Chile zum Zweiten

 

 

Gefahrene Strecke  953 km

 

 

Teil I

 

16. November bis 30. November 2016

 

 

Detaillierte Infos zur Grenzabfertigung findest du hier

 

und für Hunde hier

 

****************************************************

 

Heute streiken die Grenzbeamte, sie wollen mehr Lohn! Der Zoll ist

geöffnet von 11 Uhr bis 11 Uhr dreißig.

 

Wir haben Glück, fahren wir doch gegen elf Uhr an die Grenze.

Die Warteschlange ist lang, doch nach dreißig Minuten stehen wir am Schalter,

bekommen unsere 90 Tage in den Pass gestempelt, erledigen die Einfuhr für's

Pepamobil und für Lola und schon sind wir wieder in Chile.

 

Nach 10 Minuten erreichen wir 

 

- Futaleufú -

 

wo wir einkaufen gehen und uns in das öffentliche WLAN

von der Gemeinde einloggen.

 

 

Wir fahren weiter und übernachten an einem genialen Platz direkt am

 

- Rio Futaleufú -

 

 

Auch hier hat es die letzten drei Tage geregnet, beziehungsweise geschneit.

 

Birgit und Franjo stehen am Lago Rosselot. Wir geben also "Stoff",

denn eine weiter Cansta-Runde ist angesagt!

 

Bei der ersten Abzweigung biegen wir links ab, denn nach 

El Chaiten wollen wir nicht. Kurz darauf möchte

"Miss Piggy" dass wir wenden. "Blödes GPS" mein Kommentar.

Nach 16 weiteren Kilometern will Miss Piggy immer noch dass wir wenden.

Ich hole also die Papierkarte hervor und tatsächlich...Miss Piggy hat recht.

Wir fahren wieder Richtung Argentinien. Also die sechzehn Kilometer zurück

und weiter, nun auf der richtigen Piste, zur legendären

 

- Carretera Austral -

 

 

Es stehen nicht nur Birgit und Franjo am See, auch Jakob, ein Däne,

welcher schon für's Abendessen Forellen gefangen hat, steht dort.

 

 

 

Unsere beiden Männer, beides Grillexperten!!!!!!!, sorgen sich ums Feuer!

  

Lola ist zuständig für das Brennholz!

Es schmeckte herrlich!

 

Nach zwei Nächten fahren wir weiter südwärts. Nächster Stopp

 

- Puyuhuapi -

 

Kurze Zeit später kommt auch das Tio-Team.

 

 

Da die Piste ab hier von 13 bis 17 Uhr wegen Bauarbeiten gesperrt wird,

bleibt uns nichts anderes übrig...

wir setzen uns an den Tisch und spielen, diesmal ist Rummy angesagt!

 

Abends die Canasta-Runde 2:1 für die Damen! 

 

Die Carretera Austral wird geteert, (leider) vor jeder Baustelle gibt

es lange Wartezeiten und viel, viel Staub.

 

 

Wasser bunkern wir an der Carretera immer

direkt vom Fluss oder Wasserfall!

 

 

Vorbei geht es an schneebedeckten Berggipfel,

Lagunen und über einen 570 m hohen Pass!

 

 

Kurzer Abstecher nach 

 

- Puerto Cisnes -

 


Wo nur ist das Wasser???
Wo nur ist das Wasser???

 

Wieder zurück auf der Carretera Austral geht es zuerst dem Rio Cisnes,

danach dem Rio Mañihuales entlang.

 

 

Plötzlich sehen wir einen Overlander direkt am Wasser stehen. 

He, die beiden kennen wir doch aus Ibarra/Ecuador!

 

Genau, Caro und Victor, mit ihrem "Frittenöl" betriebenen Ford!

Lachend erzählen sie uns, dass sie gestern erfolglos versucht haben

Bier zu kaufen, denn es sei sehr heiß gewesen und ihr Bier ausgegangen!

 

Sie haben einfach ein Plakat geschrieben und am Straßenrand abgestellt,

leider ohne Erfolg. (Deswegen müssen sie heute in die nächste Ortschaft,

denn Bier...dass muss schon sein!!!)

 

 

Wir verabreden uns für die nächsten Tage und fahren weiter...

 

...vorbei am 200 Seelendorf

 

- Villa Amengual -

 

mit seinen Schindel-Häuser

  

  

...vorbei am 

 

- Lago Los Torres -

 

 

...und nun auf einer geteerten Carretera Austral...

 

 

bis zum 

 

- Rio Simpson -

 

wo wir es uns für ein paar Tage gemütlich machen.

Wir stehen mit den beiden Chilenen in Mail-Kontakt. Leider

haben sie ihr "Lager" 10 km weiter aufgeschlagen.

 

 

Bruno versucht sein Glück mit fischen, wir gehen spazieren, joggen und spielen.

 

 

Nach genialen Tagen fahren wir auf der Carretera weiter.

Immer wieder durch blühende, blaue Lupinenfelder, saftige

grüne Wiesen und Wälder und vorbei an typischen chilenischen Häusern.

 

 

Wir kommen nach Coyhaique, wo wir

Kühlschrank-, und den Dieseltank auffüllen und Bruno endlich wieder

einmal einem Sodimac (Bauzenter) einen Besuch abstatten kann.

 

Wie immer in Chile sind die Parkmöglichkeiten aber sehr begrenzt,

zumal hier noch gestreikt wird und der Parkplatz geschlossen wurde!!!

Nach einer halben Stunde kommt die Polizei und sagt uns, dass wir weg-

fahren müssten, der Eigentümer des Hauses, vor welchem wir stehen 

hätte angerufen und gesagt, dass wir stören würden!!!

 

 

So machen wir uns wieder auf den Weg und rollen auf der Carretera weiter

südwärts bis zu einem Platz den wir schon von früher kennen.

 

Wer steht da? das Tio-Team!

 

Wir schlagen uns in die Büsche und sofort wird gespielt!

 

 

Der Platz ist der Einstieg zum Sendero "Cerro Castillo" eine drei-Tage-Wanderung

welche von vielen Touristen gerne unter die Füsse genommen wird. 

 

So auch vom Deutschen Daniel.

Er ist zu Fuss von Ushuaia nach Puerto Montt unterwegs.

Sein Ziel 1000 km zu Fuss gehen!!!!

Hut ab!

Unter Instagram / dani.ged kannst du ihn verfolgen.

 

Er schlägt sein Zelt neben unserer Hütte auf, wir trinken zusammen

ein kühles Bier und laden ihn zum Essen ein. 

 

Den Abend verbringen wir im Tio...

mit Canasta spielen: 2:1 für die Caballeros!

 

 

Am nächsten Morgen bricht Dani sein Zelt ab und macht sich

wieder auf den Weg, wir bleiben noch einen Tag.

 

 

Der Himmel verdunkelt sich, auf unserer Weiterfahrt sieht

die Landschaft nur halb so schön aus.

 

- Cuesta del Diabolo -

  

 

Die Strecke führt nun entlang dem 

 

- Rio Ibanez -

 

 

 

Als wir zum 

 

- Bosque Muerto -

 

kommen, stellen wir fest, dass sich die Landschaft ganz langsam

vom Vulkanausbruch erholt.

 

Der Vulkan Hudson hat 1991 das ganze Tal zerstört, kein Baum, kein Busch

keine Tiere haben überlebt. Schön zu sehen, dass das "Leben" zurückkommt.

 

 

Immer wieder überholen wir Radfahrer.

 

Wir haben großen Respekt vor diesen wilden Typen, müssen sie

doch dem patagonischen Wind und jedem Wetter strotzen.

Haben Pässe von 4000 -oder mehr Höhenmeter- zu bewältigen

und sind den rücksichtslosen Autofahrer ausgeliefert.

 

Wir halten jedesmal an und fragen ob sie was benötigen.

Gerne helfen wir ihnen mit Lebensmittel oder Wasser aus.

 

Als ich heute Alessio fragte ob er was benötigen würde, antwortete

 er sehr zaghaft: "wenn du etwas Brot hättest?"

 

Er bekam: eine Züpfe, zwei Brötchen, Früchte, Würste und eine

"Tafele Schoggi." Seine Augen strahlten und sichtlich 

glücklich radelte der junge Mexikaner davon.

(vergessen Fotos zu machen)

 

 

Staub fliegt in der Luft
Staub fliegt in der Luft

 

Am Rio Murta schlagen wir unser Lager für die Nacht auf.

Bruno holt die Drohne hervor, Lola geht schwimmen und ich fotografieren.

 

 

In der Nacht hat es geregnet und doch staubt es wieder heftig auf der,

nun wieder ungeteerten, Carretera.

 

 

Weiter geht es dem Rio Murta entlang welcher in den 

 

Lago General Carrera -

 

dem grösßten See Chiles mündet.

 


 

 

Unsere Zukunft???

 

Solar betriebene Pferde?  :-)

 

 

 

Die Straße windet sich dem See entlang, die Ränder gezäunt von

einem herrlich riechenden gelben Blumen-Meer.

 

 

Ein weiterer Radfahrer vor uns, diesmal ein Deutscher.

Bernd strahlt..ihm geht es gut!

 

Sein Blog HTTP:/FEUERLAND.DESGLAUBST.NET

 

 

Wir knipsen was unsere Kameras hergeben, einfach nur eine Augenweide.

 

 

Nächster Halt

 

- Puerto Rio Tranquilo -

 

Auch hier herrsch die Farbe Gelb vor. 

Padre

Antonio Ronchi

war ein Priester aus Italien. In den 60er Jahren installierte er Radioantennen in abgelegenen Dörfern, welche damals weder per Schiff noch über die Straße erreichbar waren.

In einigen Ortschaften findet man nun nachgebildete Satelliten-

Schüsseln mit seinem Bild darauf.

 

La Plaza Central

Der patagonische Wind bläst über die Plaza
Der patagonische Wind bläst über die Plaza

 

Puerto Rio Tranquilo ist der Ausgangspunkt zu den Capillas de Mȧrrmol.

Diese stehen für uns aber heute noch nicht auf dem Programm.

 

Wir stellen uns an's Seeufer unterhalb des Dorfes.

Kaum sind wir installiert, kommen die ersten Leute.

Schweizer, aus Genf, Franzosen aus der Var und noch einmal

ein weiteres Paar aus Frankreich.

 

Es gibt eine nette Plauderstunde.

 

 

 

Auch das Tio-Team ist in Tranquilo eingetroffen.

Es gibt leckeren (selbstgemachten) Kuchen und Cappuccino.

Am Abend gibs einen 2:1 Sieg für die Damen! 

 

Eigentlich wollten wir heute Montag zu den Höhlen hinaus rudern. 

Doch der patagonische Wind zeigt sich von seiner besten Seite,

die Wellen peitschen ans Ufer und jeder der hinaus muss,

hat mit ihm zu kämpfen. 

 

Heute hatten die Männer Glück 2:1 :-)

(einmal müssen wir sie ja gewinnen lassen, ansonsten sie nicht mehr mit uns spielen!!!)

 

Das sonnige Wetter würde passen, aber es hat immer rnoch zu viel Wind.

Wir warten einmal ab.

 

Eigentlich ideales Wetter um die Waschmaschine in Betrieb zu nehmen.

Birgit staunt nicht schlecht, als ich ihr sage, sie solle mir ihre

Schmutzwäsche bringen! " Wie, was, du willst meine Wasche waschen???"

"Claro", dafür sind Waschmaschinen doch da!

 

Wasser kommt vom Fluss und den Strom liefern Wind und Sonne!

 

Gegen drei Uhr wird der Wind weniger. Sofort marschieren wir zu einem der vielen Ticketverkäufer.

 

Vier Personen = Privattour

= 45'000 Pesos!

 

"Ab 5 Personen würdet ihr nur 9'000 pro Nase bezahlen", so der Verkäufer. 

Wir bezahlen die 67 CHF

und machen uns bereit zum Abmarsch.

 

Dann kommen zwei weiter Touristen und fragen nach einer Tour.

Gleiche Antwort auch für die beiden.

Sofort gehen ich zu den Israeliten und machen ihnen den Vorschlag mit uns mitzufahren.

Dies wiederum will aber unser Verkäufer partout nicht. Wir seien eine Privatgruppe und dies

würde so bleiben. Der hat aber die Rechnung ohne mich gemacht. 

Resolut gebe ich ihm die Antwort und die beiden dürfen mit ins Boot.

Jetzt kostet die Fahrt pro Nase 9'000 Peso. Geht doch!

 

Wir sind bereit zum 

einschiffen!

 

Der Capitano heißt uns willkommen und düst los, Richtung Cavernas.

 

 

Wir erfahren, dass das Gebiet über 450 Millionen Jahre alt ist, der See 580 m Tiefe

hat und der sauberste der Welt sein soll, mit 85 % Reinheit!!!!

 

Den ersten Eindruck von "Marmor-Carrera" bekommen wir hier!

 

 

dann vom „Bernhardinerhund“

 

 

...dann von den Höhlen

 

 

... und zu guter Letzt die

 

- Capilla de Mármol -

 

 

Und schon sind wir unterwegs zu den letzten Marmor-Atraktionen

 

 

Voll speed geht die Fahrt zurück nach Puerto Rio Tranquilo

 

El Capitano

Birgit & Franjo

 

Wieder zu Hause gibt's  leckere "Fladen-Pizza"

und einen gemütlichen Abend.

 

 

Nach vier tollen Tagen, geht unsere Fahrt auf der Carretera weiter.

Wieder werden unsere Sehnerven auf's äussertste strapaziert. 

 

 

 

 

 

 

Farbenpracht pur

 

Aber nicht nur den Sehnerven, nein auch der Reaktion vom Fahrer

wird alles abverlangt. Kaum eine Kurve ohne dass die

Beifahrerin schreit: STOPP / HALT / WARTE / FOTO / FOTO

 

 

Es gibt einfach zu viel zusehen, zu viele Fotos

die Auswahl ist groß...

 

es braucht schon wieder eine

neue Seite ...

 

 

 

hier geht's weiter mit Teil II