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Antarktis
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Antarktis 15. November bis  03. Dezember 2023

 

15.11.23

Pünktlich um 15:45 stehen wir am Hafen, können in den Bus einsteigen, wenige Minuten später geht die kurze Fahrt in den Hafen von Ushuaia, zur Ocean Adventurer

Unsere Kabinennummer 303. Bruno geht zur Rezeption um uns anzumelden, was schnell erledigt ist. Mit den Karten für Kabine 406 kommt er zurück! Wie? Was? Wieso? Wow, sie haben uns ein Upgrade gegeben, wir bekommen eine Luxuskabine! Cool!

 

 

Um 18:30 werden die Leinen gelöst, der Captain stellt den Hebel südwärts, betätigt zweimal das Horn, das Schiff wird vom Pier weggedrückt und wir stechen in See. Die Sonne winkt uns zum Abschied und mit gedrosselten Maschinen fahren wir durch den  Beagle Kanal. Einmal auf hoher See, werden die Wellen höher und ich werfe die erste Pille ein.

 

16. 11. 2023 

Die Fahrt nach Falkland dauert eineinhalb Tage. Es gibt diverse Briefings, Infos, Sicherheitsvorschriften werden erklärt. Der Tag geht schnell vorbei, morgen sind wir schon auf Saunders Island.

 

 

17. 11. 23

Schon vor Mitternacht sind wir in der Bucht von Saunders Island, dementsprechend ruhig, ohne Schaukeln, verbringen wir die Nacht. Frühstück gibt’s um halb acht. Eine Stunde später wird die erste Gruppe aufgerufen, um sich zur Gangway zu begeben  mit einem der Zodiacs werden wir aufs Festland gebracht. Heute wird es eine nasse Angelegenheit. Es regnet und der Wind bläst die Wellen in die Zodiacs. Gut haben wir alle wasserdichte Jacken und Hosen. 

Das Ein- und Aussteigen in ein Zodiac, welches von den Wellen hoch und runter gehievt wird, ist nicht jedermanns/frau Sache. Sehr viele habe grosse Mühe. Es dauert!

 

 

Der Ausflug ist nicht gerade das, was man als „gut“ bezeichnen kann. Wind und Regen blasen uns ins Gesicht, wir kommen nur mühsam vorwärts. Aber da müssen wir durch. 

Hier auf Saunders Island sind die kleinen Rockhopper-Pinguine zuhause. Die Vorschriften sind streng. Wir dürfen nur auf ausgewiesenen Wegen laufen, Abstand zu den Pinguinen, mindestens 5 m.

Da wir ja schon zweimal hier waren, bei Sonnenschein, sind wir flott unterwegs, und stehen nach einer Stunde wieder bei den Zodiacs. 

18. November 2023

Heute besuchen wir Stanley, die Hauptstadt der Falkland-Inseln. Zwei Optionen haben wir hier: Mit dem Bus zur Gypsy Cove oder Stadtbesichtigung. Wir entschliessen uns für die Stadt. 

Schon um eins müssen wir zurück im Schiff sein. Ein Sturm zieht auf, der Captain will früher losfahren, um ein "Fenster" mit weniger starkem Wind zu nutzen. 

 

19. November 2023

Gut gemacht Captain! Das Schiff kommt gut voran, dank Rückenwind haben wir drei Stunden gutgemacht. Unsere nächste Station wird Südgeorgien. Drei Tage sind wir unterwegs.  Wieder gibt es einen Biocheck, diesmal noch strenger, jede Ritze, jede Klette wird zweimal untersucht.

Die Wellen werden am Sonntagabend, wir sitzen beim Abendessen, doch sehr hoch. Mal sehen wir nur Himmel, mal nur Wasser. Den täglichen Vortag lassen wir heute ausfallen, mir scheint, liegen im Bett sei doch von Vorteil. 

 

20. November 2023

Langsam kommen wir in die Wal-Ära, die Schiffe müssen ab hier ihre Motoren auf 10 Knoten drosseln. Wir sehen die ersten Eisberge und Buckelwale.

 

21. November 2023

Vor dem Frühstück wird geankert, wir sind in Südgeorgien.  

 

Die Vogelgrippe hat leider Südgeorgien erreicht. Einige Buchten sind gesperrt, darunter die wo die grösste Königspinguine-Kolonie zuhause ist. Vögel, Pinguine, Robben alle sterben. Man vermutet, dass Ende Saison Südgeorgien gesperrt ist. 

 

Unsere erste Landung ist in der King Haakon Bay. Hier landet Sir Ernest Shackleton mit seinem Holzboot und seinen vier Männern. Das Abendteuer von Shackleton ist immer wieder irre. (Es gibt einige Bücher über ihn, wenn du Zeit hast, lies eines)

Als erstes geht's per Zodiac auf Peggotty Bluff. Eine kurze Wanderung gibt uns einen Überblick, über die Bucht und die Gletscher. Leider bei bedecktem Himmel. 

Am Nachmittag, das Schiff ist zur Cape Cove gefahren, besuchen wir die kleine Felsnische, wo zwei Männer, die Shackleton hier zurückgelassen hat, auf Rettung warten, welche, zwei Wochen später auch kam. Die ganze Mannschaft hat überlebt, zuerst auf Elephant Island,  in der Antarktis achte Monate, dann die Überfahrt von der Antarktis, nach South Georgia, fünf Mann, in zwei Wochen, dann zurück den Rest der Mannschaft abholen. Das ganze Abenteuer dauerte 752 Tage. 752 Tage in der Hölle! Es ist eine unglaubliche Geschichte. Und kein einziger ist dabei umgekommen.

 

Dann, am spät Nachmittag, kam vom Captain die Durchsage: "Humpack Whals on eleven o clock¨! Also alle raus, wer nicht schon draussen war. Wir müssen nicht lange warten, als drei Buckelwale auf die Ocean Adventurer zu schwimmen. Was für ein Highlight. Über eine halbe Stunden drehen drei Buckelwale ihre Runden in der Nähe des Schiffes. Kommen die Wale zu nahe ans Schifft, lässt der Captain die Motoren stoppen und geniesst mit den Gästen zusammen das Schauspiel der Wale. 

Bruno wird es nach einer Stunde zu kalt, er geht in die Kabine. Er ist keine fünf Minuten unten, springt der erste Wal, kurze Zeit später, ein zweites Mal. Immer wieder bekommen wir die Fluken zu sehen, herrlich. Natürlich war niemand auf einen Sprung vorbereitet um Fotos zu machen...ausser Bruno in der Kabine. Hat doch das Schlitzohr zwei Fotos durch das schmutzige Fenster gemacht!!!

 

22. November 2023

Das Schiff hat von der Nord- zur Südseite gewechselt. Erster Halt, Fortuna Bay. Eine etwas 4000 grosse Kolonie Königspinguine, einige Hundert Seeelefanten und Ohrenrobben sind hier zuhause.

Wir sehen einige Pinguine mit Verletzungen, ob die überleben?

 

Die Ocean Adventurer fährt vorbei an den alten Walfangstationen Stromness und Leith. Die Liste der getöteten Wale habe ich nicht fotografiert, es ist einfach zu traurig, über 2'000'000 Wale, darunter 330'000 Blauwale (der grösste Wal) wurde fast ausgerottet. Dieses Jahr haben die Beobachter 55 Blauwale gezählt. Jetzt erholen sich die Wale langsam, dafür kommt jetzt der Mensch und fischt ihnen den Krill weg. Waren es im 2020; 104'00 Tonnen, waren es letztes Jahr 410'00 Tonnen, zur Fütterung der Fisch/Lachszuchten und zur Herstellung von Nahrungsergänzungsmittel  wie Omega 3. Es ist einfach nur zum Kotzen.

 

23. November 2023

Grytviken, eine Walfangstation die noch Bewohnt ist. Forscher jeglicher Art kommen immer wieder hierher. Menschen die helfen, die Ratten und Mäuse auszurotten. Die vielen zurückgelassenen Rentiere zu töten und dann den Kreuzfahrtschiffen zu verkaufen. Eingeschleppte Pflanzen, Gräser auszumerzen. Alles Freiwillige. Unser Reiseleiter Bertie lebte zwei Jahre  in Grytviken. Pat, ein weiteres Teammitglied kommt seit 20 Jahren hierher und hilft bei der Bekämpfung der Ratten. Die Insel ist seit einigen Jahren frei von Ratten . Jedes Schiff wir mit Hunden abgesucht, um eine Wiedereinschleppung der Viecher zu verhindern.

Natürlich stossen wir auf Sir Ernest Shackleton an: "To the Boss!"

 

Gleich neben dem Friedhof eine kleine Gruppe Königspinguine, mitten in der Mauser.

 

Weiter geht es zur Hercules Bay, wo die Macaronipinguine zuhause sind. Diese nisten in den Felsen, wir bleiben also im Zodiac. 

 

Dann entdecken wir einen schlafenden Seeleopard. Natürlich stören  wir ihn. Zuerst schaut er nur, dann gleitet er ins Wasser und kommt direkt auf die Zodiac zu, ist keinen Meter entfernt.

 

24. November 2023

Schon um halb sechs werden wir geweckt. Das Schiff ist im Drygslski Fyord. Am Ende der Drygalski Gletscher.

 

 

Der Captain wendet das Schiff und nimmt Fahrt auf Richtung Antarktis, mit Zwischenhalt auf den South Orkney Islands.

Heimat von ca. 4000 Adélie Pinguine, einigen Weddellrobben und Schneesturmvögel.

 

Die Raubvögel klauen den Pinguine entweder ihre Eier, oder später, wenn die Kücken da sind, ihre Kleinen!!!

 

 

26. November 2023

Bis in die Antarktis dahin sind es aber immer noch ca. 280 km, und, wir müssen durch die Weddell Sea. Letztes Mal, im 2009, fuhren wir durch sehr viel Packeis. Mussten sogar zurückfahren, da kein vorwärtskommen mehr möglich war. Wir sind gespannt.

 

 

27. November 2023

Um zwei Uhr nachts, werden die Motoren gedrosselt, Stille legt sich über das Schiff. Ich stehe auf und schaue durchs Fenster. Eis, nichts als Eis.  Willkommen in der Antarktis.

Wir ziehen uns warm an und gehen an Deck. Es ist immer noch, oder schon wieder hell. Weit und breit nichts als Packeis. Gut kennen wir das. Nach einer Stunde liege ich wieder im Bett. Zwei Stunden später habe ich das Gefühl, das Schiff nimmt wieder Fahrt auf. Wir schalten den Fernseher ein, eine Kamera liefert live Bilder, und stellen fest, wir stecken fest. Die Seitendüsen des Schiffes machen den Lärm. Hoppla!

Wir gehen an Deck, diesmal sind einige Passagiere oben, beobachten wie der Captain das Schiff versucht durch die Eismassen zu manövrieren. Weitere zwei Stunden später sieht man am Horizont Wasser, kein Eis mehr, wir haben es bald geschafft.  Wir sitzen beim Frühstück, als das Schiff wieder volle Fahrt aufnimmt.  Noch liegen einige Seemeilen vor uns, also gibt es wieder einen Tag zum Faulenzen.

So sah es auf dem GPS aus, als das Schiff die Eisschollen wegschieben musste.

 

 

Nachmittags gegen sechzehn Uhr nähern wir uns dem weltgrößten Eisberg der Welt, Nummer A23a!  Abgebrochen im 1986 vom Filchner-Shelfeis. Im 1986 triftete die 4'000 km2 große Fläche nur einige km weiter und blieb dann hängen. Jetzt, vor vier Monaten, löste sich das Eisfeld und beginnt sich nun langsam nordwärts zu bewegen. wir sind das erste Passagierschiff, welches den Eisberg zu sehen bekommt. Um 16 Uhr fünfundzwanzig ist es so weit, wir stehen vor dem A23a. So weit das Auge reicht, nur eine Felswand. Unglaublich!  Natürlich gibt es ein Gruppenfoto und Tausende Selfies werden gemacht!

 

 

Ein Eisfeld von 71 x 64 km und 400 Meter dick bewegt sich langsam Richtung Südgeorgien.

Focus.de Berichtete!

 

Gefahr für Robben, Pinguine und den Schiffsverkehr

Die Bewegungen von A23a könnten erhebliche Auswirkungen haben, insbesondere auf die Tierwelt der Südgeorgischen Inseln im Südatlantik, wo der Eisberg erneut auf Grund laufen könnte. Millionen von Robben, Pinguinen und Seevögeln, die auf der Insel brüten und in den umliegenden Gewässern nach Nahrung suchen, würden dann in ihrer Nahrungssuche beeinträchtigt werden. A23a könnte jedoch auch in mehrere Teile zerbrechen oder weiter in Richtung Südafrika driften und dort den Schiffsverkehr stören.

 

28. November 2023

Wir sind in der Antarktis!

Erste Landung auf Penguin Island. Wieder ist es schlechtes Wetter, es regnet noch nicht, aber die Wolken kommen  immer näher. Wir steigen zum noch aktiven Vulkan Deacon Peak. Dieser ist vor 300 Jahren zum letzten Mal ausgebrochen.

 

Es beginnt zu regnen, wir beschliessen zurück zum Schiff zu gehen. Für die Zodiacfahrer und ihre Gäste wird die Fahrt zum Schiff  zu einer nassen, sehr nassen Angelegenheit. Der Oberkörper blieb, dank der Jacke, trocken, auch die Füsse waren gut geschützt, aber dazwischen waren wir bis auf die Haut nass!

Das Aussteigen aus dem Zodiac auf die Plattform wurde für die meisten Passagiere zu einer größeren Herausforderung. Einer der Gäste ist 91 Jahre alt, diesen hat es gleich zweimal aufs Hinterteil geknallt. Gut waren die helfenden Hände zur Stelle. 

 

Nach dem Mittagessen ist eine eineinhalb Stündige Zodiacfahrt geplant. Das Wetter mies.

Wir sind eine halbe Stunde unterwegs als der Funkspruch: Humpack Whale durchkommt. Derek, unsere Zodiacführer tut als wäre nichts. Ich spreche ihn an, er fährt weiter durchs Eis. Das einzige was wir sehen ist eine Weddellrobbe und eine kleine Gentoo Kolonie und....Eis viel Eis.

 

Nach 70 Minuten kehrt er endlich um, wir sind alle durchfroren und nass, und fährt Richtung Schiff, fährt aber daran vorbei, wir staunen: will er etwa jetzt noch zu den Buckelwalen? Eine Amerikanerin fragt ihn dann, was er mache, wohin er wollen, ihr sei kalt. "Oh, dann gehen wir zurück ins Schiff", seine Antwort. Am Abend bekommen wir dann die Fotos und Videos zu sehen die die anderen gemacht haben. 

 

Während des Abendessen klart der Himmel auf, bei strahlendem Wetter verlassen wir die Bucht und fahren Richtung Antarktische Halbinsel. 

 

29. November 2023

Im Palmer Archipel liegt die kleine Insel Mikkelsen. Entdeckt 1901 von der  Schwedischen Antarktis Expedition

"Peder Michelsen." Wir treffen auf Weddellrobben, Gentoopinguine und Schneesturmvögel.

 

30.11.23

Aufregung bei vielen  Gästen, sie betreten den sechsten Kontinent. (Für die Amis den siebten, diese zählen Nord- und Südamerika als getrennte Kontinente!) Anschliessend gibt es eine einstündige Zodiactour. Eine Kolonie Gentoopinguine ein paar Weddellroben und einer Krabbenrobe, sonst nur Eis und Eisberge .

 

 

 

Dann folgte der wohl aufregendste Teil für 43 Passagiere; der Polar Plunge! Vor dem Abendessen darf jeder der will, einen Sprung ins eiskalte Wasser machen. Ich natürlich mit von der Partie! Bei minus 1,5 °C.


 

01. Dezember 2023

Tja, und das war's dann auch schon wieder, das Schiff nimmt Kurs auf Richtung Drake Passage, welche es glücklicherweise sehr gut mit uns meint, wir schaffen die Heimfahrt ohne Chemie und das will schon was heissen. 

 

02. Dezember 2023

Am letzten Abend gibt es jeweils eine Video-Zusammenfassung aller Bilder, diese bekommen wir dann zugestellt, aber es dauert!!

Bei den Schiffen welche Südgeorgien besuchen, gibt es auch eine Versteigerung. Diverse  kleiner Dinge wie die  Antarktische Fahne -diese ging weg für 2100 $, eine gezeichnete Karte der Antarktis, 2000 $, ein Badetuch mit der Antarktis als Motiv 450 $, eine Flasche mit Eiswasser aus der Antarktis 380 $, ein Foto mit Stickers 240 $, ein Bild gemahlen von einem Teammitglied 210 $ und meine zwei Gläser mit zwei kleinen Flaschen Gin, gebrannt in Stanley/Falkland. Die Steigerung war in vollem Gange, 340 $ waren geboten, als ich Bruno frage ob wir die Gläser nicht als Espressogläser benutzen könnten?"Ja, klar", meinte er. Na dann "500" rufe ich! Wow, alle drehen sich um, schauen mich groß an, Pat, der Auktionator kann's nicht glauben, fragt zweimal nach!  Ja, ist okay, 500 $ sind geboten, zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten! Zuschlag an mich!

Das Geld geht direkt zu "Watch Penguins" eine Privatorganisation die sich zur Erhaltung bez. Wiederherstellung in den Urzustand Südgeorgiens einsetzt. Will heissen, alle eingeschleppten Pflanzen vernichten, alle Ratten und Mäuse töten, welches seit 3 Jahren der Fall ist, Rattengift,  Fallen und Hunde haben das möglich gemacht. Die Ratten haben die Eier der Pinguine gefressen! Und das entfernen der Rentiere, welche in den 1910 eingeführt wurden um den Menschen der Walfangstationen  frisches Fleisch zu liefern. Die Rentiere wurden, bei der Schließung der Stationen zurückgelassen, diese haben sich dann ungehindert vermehrt und ganze Täler abgegrast! 

 

03. Dezember 2023

Morgens um acht legt das Schiff am Pier in Ushuaia an, eine Stunde später sind wir im Bus, eine halbe Stunde später im Pepamobil.

 

Fazit: November ist zu früh. Es hat noch fast keine Wale, die Pinguine sind noch am brüten, das Wetter zu unsicher. 

 

 

 

 

Auf dem Schiff haben uns alle gefragt wohin, unsere Fahrt geht! Nun ganz einfach, es geht  nur in eine Richtung, nach Norden. Hier geht's zum Journal Dezember Argentinien.