6 hält den ganzen Tag an. Nun gehören Wasser und Wind nur noch den erfahrenen Kitern.
Sehe ich etwas ein Wal mitten drin????
11. Januar 2026
Nach einigen schönen, aber extrem windigen Tagen verabschieden wir und von der 🇨🇭 - 🇩🇪-Gruppe und nehmen Fahrt auf.
Piste – Teer – Piste: ein Roadtrip-Rhythmus, der selbst unser Fahrwerk auswendig kann.
Plötzlich ein ominöses „klong“ Geräusch. Panikmodus an.🥹
Ich nach hinten – nein, nicht schon wieder, es kommt eindeutig vom Getriebe!
Fahrerwechsel, Bruno verschwindet in der Kabine, taucht kurz darauf grinsend wieder auf: „Entwarnung – nur der Thermoskanne, die fröhlich hin und her schaukelt.“ Ufff … 🥵🥵🥵🥵🥵 Getriebe gerettet.
Nerven auch.
Wieder einmal führt uns die Straße durch scheinbar endlose Kaktuswälder.
Unser Ziel: Playa Los Muertitos. Der Name klingt dramatisch, aber wir kommen lebend an.
Agi und Hanspeter, die zwei Berner, sind auch hier. Am Abend sitzen wir zusammen, tauschen Geschichten aus und lassen den Tag ruhig ausklingen. Eine gemütliche Runde Brändi DOG gehört natürlich
auch dazu.
Happy birthday Renate
12. Januar 2026
Ein weiteres Jahr ist vergangen. Im Kopf jung geblieben, der Körper erstaunlich beweglich – und irgendwo dazwischen lauert die Zahl im Pass. Die 70 ist schon in Sichtweite, sie darf noch warten.😉
Es gibt wahrlich hässlicher Plätze um Geburtstag zu feiern.
Wir feiern – klein, fein und herzlich.
Gschwöuti🥔🥔, Salat🥬🥕🫑 und Käse🧀 dann kommen nach und nach kleine Schälchen mit feinem Fingerfood dazu. Die zwei Tische sind gut beladen.
Es wird viel gelacht, Erinnerungen werden geteilt, Anekdoten treiben uns did Tränen in die Augen. In dieser Gesellschaft, in diesem Ambiente, fühlt man (ich) sich nicht alt. Die Zahl
im Pass muss ein Fehler sein! Die 69 liegt auf meinen Schultern
– Kopf und Körper noch immer gut in Form.
Bruno sitzt mit Mütze und zwei Jacken❄️❄️ neben Hanspeter mit Kurzarmhemd. HP hat, als es ihm zu frisch wurde, den obersten Knopf zu geknöpft.🤣🤣🤣
13. Januar 2026
Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich Tiere für mein Leben gern fotografiere? 😂 Falls nicht: Jetzt wisst ihr es.
Die Pelikane gehören ganz klar unter die Top 10 – mindestens. 🤣👍 Ergebnis: Bilder. Viele Bilder. Sehr viele Bilder. Eigentlich nur noch Bilder. Meine Fuji kommt wieder einmal voll zum
Einsatz. 📸
14. Januar 2026
Ein letzter Morgen an der Muertitos, ein toller Platz, wir kommen hoffentlich wieder.
Das Einzige, was etwas nervte, war der starke Wind. 🌬🌬🌬 Wir stehen mit unseren Campern direkt am Strand, der Wind nimmt das Meerwasser mit und peitscht es gnadenlos gegen unsere Lkws – Salz
pur, überall.
Der Weg zurück hinauf zur Teerstrasse führt uns wieder durch den wunderbaren Kakteenwald 🌵🌵🌵 Ich weiss nicht, wieso mich Kakteen so begeistern. Ich finde sie einfach nur schön.🤷🏼♀️🤷🏼♀️
Wir wundern uns über die runden Steine, die überall in der Gegend herumliegen.
ChatGPT gibt Auskunft:
Die Felsblöcke hier bestehen aus uraltem Granit 🪨, der vor über 100 Mio. Jahren tief in der Erdkruste entstand. Durch tektonische Hebung 🌍 und langsame Verwitterung ☀️🌬️ wurde das Gestein
freigelegt. Die runden Steine liegen fast dort, wo sie entstanden sind – geformt von Zeit und Natur, nicht vom Meer 🌊
So einiges steht heute auf dem Programm:
Drohne kaufen – wenn es denn eine gibt –, einkaufen für zehn Tage, die Hütte vom Salz befreien und Wäsche waschen.
Eine Drohne finden wir tatsächlich: Die DJI Mini 3 ist erhältlich – 360 CHF. Die leisten wir uns, wir wollen ja zu den Walen 🐋🐳
Zusatzbatterien sind leider nicht erhältlich, auch nicht via Amazone. Pech!
Im Supermercado wird der Einkaufswagen randvoll. Auf die 23 Franken teure Lindt-Milch mit Nuss verzichten wir. Das ist wirklich unverschämt. Auch immer wieder erstaunt, was die
Menschen so alles in sich reinstopfen.🙈🙈🤢🤢
16. Januar 2026
Ab geht’s zur Playa Agua Blanca 🐋 – dem Wal-Spot, wo Touristen direkt vom Sandstrand aus Grau- und Buckelwale aus nächster Nähe beobachten können. Wir sind gespannt!
17. Januar 2026
Das Wasser ist nicht weiß 🌊, dafür der traumhafte, fast endlose Sandstrand 🏖️ Was für eine Location! 😍
Die 100 Meter rauf auf die Sanddüne – eine erste Sanderfahrung für Ralf und Gaby. Herzklopfen bei Gaby 💓:
„Wir können auch gut hier unten stehen bleiben, ist doch auch ganz schön.“ 😅
Bruno lässt Luft aus den Reifen und fährt los 🚚💨, bleibt einige Male stecken, lässt immer mehr Luft ab. Mit 2 bar ist er dann gut unterwegs 👍 Meine Drohne kommt zum ersten Mal zum Einsatz.
Dann Ralf. Zuerst versucht er es ohne Luft raus zu lassen – gerade mal 10 Meter, dann steckt er schon fest 😬 Sie lassen Luft ab, auf 2,5 bar, und der Lkw schraubt sich die Sanddüne hoch wie
auf Schienen.
Auch den Trick, den Sand unter dem Reifen wegzuschaufeln, um das Niveau auszugleichen 🪣, kannten sie noch nicht.
Wir richten uns ein 🏕️, immer wieder mit Blick aufs Meer 👀 Waaaaale! 🐳🐳 Sie sind da – noch etwas weit draußen, aber gut sichtbar: Blasen und Sprünge.
Die Männer spannen einen Sonnenschutz ⛱️, denn vom fast stahlblauen Himmel knallt die Sonne erbarmungslos. Kurze Zeit später gesellen sich HP und Agi zu uns .Die bleiben jedoch unten,
genauso wie Rainer und Jost, die zwei Stunden später um die Ecke gebraust kommen. Ihr Speed war richtig beeindruckend 😄
Gerade rechtzeitig zum spektakulären Sonnenuntergang sind Stühle und Tische in Position 🪑🍽️ Rainers Kühltasche ist gut bestückt ❄️🍋🍹 – mit allem, was es für eine gute Margarita braucht. Ein
perfekter Sundowner.
18. Januar 2026
Gespannt sitzen wir unter dem Sonnensegel, die Blicke fest auf die Wasseroberfläche gerichtet. Jede Blase, jeder Sprung könnte ein Zeichen sein 🐋🌊. Wale sind da –
ganz eindeutig –, doch meist viel zu weit draussen. Bis zu vier Drohnen steigen gleichzeitig auf und durchkämmen das Meer, oft vergeblich. Die Tiere aufzuspüren
ist extrem schwierig, und abzuschätzen, wie weit draussen sie sich befinden, ist beinahe unmöglich.
Und dann das kleine Wunder: Bruno hatte bereits am ersten Tag, gleich beim ersten Flug, Glück. Plötzlich erscheint ein Buckelwal im Bild – direkt vor der Linse 📸✨.
🐋 Buckelwale – vom Walfang fast ausgerottet, nun dem Klimawandel ausgeliefert
Einst wurden Buckelwale von Walfangstationen beinahe ausgerottet. Mit viel Mühe konnten sie sich erholen. Doch heute stehen sie erneut vor einer großen Bedrohung: Die Ozeane werden wärmer – und
ihre Nahrung verschwindet. 😪
In den letzten Jahren kommen immer weniger Buckelwal-Kälber zur Welt. Den Müttern fehlt die Energie, um neues Leben zu tragen und zu ernähren. Durch den Klimawandel verändern sich Plankton- und
Fischbestände, sodass viele Weibchen in den Futtergebieten nicht mehr genug Fettreserven aufbauen können.
Ohne diese lebenswichtige Energie bleiben Trächtigkeiten aus, oder die Kälber überleben die ersten Monate nicht. Zusätzlich setzen marine Hitzewellen, Schiffsverkehr, Lärm und tödliche
Fischernetze den Tieren zu.
💔 Nach dem Walfang droht den Buckelwalen nun ein leiseres, aber ebenso gefährliches Sterben – durch Hunger.
20. Januar 2021
Wir lassen es uns gut gehen. Frühstück am Strand mit Ralf und Gaby. Draussen im Meer die Humpback Whales 🐋 – immer wieder tauchen sie auf, Blasen, Bewegungen, Sprünge, Teppichklopfen.
Sie sorgen immer wieder für grosse Aufregung. Drohne raus? Oder lieber nicht? Erst fertig frühstücken? Oder doch fliegen? 🤔
Leider sind sie nach wie vor weit draussen. Mal ein Kilometer, dann sogar 1,7 km entfernt 🌊 Für das 400 Zoom zu weit.
Von Hanspeter, Koch von Beruf, werden wir schon wieder bekocht, er lädt zum „Galadinner“ am Strand ein – und schon bei der Vorspeise ist klar: Wow, das ist kein Camping, das ist
Sterneküche.✨🏖️
Der Besuch der Pelikan-Dame hat uns doch sehr überrascht. Sie watschelte direkt vor unserer Hütte durch, schaute uns neugierig an und hatte überhaupt keine Angst. Wir vermuten, sie war krank!
22.Januar 2026
Die Tage vergehen.
Viele Wale sind nach wie vor nicht in Sicht. 🐋👀 Aufregung kommt aber dennoch auf, denn einer hält sich in Strandnähe auf. Für Fotos ist die Location allerdings ungeeignet – die Wale sind einfach
zu weit draussen. 🌊
Für Drohnen hingegen perfekt! 🚁
Vier Stück machen sich gleichzeitig auf die Suche nach dem Wal. Absprachen sind dabei entscheidend: Auf welcher Höhe fliege ich? 📍 Wie weit draussen bin ich? Das Zusammenspiel klappt bestens.
Zwischendurch saust dann auch mal eine Drohne durchs Bild. 😉
Abends essen wir gemeinsam, plaudern, analysieren den Tag (Trumps Rede) und bewundern die immer anderen Sonnen-untergänge, den Sternenhimmel – leider noch ohne Milchstrasse. Diese zeigt sich hier
erst von März bis Oktober. 🌌✨
Auch der Sonnenaufgang heute Morgen war beeindruckend.
25. Januar 2026
Gut haben die Bergers ein „Mensch ärgere dich nicht“ an Bord. Mit ein paar kleinen Anpassungen lässt sich das Spiel ganz einfach umfunktionieren –
und schon wird daraus unser tägliches Brändi Dog. Eine willkommene Abwechslung, während draussen auf dem Meer die Wale lieber auf Tauchstation
bleiben... 🎲🐋
... denn die Buckelwale erweisen sich hier als eher langweilige Zeitgenossen. Ihr Verhalten unterscheidet sich deutlich von jenem der Südkaper, die wir über Jahre im Golfo
Nuevo beobachten konnten.
Buckelwale zeigen sich nur selten länger an der Oberfläche. Meist tauchen sie kurz auf, holen Luft, füllen ihre Lungen – und sind nach wenigen Sekunden bereits wieder für fünf bis neun Minuten verschwunden. Wirklich gute Sichtungen ergeben sich fast nur dann, wenn sie springen oder mit der Fluke kräftig auf die Wasseroberfläche schlagen.
Hinzu kommt, dass sich die Tiere überwiegend weit draussen aufhalten. Nur gelegentlich wagt sich einmal ein Wal bis auf etwa 100 Meter an den
Strand heran – und das war es dann auch schon. Damit ist klar: Das ist definitiv nicht unser Wal.
Alle Bilder sind mit den Drohnen gemacht!
Auch aus der Luft gestaltet sich die Suche äusserst schwierig. Einen Buckelwal mit der Drohne zu finden, ist reine Geduldsarbeit. Die besten Chancen bietet dabei die Antigravity-Drohne, denn Bruno verfügt mit ihr über eine 360-Grad-Rundumsicht – ein entscheidender Vorteil bei der mühsamen Suche nach den flüchtigen Giganten. 🐋🎮
Während einer mehrminütigen Beobachtungsphase (mit der Drohne) einer Buckelwal-Kuh mit Kalb zeigte sich ein ausgeprägtes Näheverhalten. Entfernte sich das Kalb auch nur um wenige Meter von der
Mutter, folgte diese umgehend. Mutter und Kalb hielten während der gesamten Beobachtungszeit eine sehr geringe Distanz zueinander ein, was auf eine starke Bindung und ein hohes Schutzverhalten
der Mutter hindeutet.
26. Januar 2026
Im Vergleich dazu unterscheidet sich das Verhalten des Südkapers deutlich. Südkaper-Kühe gewähren ihren Kälbern wesentlich mehr räumliche
Freiheit; Mutter und Kalb können sich dabei über Distanzen von mehreren Metern voneinander entfernen. Dieser Unterschied im Mutter-Kalb-Verhalten
ist artspezifisch und lässt sich vermutlich durch unterschiedliche ökologische Bedingungen, Prädationsrisiken und Sozialstrukturen erklären. 🐋🌊
27. Januar 2027
Wir verlängern um drei Tage – die Hoffnung stirbt zuletzt! ✨ Ob beim Frühstück 🥐☕ oder Abendessen 🍽️, unsere Drohne 🚁 steht immer startklar, bereit, jeden Wal einzufangen.
Die Kältewelle aus den USA macht auch bei uns keinen Halt. Ein heftiger Wind pustet uns ordentlich durch, und die Temperaturen fallen um 5–8 Grad 🌡️. Wer dachte, wir hätten hier Sonne
satt, wird gerade eines Besseren belehrt! 😅
Zwischendurch wird es herrlich abwechslungsreich: Ein 👉 Schopfkarakara der genüsslich einen Artgenossen verspeist (Natur kann ganz schön
brutal sein 😅), ein Walkalb, das seine überschäumende Lebensfreude stolz zur Schau stellt – und natürlich immer wieder diese Wellen, die mit voller Wucht und null Rücksicht auf Verluste ans Land
krachen. Langweilig? Ganz bestimmt nicht! 🌊🐋🦅
Und dann ist da noch mein lieber Mann… 🤦♂️ Ihn hat es wieder einmal voll erwischt. Der Joghurt, aus Nestlé-Milchpulver wird für seine Laktoseintoleranz (dabei hatte er seit drei Jahren
keine Probleme mehr damit) wie eine Achterbahn 🎢 – Schwitzen 😓, Schüttelfrost 🥶, Durchfall 🤢. Ergebnis: Bett hüten 🛏️ und tapfer gegen die Darm-Rebellion kämpfen.
Aber keine Sorge, wir lassen uns nicht unterkriegen – Wale beobachten, Drohne fliegen, heißen Tee trinken ☕💪 – wir machen das Beste draus! 🌊🐋
29. Januar 2026
Bruno geht es etwas besser, auf dem Damm ist er aber noch nicht.❤️🩹
Zwei Wochen Agua Blanca – unser Fazit:
Es hat Wale, doch meistens weit draussen auf dem offenen Meer. Ohne Gaby und Ralf und die täglichen Brändi-Dog-Runden wären manche Tage wohl sehr lang geworden.
Der Strand präsentierte sich wild und ursprünglich, sauber und kilometerlang. Die Brandung war laut und kraftvoll – Oropax gehörten jede Nacht zur festen Ausrüstung 😉.
Im Hinterland erstreckt sich eine beeindruckende Kakteenlandschaft, ideal zum Walken.
Und dann, fast zum Abschied, doch noch dieser besondere Moment: Gestern Abend schwamm eine Wal-Mutter mit ihrem Kalb relativ nah an uns vorbei. Sie hielten inne und schlugen ihre Fluken auf die
Wasseroberfläche – als wollten sie sich verabschieden. Begleitet von einem leuchtenden Sonnenuntergang ein würdiger und berührender Abschluss 😍🌅🐋. Fotos sind zu schlecht, da zu wenig Licht.
31. Januar 2026
Wieder sind wir auf dem Camping Maranatha. In den letzten 14 Tagen hat er sich deutlich gefüllt. Amerikaner und Kanadier fliehen hierher, um die kalten Wintertage zu überbrücken.
31. Januar 2026
Kaum zu glauben, schon ist wieder ein Monat vorbei! 🌟 Wir sind gespannt, welche Überraschungen der Februar für uns bereithält. Wer weiß – vielleicht wartet sogar eine richtig große Wende auf uns!
In zwei Wochen wissen wir mehr!