01. März 2026
Die Nächte sind kalt – gut, haben wir zwei warme Bettdecken.
Und wie kommen wir eigentlich mit dem kleinen WoMo zurecht? Das fragt sich bestimmt der oder die eine oder andere.
Nun ja, die grösste Herausforderung ist eindeutig das Bett. Mit seinen 1,20 Metern Breite ist es für uns zwei Chaoten definitiv zu klein. Die einzige Möglichkeit, einigermassen aneinander vorbeizukommen: Wir schlafen Kopf an Fuss. Romantisch ist anders – aber es funktioniert.
Neu für uns ist auch die Trockentoilette. Auch daran müssen wir uns erst gewöhnen.
Den „Platzmangel“ lösen wir pragmatisch: Bruno sitzt auf dem Bett, ich werkle, was es zu werkeln gibt – kochen inklusive. Oder umgekehrt. Jeder Handgriff will geplant sein, jede Bewegung koordiniert.
Der Tortuga ist klein, ja. Aber – er hat eine Dusche. Und dafür sind wir wirklich dankbar.
Was wir allerdings nicht in den Griff bekommen, ist das Chaos. Nur während der Fahrt ist die Bude aufgeräumt. Sobald wir stehen: Explosion pur.
Wir düsen weiter nach Prêles, einer kleinen Ortschaft im Jura, oberhalb des Bielersees. Hier hätten wir die Möglichkeit, eine Parzelle zu mieten und uns als Jahresaufenthalter bei der Gemeinde anzumelden. Auf der kleinen Parzelle steht ein Schopf – ohne alles –, den man käuflich erwerben müsste.
Zugegeben, wir sind nicht begeistert. Aber wenn alle Stricke reissen, könnte dies unser Plan C oder D sein.
…wieder zurück in Biel fahren wir an den Stellplatz in Nidau und machen eine Stadtbesichtigung. Biel – so vertraut und doch fremd. Viel hat sich verändert: neue Häuser, Geschäfte, ja sogar neue Strassen.
Das Strassenbild wird geprägt von Menschen aus aller Welt, überwiegend mit dunklerem Teint. Viele sprechen Französisch, was besonders für Migranten aus den Maghreb-Staaten von Vorteil ist. Aber es ertönen auch zahlreiche andere Sprachen, bei denen wir keine Ahnung haben, woher sie stammen.
Wieder im Tortuga, klingelt das Handy. Reto – ein fleissiger Leser unserer Homepage. Wir kennen ihn schon seit… ich weiss nicht, 25–30 Jahren. Zurzeit weilt Reto in der Lenk im Skiurlaub:
"Ich gehe am Dienstag auf unsere Gemeinde und frage, ob ihr euch anmelden dürft. ich habe Platz im Haus, euer Name kommt an den Briefkasten, und fertig." Das, was die in Maienfeld mit euch gemacht haben, geht ja gar nicht!
Wir ganz paff....Wie jetzt? Ehrlich? Einfach so? Wie irre ist das denn?
Montag, 02. März 2026
Heute Nachmittag, wir kommen gerade zurück vom Joggen, ruft Reto wieder an: "Wo seid ihr?" Wir: "In der Hueb."
"Okay," sagt er, "macht alle Papiere bereit, ich hole euch ab. Ich war auf der Gemeindeverwaltung, alles okay."
Eine halbe Stunde später stehen wir im Büro der Gemeinde und werden lachend empfangen. Die Gemeindeschreiberin füllt den Antrag gleich selber aus, macht Kopien der Pässe – listo! Wir sind offiziell wieder Schweizer Bürger mit Wohnsitz in der Schweiz.
Lieber Reto und Andrea, von Herzen ❤️❤️ – tausend Dank für eure Unterstützung und das spontane Handeln. Ohne euch wäre das alles nicht so unkompliziert und schnell gegangen. Es tut gut, solche Menschen an seiner Seite zu wissen. 🙏
Wir können durchatmen, fahren ins Migi, kommen an der "Biella" vorbei. Staunen, wo ist sie? Die Biella war zu unserer PrintLack-Zeit unser größter Kunde. Das wollen wir jetzt aber genau wissen und düsen in unsere alte Firma – hier hat sich auch vieles verändert, und doch ist alles gleich geblieben. Schübi und seine Frau bringen uns auf den neusten Stand.
Von hier geht’s zum Häftli, entstanden durch die Juragewässerkorrektion. das immer noch so ist, wie wir es in Erinnerung hatten. Nur die Schwäne sind längst nicht mehr das strahlende Weiss von früher, eher richtige Schmutzfinke, die auf dem Wasser treiben.
Die Juragewässerkorrektion hat die Flüsse: Aare, Birs, Zihl/Thielle und ihre Zuflüsse im Jura reguliert, Überschwemmungen verhindert und neues Land für Landwirtschaft, Siedlungen und Verkehrswege geschaffen. Ein Beispiel dafür ist das Häftli – ein ehemaliger Flussarm, der noch heute an das ursprüngliche Wasserläufe-System erinnert und ein beliebter Platz für Spaziergänge und Naturbeobachtungen ist.
03. März 2026
Wir können die Wohnsitzbestätigung abholen 😍 👍
AHV und Strassenverkehrsamt müssen informiert und eine Krankenkasse abgeschlossen werden. Das Rad dreht sich wieder!
04. März 2026
Wir bekommen einen Termin mit unserem Bankberater. Kaum zu glauben – plötzlich sind wir wieder kreditkartenwürdig.
Langsam rollt der Ball. Doch wer meint, jetzt laufe alles glatt, hat die Rechnung ohne die moderne Welt gemacht. Hier zwei Anekdoten darüber, wie wir „Frischlinge“ mit Apps, Automaten und anderen digitalen Herausforderungen kämpfen. 😄
1. Tram
Wir wollten vom Strassenverkehrsamt mit dem Tram in die Berner Innenstadt. Das Tram fährt – typisch Schweiz – pünktlich alle sechs Minuten. Ein Ticket muss vorher am Automaten gelöst werden. Also lösen wir: zweimal hin und zurück = CHF 20.80 🥴. Bezahlen kann man mit Kleingeld, Kreditkarte oder mit TWINT – einer Schweizer Bezahl-App, mit der man einfach mit dem Smartphone bezahlt. Münzen für 20 Franken haben wir natürlich nicht. TWINT haben wir noch nie benutzt. Also nehmen wir die Debitkarte – die kennen wir.😉
Erster Versuch: Debitkarte abgelehnt. Hm. Noch einmal. Gleiches Resultat. Während wir noch überlegen, fährt das zweite Tram ohne uns davon. Auch beim dritten Versuch wird die Karte abgelehnt. Langsam werde ich hässig und zücke meine eigene Debitkarte. Aber auch diese wird nicht akzeptiert. Inzwischen sind wir gestresst – und das dritte Tram fährt vor. Bruno geht kurzerhand zum jungen (Schweizer) Chauffeur und fragt, was wir jetzt machen sollen. Der bleibt erstaunlich gelassen: „Steigt ein, schnell – ich muss im Fahrplan bleiben.“
Er drückt Bruno einen Infozettelchen mit einer Telefonnummer in die Hand. Bei Problemen mit der Kreditkarte solle man dort bitte anrufen. So kommen wir also gratis bis zum Bundeshaus – auch nicht schlecht.
Da wir sowieso zur Schweizerische Nationalbank müssen – wir haben noch alte Schweizer Noten, die nur dort umgetauscht werden – besorgen wir uns gleich genügend Kleingeld für die Rückfahrt.
Beim nächsten Versuch, mit der Kreditkarte zu bezahlen, stellen wir dann fest: Die Karte von Bruno wurde gesperrt. Toll. 😅
2. Migros – Parkplatzgebühren bezahlen
Natürlich fahren wir in „unser" Migi. Die Migros ist die grösste Detailhandelskette der Schweiz. Sie betreibt Supermärkte, Fachmärkte und verschiedene Dienstleistungen im ganzen Land.
Wir biegen zur Einfahrt ein. Wo ist die Schranke mit dem Automaten, der das Ticket ausspuckt? Verwirrt parkieren wir und schauen uns um. Jeder fährt einfach rein. Okay – aber gratis wird das bestimmt nicht.
Eine Frau in meinem Alter geht gerade zu ihrem Auto. Ich laufe hin und bitte um Infos für uns Rückkehrer nach zwölf Jahren Ausland. Sie erklärt mir: Im Eingangsbereich stünden fünf grüne Automaten. Dort müsse man beim Verlassen einfach die Autonummer eingeben. Bezahlen könne man mit – jawohl – Karte, Münzen oder TWINT.
Wir machen unsere Einkäufe, kommen zu den grünen Automaten. Ich versuche natürlich TWINT. Geht nicht – irgendetwas mache ich falsch. Also werfen wir halt 50 Rappen in den Automaten. Dann fährt man einfach weg. Alles voll automatisch 😄🚗 und wir nun mitten drin, oft überfordert!
Mondaufgang über dem Seeland. Mit dem Samsung, nicht schlecht!
Heute gibt's Kultur. Im Kino läuft: "Ein fast perfekter Antrag" mit Iris Berben und Heiner Lauterbach. Absolut sehenswert.
Bei ThaiStreet genießen wir eine köstliche Nudelsuppe mit Hähnchen, und zum Dessert gönnen wir uns bei Rüfy einen
Coup- Vermicelle.
05. März 2026
Überall in den Gärten kündigt sich der Frühling an. Osterglocken, Schneeglöckchen, Krokusse und Narzissen recken ihre Blüten dem warmen Licht entgegen.
Heute Morgen eine böse Überraschung: Der Mercedes macht Startprobleme. Der Motor dreht, aber er springt nicht an. Zuerst sind wir ratlos und versuchen, das Problem zu analysieren. Für uns klingt es so, als käme kein Diesel. Ist der Tank leer? Ist die Anzeige defekt? Eine Öffnung zum Kontrollieren gibt es nicht. Doof! Wir pumpen einige Liter vom zweiten Tank in den ersten – und siehe da, der Motor startet. Bruno schraubt jetzt den Zulauf auf, um nachzuschauen, wie viel Diesel im Tank ist, doch sofort fließt Diesel heraus. Also liegt es auch nicht daran. Er schaut nach, ob beim Separfilter alles in Ordnung ist, und kann diesen mit zwei Umdrehungen festziehen. Beim Starten blinkt die EDC-Leuchte – wo liegt der Fehler? Wir wissen es nicht. Die Karre läuft auf alle Fälle… bis auf Weiteres.
„Juhu, geschafft! Mit TWINT konnte ich die Rechnung in der Migros bezahlen – ganz ohne Drama! 🤣💪💪💪
Im Einkaufskorb landete heute eine Schwarzwälder-Kirschtorte. Wir sind vernünftig und teilen sie brav in Drittel. Doch oh Schande: Sie schmeckt nicht so gut wie die in Puerto Madryn – was wir eigentlich schon immer geahnt haben. 😉“** Schande***
06. März 2026
Zeit, Richtung Wallis aufzubrechen.
Beim Checken der E-Mails, eine Nachricht von Franziska und Felix: Kommt doch vorbei, wenn ihr Lust auf ein feines Essen habt. Hm… Ich frage: „Wie spontan seid ihr?“ – ihre Antwort: „Sehr.“ „Okay, wie wär’s mit heute?“ Kein Problem – allerdings arbeitet Franziska noch bis 14 Uhr. Okay, passt.
Die beiden haben wir 2014 bei den Schönbächlers in British Columbia, Kanada, kennengelernt. Schönbächlers sind in der Schweiz bestens bekannt als Familie aus der Sendung „Auf und davon“.
2014 waren wir auch zusammen in Alaska: Lachsfischen und Bären beobachten – die zwei Highlights!
In der Baja haben wir uns dann zum letzten Mal getroffen.
Es klopft: Andrea und Reto sind auf ihrem Morgenspaziergang. Wir schliessen uns kurzerhand an.
Nach Wittnau sind es knappe 90 Kilometer. Über die A1, dann A2 gelangen wir ins schöne Fricktal, Das Fricktal ist eine Region im Nordwesten der Schweiz, hauptsächlich im Kanton Aargau, mit einem kleinen Teil im Basel-Landschaft. Es liegt zwischen dem Rhein im Norden und den Hügeln des Jura im Süden. Bekannt auch für seine Kirschen.
Das Fricktal gehört zu den bekanntesten Kirschregionen der Schweiz. Besonders die Hochstamm-Kirschbäume prägen dort seit Generationen die Landschaft.
Im Frühling blühen im Fricktal tausende Kirschbäume – ganze Hügel werden weiss. Diese Hochstamm-Obstgärten sind typisch für die Region und ein wichtiger Teil der Kulturlandschaft. Viele Kirschen werden nicht nur frisch gegessen, sondern auch zu Kirsch (Kirschwasser) gebrannt – einem traditionellen Obstbrand der Schweiz.
Zwölf Jahre sind vergangen, seit wir uns zum letzten Mal persönlich gesehen haben. Älter geworden sind wir alle – gross verändert haben wir uns aber nicht. Gesprächsstoff gibt es mehr als genug, und das Moitié-Moitié 🫕🫕 natürlich ein MUSS.
Die Stunden vergehen wie im Flug.
07. März 2026
Direkt vor ihrem Haus konnten wir schlafen. Irgendwann wird es dann Zeit aufzubrechen. Für uns geht es jetzt weiter – Richtung Wallis.
Wir beschliessen, eine kleine Runde durch unser schönes "Schweizerländli" zu drehen. Durch das idyllische Emmental kurven wir hinauf zum Schallenbergpass.
Oben angekommen: links blinken, Parkplatz ansteuern, Motor aus. Wanderschuhe an und los geht’s – hinunter zur Naturbrücke Räbloch. Letztes Bild "die Naturbrücke". Wenn man etwas betiteln muss, wohl eher nicht sooo spektakulär.
Die Emme zwängt sich dort durch eine enge Schlucht mit bis zu 50–70 Meter hohen Nagelfluh-Felswänden. An einer Stelle klemmt ein riesiger Felsblock zwischen den Wänden fest – daraus entstand die berühmte Naturbrücke, über die heute der Wanderweg führt.
Der Aufstieg hatte es dann aber doch „in sich“. Oben auf der Fläche, das Hochmoor Steinmösli ist zum Teil noch zugefroren.
Dann geht’s zum Restaurant Gabelspitz auf dem Schallenbergpass, hier auf dem Parkplatz dürfen Camper übernachten. Die Aussicht in die Berner Alpen wäre ein Traum – würde nicht der Saharastaub alles trüben.
Dafür ein Hammer-Sonnenuntergang.
08. März 2026
Gegen sechs Uhr morgens wird es kalt: zwei Grad. Bruno dreht die Heizung auf die höchste Stufe, und wir verkriechen uns noch einmal tief ins warme Bett – bis nach sieben. ❄️🛏️
Im herrlich warmen WoMo lassen wir den Tag gemütlich angehen, frühstücken und spielen eine Runde Triominos. Dann geht es weiter. Durchs Emmental führt uns unsere Route hinunter nach Thun...
...und weiter ins Simmental. Unterwegs lächelt uns immer wieder Franjo von Allmen entgegen – der Olympia-Gold-Junge stammt aus Boltigen, Ober-Simmental.
Das Simmental ist bekannt für seine prächtigen Bauernhäuser mit den grossen, oft reich verzierten Fassaden. Die Häuser wirken hier anders als im Emmental. Mangels Brunos Fotobegeisterung müssen wir diesmal allerdings ohne Bilder auskommen. 😉📷
Der Verkehr Richtung Lenk und Zweisimmen ist erstaunlich dicht – und wie so oft sind wir die ersten in der Kolonne. 😉😉
In Château-d’Œx, wo wir eigentlich übernachten wollten, finden wir keinen freien Platz. Also entscheiden wir spontan: weiter hinauf zum Col des Mosses zu fahren.
Auf 1442 Metern liegt noch reichlich Schnee. Die Pisten sind gut besucht, Skifahrer nutzen die letzten Wintertage. Der grosse Parkplatz ist gratis – und auch hier dürfen wir mit dem WoMo stehen. Ein wunderbarer Platz für die Nacht, umgeben von Bergen und winterlicher Ruhe. ❄️🚐
Vorsichtshalber lassen wir die Heizung durchlaufen – minus zwei Grad sind angesagt.
09. März 2026
Gut, dass die Heizung läuft – draußen ist es klirrend kalt. Die Nacht hat ihre Spuren hinterlassen: Selbst die Windschutzscheibe ist mit einer dicken Schicht Eis überzogen. Drinnen im warmen WoMo wirkt die frostige Welt draußen fast ein wenig unwirklich. Langsam taut alles auf, während wir uns auf den nächsten Abschnitt unserer Reise vorbereiten. ❄️🚐
Fahren wir weiter durch die Berge – oder hinunter nach Aigle? Ein kurzer Blick, dann entscheidet Bruno: Wir nehmen die Straße hinunter nach Aigle.
Diese windet sich durch die steilen Hänge, und immer wieder fallen die mächtigen Lawinenverbauungen ins Auge. Metallgerüste, Netze und Dämme klammern sich an die Flanken der Berge und schützen das Trassee vor den Schneemassen, die hier im Winter talwärts donnern können.
Schon von weitem sticht einem das Château d’Aigle ins Auge. Das mächtige Schloss thront leicht erhöht über den Weinbergen und wirkt mit seinen runden Türmen und den hellen Mauern fast wie aus einem Bilderbuch.
Seine Ursprünge reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Später übernahmen die Berner das Schloss und bauten es zu einer befestigten Verwaltungssitzung aus. Heute beherbergt das Château das bekannte Musée de la vigne et du vin, ein Museum rund um Weinbau und Weinkultur. Kein Wunder – schließlich liegt Aigle mitten in einer der bedeutenden Weinregionen des Chablais.
Montag leider geschlossen!
Einmal auf der A9 führt die Autobahn dann schnurgerade entlang der Rhone, die hier auch die Grenze zwischen Wallis und Waadt markiert. Überall ragen Hochspannungsleitungen in den Himmel. 😅Das Tal produziert durch die vielen Stauseen eine riesige Menge Strom.
👉 Allein der Kanton Wallis steht für einen großen Anteil der Schweizer Wasserkraft – er erzeugt etwa rund 10 500 GWh pro Jahr, also etwa 28 % der gesamten Schweizer Wasserkraftproduktion.
Wenn man sich vorstellt, wieviel Energie das ist: Mit 10 500 GWh kann man Millionen von Haushalten ein ganzes Jahr lang mit Strom versorgen. 🌍⚡ Die mächtigen Hochspannungsleitungen sind also nicht nur ein störender Anblick – sie transportieren die Kraft der Alpen in die Städte und Dörfer, damit unser Alltag weiterläuft.
Im Westen taucht der Cime de l’Est mit seinen 3 178 Metern auf; er gehört zu den Dents du Midi, die südlich des Rhonetals zwischen Waadt und Wallis liegen.
Gegen fünfzehn Uhr erreichen wir wieder Sion, von wo aus wir vor zwei Wochen aufgebrochen sind. Célien holt uns ab, und für die kommende Woche werden wir wieder in Veysonnaz anzutreffen sein – vertraute Berge, vertraute Wege, und doch immer wieder alles neu. 🚐🏔️
Die warmen Tage haben dem Schnee den Garaus gemacht. Nur hoch oben in den Bergen hält er sich noch. Unten ist der Frühling bereits eingezogen, und die Landschaft atmet wieder Farbe und Wärme. 🌿❄️
10. März 2026
Die Aprikosenbäume stehen in voller Blüte, und in Sion selbst strahlen die Magnolienbäume mit ihren prachtvollen Blüten um die Wette – ein wahrer Farbenrausch, der die Altstadt in ein zartes Frühlingskleid hüllt. 🌸
11. März 2026
Auch Sion hat ein Schloss, das hoch oben über der Stadt thront: das Château de Tourbillon. Mit seinen imposanten Ruinen auf einem Hügel bietet es einen herrlichen Panoramablick über die Altstadt, die Rhone und die umliegenden Weinberge.
Das Schloss wurde im 13. Jahrhundert erbaut und diente lange als Festung, um die Stadt und das Tal zu schützen. Heute sind die Zinnen und Mauern zwar nicht mehr vollständig erhalten, aber sie verleihen Sion einen historischen Charme und ziehen Besucher an, die die Aussicht genießen oder einfach durch die Geschichte der Stadt spazieren wollen. 🏰🌄
12. März 2026
Heuten fahren wir mit dem Postauto hinunter nach Sion. Jeder neue Fahrgast wird von uns kurz gemustert: Hat er einen Kanister dabei? Wirkt irgendetwas merkwürdig?
Eigentlich etwas schräg – aber nach dem, was vor zwei Tagen in Kerzers passiert ist, sind wir wohl ein wenig aufmerksamer als sonst. Ein kurzer Blick, ein kleines Abwägen – und dann entspannen wir uns wieder und lassen uns gemütlich durchs Rhonetal fahren. 🚌🙂
Postautobrand in Kerzers FR
Das Restaurant Georgio ist bekannt für seine feinen Apéros. Ob mit oder ohne Alkohol – hier findet jeder etwas Passendes. Wir lassen uns Zeit, sitzen gemütlich beisammen und geniessen das kleine Ritual des Anstossens. 🥂🙂 mit Lynn und Célien
Dann geht’s weiter zum Thailänder. 🍜
Sion ist mit seinen rund
36'000 Einwohnern eine überschaubare Stadt – und das Schöne: Zu Fuss ist hier fast alles in wenigen Minuten erreichbar. So schlendern wir gemütlich durch die
Gassen und sind schon bald beim nächsten kulinarischen Halt. 🙂
Ob Suppe, Papayasalat oder Tom Yam Kung – alles schmeckt einfach köstlich. Die thailändische Küche begeistert uns jedes Mal aufs Neue. 🌶️
Schon als die Hauptgerichte serviert werden, betören die Gewürze unsere Sinne. Erst jetzt wird uns bewusst, wie sehr wir das vermisst haben – und wie sehr wir die thailändische Küche lieben.
Reis oder Nudeln, scharf 🌶️ oder sehr scharf, 🌶️🌶️ mit Ente oder Poulet – alles einfach nur köstlich. Jeder Bissen ist ein kleines Fest für die Sinne, das uns sofort in die Ferne träumen lässt. 🌶️🍜 Sofort werden Anekdoten wach, zwar Jahre zurück, aber immer noch präsent.
Der Abend war perfekt. Die Heimfahrt im Elektroauto mit 400 PS von Lynn wird zu einem kleinen Speedlauf – aber erst, nachdem sie mich gefragt hat, ob es für mich okay sei, wie sie fährt. Sie weiß, dass mir bei so vielen Kurven schnell schlecht wird. Ganz erstaunt frage ich: „Wieso? Fährst du sonst schneller?“ „Ja, natürlich!“ „Okay, dann zeig es mal.“
Sie drückt aufs Gaspedal, wir werden in die Sitze gedrückt, und Lynn düst los, ihr Wagen fest im Griff. Die Kurven fliegen nur so an uns vorbei, der Motor surrt unter uns, und jeder Schlenker der Straße sorgt für ein kleines Fahrvergnügen. Ich halte mich fest, lache und staune zugleich. 🚗💨
13. Mai 2026
Heute hilft mir der kleine Tom beim Triominos-Spielen. 🎲💛 So wird das Spiel erst richtig spannend.
Bruno findet es zwar unfair zwei gegen einen!
Samstag, 14. März 2026
Eine Schlechtwetterfront bringt erneut Schnee und Glatteis. Die Ü60-Party fällt buchstäblich ins Wasser. Tanzen auf Glatteis wäre zwar eine neue Disziplin, aber wir lassen es lieber bleiben. Schade. 😣
Sonntag, 15. März 2026
Wir ziehen erneut um, diesmal hinunter nach Sion. Ruth, die Mutter von Lynn – wir haben sie 2021 in Argentinien kennengelernt – reist für zehn Tage nach Spanien. In dieser Zeit dürfen wir in ihre Wohnung einziehen. Es ist schon erstaunlich, wie herzlich, offen und grosszügig diese Familie ist. Wir können ihnen nur von Herzen danken. 🥰🥰🥰
Célien und Lynn bringen uns und unsere sieben Sachen hinunter. Anschliessend schlendern wir durch Sion. Am Sonntag ist hier nicht viel los: Die Geschäfte sind geschlossen, und das Wetter ist noch eine Spur zu kühl, um grosse Menschenmengen aus den Häusern zu locken.
Also spazieren wir gemütlich durch die fast menschenleeren Gassen – ganz ohne Gedränge.
Überall sind die Kirschbäume in voller blühte, ihre zarten Blüten bringen einen ersten Hauch von Frühling in die noch kühle Luft. 🌸
Skulpturenpark
Zum anfassen und träumen.
16. März 2026
Im Grossmarkt ALIGRO merkt man schnell: Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt – einkaufen bitte im Kilo, darunter läuft fast nichts.
Käse-Schlaraffenland-Schweiz: Ob Hartkäse, Raclette...
...oder Weichkäse, unsere Herzen schlagen schneller.
17. März 2026
Die Vorbereitungen für die Einführung unseres Pepamobils sind angelaufen. Vom Agenten aus Belgien werden folgende Unterlagen angefordert:
Pass,
Rechnung des Easylanders (Agent von Mexiko),
Bill of Lading,
Fahrzeugversicherung (Europa) inklusive Rechnung Tourinsur.de
Fahrzeugpapiere
Internationale Führerausweis.
Bruno kann alles per E-Mail einreichen.
In Belgien bekommen wir vom Agenten den T1, welcher am Deutschen Zoll abgegeben werden muss.
Infos, natürilch von ChatGPT🤣
Das T1-Formular ist ein Zolldokument für den sogenannten Transitverkehr. Es wird verwendet, wenn ein Fahrzeug oder Waren noch nicht verzollt sind und durch ein oder mehrere Länder transportiert werden, bis sie im Bestimmungsland endgültig eingeführt werden.
👉 In unserem Fall bedeutet das:
Wir bekommen das T1 in Belgien, damit wir unser Pepamobil legal und unverzollt durch Europa bis in die Schweiz bringen könnt.
Wichtig dabei:
👉 Erst in der Schweiz wird das Fahrzeug dann:
Kurz gesagt:
Das T1 ist wie ein „Reisepass“ für unser Pepamobil – es erlaubt die Durchreise, bis alles offiziell in der Schweiz erledigt ist.
Beim Schweizer Zoll gilt der LKW und alles andere als Umzugsgut und kann zollfrei in die Schweiz mit paraguayischer Zulassung einführen werden.
Danach haben wir drei Monate Zeit, das Fahrzeug der Motorfahrzeugkontrolle vorzuführen. Anschliessend kann es wieder mit Schweizer Nummern gefahren werden.
Agent in Belgien
Daniella Van den Brande | Ocean Freight | Customer Service
T: +32 50 590 562
E-mail: [email protected]
Herfurth Logistics NV
Koggenstraat 21 | B-8380 Zeebrugge | Belgium
www.herfurth-logistics.com
ISO 9001:2015 Certified
AEO Customs & Security Certified
19. März 2026
Feiertag im Wallis zu Ehren des heiligen Josef, dem Schutzpatron der Arbeiter und Familien – ein offizieller arbeitsfreier Tag im Kanton.
Wir nutzen die Gelegenheit und besuchen die...
Die Burg Tourbillon thront hoch über der Stadt Sion und gehört zu den eindrücklichsten Wahrzeichen des Wallis. Sie wurde im 13. Jahrhundert vom Bischof von Sitten erbaut und diente vor allem als Verteidigungsanlage und Machtsymbol.
Der Weg hinauf zur Burg schlängelt sich durch die engen Gassen der Altstadt aus – vorbei an alten Mauern, und steilen Stufen.
Wir besuchen das Museum, zahlen den Rentnereintritt von 4 CHF und schlendern durch die 14 Säle – Schritt für Schritt zurück in vergangene Zeiten. Ob hier oder in Südamerika: Werkzeuge werden auf die gleiche Art gefertigt, Menschen auf ähnliche Weise umgebracht und begraben – zwei Kontinente, gleiche Spuren des Menschseins.
Tourbillon wurde um 1290–1308 unter Bischof Landry von Sitten als Residenz der Bischöfe errichtet. Die Anlage sollte zugleich als Symbol kirchlicher Macht und als Schutzburg dienen. Ihre Lage auf einem steilen Felsen ermöglichte strategische Kontrolle über die Stadt und das Tal. Im Laufe der Jahrhunderte erlitt sie wiederholt Kriegsschäden und Brände, wurde jedoch stets wieder aufgebaut, bis der Großbrand von 1788 sie endgültig zur Ruine machte.
Die fünf Sakristei Truhen gehören zu einem Ensemble von mittelalterlichen Truhen (13.-15. Jh.), die für die Kirche von Valeria hergestellt wurden.
Die 15 erhaltenen Truhen stellen ein für Europa einzigartiges Ensemble dar. Die Möbel dienten der Aufbewahrung liturgischer Gewänder und Geräte, vereinzelt auch von Wertschriften und Dokumenten, die zu einem bestimmten Altar gehörten. Das Material, die Machart der durchbrochenen Füsse sowie die qualitätsvollen Verzierungen machen aus diesen Möbeln Meisterwerke mittelalterlicher Handwerkskunst. Vermutlich wurden sie im Mittelwallis hergestellt. Depositum Domkapitel, Sitten.
Im großen Saal der Burg blicken wir auf die verbliebenen Wandmalereien, die einst Bischof Landry von Sitten in seiner vollen Amtskleidung zeigten – ein eindrucksvolles Symbol seiner Macht, das die Besucher daran erinnern sollte, dass diese Burg nicht nur Schutz, sondern auch Herrschaft verkörperte.
Weiter geht es zur Kirche.
Diese wurde 1987 von Papst Johannes Paul II zur Basilika Minor erhoben.
Sehr beeindruckend der Unterschied zu einer Kirche in Mexiko.
Die Kapelle wirkt schlicht und fast „nackt“, denn auf dem steilen Felsen zählte mehr die Funktion als der Prunk: Hier dienten Mauern und Andacht, nicht Gold und Verzierung – ein Ort des Schutzes und Gebets, wo jede Zierde dem rauen Alltag der Burg weichen musste.
Besonders bemerkenswert sind die Überreste der Kapelle Saint-Georges, deren Fresken aus dem 14. Jahrhundert zu den bedeutendsten gotischen Wandmalereien der Schweiz zählen und noch heute einen eindrucksvollen Einblick in die mittelalterliche Kunst und Religiosität geben.
Eine Renovation ist leider nicht mehr möglich, da die originalen Vorlagen und genauen Techniken verloren gegangen sind.“
Im Chor der Kapelle Saint-Georges sind die reich verzierten Sedilien erhalten – kunstvoll gearbeitete Sitznischen, die einst Priester und Diakone während der Messe beherbergten und heute noch von der hohen Kunstfertigkeit der mittelalterlichen Handwerker zeugen.
Für Bruno genug Kirche, wir machen uns wieder auf den kurzen Weg hinunter in die Stadt. Der Weg gesäumt von blühenden Kirschbäumen.
Freitag, 20. März 2026
Im Verlauf des Tages schauen wir in die VesselFinder-App. Waaas? Der Kahn läuft gerade in Zeebrügge ein! Notabene eine Woche zu früh, das gibt es doch nicht. Sofort nehmen wir Kontakt mit der Agentin auf. Diese arbeitet jedoch erst wieder am Montag. Mist!
22. März 2026
Also Planänderung 😄
Tickets für Bahn und Flug müssen her – und zwar pronto!
EasyJet fliegt am Montag um 14:55 Uhr. Passt. Zack, gebucht ✈️ Die SBB fährt stündlich ab Sion – perfekt 🚆
Bleibt nur noch die klitzekleine Nebensache: Wohnung putzen, und dann heisst es: Packen.
Wir sind gespannt… und leicht nervös, wie finden wir unser "Zuhause" vor? 😅
23. März 2026
Die Wohnung hinterlassen wir so, wie wir sie einst vorgefunden haben – blitzsauber, bereit für die Nächsten. 😉
Das Fitnessabo legen wir für drei Wochen auf Eis, der Termin beim Akustiker wird kurzerhand abgesagt. Alles ist vorbereitet, die To-do-Liste abgehakt.
Pünktlich um 11.02 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung – Richtung Genf.
Zum ersten Mal heben wir mit easyJet ab. Der Self-Check-in sorgt für Stirnrunzeln und ratlose Blicke bei vielen Passagieren … den Furers inklusive. 😉
Mit ein bisschen Geduld, ein paar falschen Knopfdrücken und schliesslich doch noch Erfolg sind wir bereit für den Abflug.
Kaum sitzen wir im Flieger, ist auch schon wieder alles vorbei – der einstündige Flug vergeht, Dank QSMonkey-Spiel tatsächlich wie im Flug.
Um siebzehn Uhr landen wir am Flughafen Brüssel. Kaum wieder festen Boden unter den Füssen, sitzen wir schon im Zug, der uns direkt ins Herz der Hauptstadt Belgiens bringt.
Wie gut hat unser Pepamobil die lange Überfahrt gemeistert? Die Spannung steigt.
Wird die Agentin in Zeebrügge das Bill of Lading rechtzeitig erhalten? Noch fehlt dieses wichtige Dokument! Ohne dies bekommen wir unsere Hütte nicht ausgehändigt.