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März/April 2019

 

Unser Straßenbau-Projekt stockt und wird wohl scheitern. Berti und ich waren im Bach und haben festgestellt, dass die Brücke eingebrochen ist. Diese müsste also abgerissen und erneuert werden. Aber, wer bezahlt das? Wir alle, oder der Verursacher? Eigentlich war abgemacht, dass wir uns alle beteiligen, jetzt ist es aber leider so, dass die Kolonisten hier immer versuchen, ihr eigenes Brot zu backen und sich von "Ausländern, und schon gar nicht von Schweizern" etwas sagen lassen. Verstehen wir auch! Aber...wieso lässt man Bruno drei Stunden baggern und kommt dann und sagt: "Hier muss die Straße verbreitert werden",  geschehen tut dann aber drei, vier Wochen gar nichts. Wir besprechen, dass wir einen Kanal ausbaggern und dann entscheiden, ob eine Röhre eingelegt werden muss. Die Entscheidung trafen wir zusammen mit dem Grundstücksbesitzer. Der Kanal ist seit über einem Monat ausgegraben. Gestern kam der Anruf: Wir würden seinen Teich trocken legen und seine Viecher hätten kein Wasser mehr. Moment, wie lange hat es nicht mehr geregnet? Zwei Tage? Nein, richtig geregnet hat es vor vier Monaten zum letzten Mal, nach so einer Zeit ist der Teich immer ausgetrocknet, da hat unser Kanal gar nichts mit zu tun, zumal keine Verbindung zu besagtem Teich besteht. ( Auch hier hat Bruno zwei Tage gebaggert) Was zu viel sei, sei zu viel und da müsse man (MANN) die Zähne zeigen. Gut haben wir Frauen Krallen!!!!

 

Gut zu sehen, die eingebrochenen Rohre, die von den schweren Lastwagen eingedrückt wurden. Jetzt ist auch klar, wieso die Strasse nach jedem Regen überflutet wird.

 

Plötzlich geht doch wieder was. Die Straße wird verbreitert und Rohre liegen auf dem Seitenstreifen.

 

Die Natur hier in Paraguay ist unglaublich. Gestern war der Busch noch ohne Blüten, heute Morgen diese Pracht.

 

Die Seidenakazie blüht gerade einen Tag lang, dann ist sie auch schon wieder verwelkt. Wirklich schade.

 

Wieder einmal sind Wanderameisen unterwegs.

 

So langsam aber sicher wächst das Gras um den Teich wieder.

 

Am Freitagnachmittag zieht wieder ein Unwetter über unsere Region. Wir machen alles dicht. Will heißen: Sicherungen raus-nehmen, Stühle, Tische sichern, Gemüsegarten abdecken, Wassertank füllen und abwarten und beobachten und hoffen, dass der Strom nicht  all zu lange weg ist. Mit über 70 km/h fegte der Wind über Haus, Garten und Pool. Das Schattennetz vom Pool löst sich und wird vom Winde verweht.

 

Noch bei heftigem Regen macht Bruno einen Rundgang und besichtigt die verschiedenen problematischen Stellen auf der Straße. Wie es sich herausstellt, sind die einzigen, die wirklich ein Problem mit dem Wasser haben, wir selber. Wir haben dies jedoch schon letztes Jahr mit verschiedenen Kanälen behoben, und jetzt fliesst das Wasser ohne Probleme ab.

Die von den Kolonisten gemachten Angaben über Wassermengen, die angeblich über die Straße fließen, sind alle falsch, aber eigentlich zu verstehen, haben wir doch bisher noch nie einen von ihnen bei heftigem Regen mit Stiefeln und Schirm bewaffnet im Matsch rumstiefeln sehen. Die gelieferten Rohre sind daher um ein Vielfaches zu groß, und ein kleiner Mattaburro hätte völlig gereicht.

 

 

Am Samstag beschließen Bruno und ich, dass wir uns aus dem Straßenbau-Projekt rausnehmen. Ich habe zum ersten Mal den "Morelli" und die "Schnauze" voll. Zur Aufmunterung gehen wir -zusammen mit Adelheid und Ralf- ins La Ola essenDie selbst gemachten Vegi-Ravioli von Holger schmecken toll und die Stimmung ist schon fast wieder gut.

 

Es regnet, más o menos, fast die ganze Woche. Nicht die heftigen Regenfälle wie im September/Oktober, aber regnet es den ganzen Tag, kommen auch da einige mm vom Himmel. Von Donnerstag auf Freitag blieb es trocken, also ab einkaufen. Zum ersten Mal seit wir hier sind, ist die Straße über Ringseis besser als die andere. Wow...hat sich doch gelohnt, super, haben wir gut gemacht. 

Independencia hat ja eine eigene Radiosendung, okay, nur jeweils am Morgen ganze fünf Minuten, aber immerhin. Der Speaker

meinte diese Woche: "Hoffentlich hält das Internet und der Strom!" Bis am Samstag war's der Fall, also alle happy!

Bruno und ich nutzen die Gelegenheit und verbessern mit DUO unser Spanisch. Bis vor drei Wochen haben wir dies gar nicht gekannt. Silvia und Thomas, auf Besuch aus Deutschland, haben uns die Seite gezeigt und wir finden sie echt gut. 

 

Wir lernen fleißig Spanisch

 

Wieder einmal habe ich Theater mit meinem MacBook Pro. Der Bildschirm von meinem Modell hat ein zu kurzes Verbindungs-kabel. Dieses scheuert am Gehäuse und der Screen geht kaputt. Apple weiß dies, bezahlen darf der Kunde. Super! Aus diesem Grund ist mein Rechner seit drei Wochen In Asunción und wartet auf einen neuen Bildschirm. Am Samstag erhalte ich Bescheid, dass der Rechner abgeholt werden kann. Sofort beschließen wir loszufahren, denn ab Sonntag wird es wieder in Strömen regnen. Wir Übernachten im Hasta la Pasta, wo wir von Claudia köstlich bekocht werden und uns Marion mit ihrem berühmten Frühstück verwöhnt. Sonntags sind wir gegen Mittag im Apple-Shop. Nicht mal eine Preisreduktion bekomme ich, das ist wirklich ärgerlich! Da es draußen schon wieder wie aus Eimern schüttet, fahren wir schnell aus der Stadt raus. Die Straßen sind fast alle überflutet. Nicht so schlimm wie vor zwei Tagen, denn da schipperten die Autos durch die Straßen von Asunción als wären es Boote.

 

Wir sind noch unterwegs, als wir von Berti Fotos und Videos von "unserer" Straße bekommen. Uff, mir fällt ein Stein vom Herzen. So wie das aussieht, kommen wir da mit unserem Wagen allemal hoch, jedoch sei die Straße bei der Brücke unpassierbar. Das sei aber kein Problem, da es einen schmalen Weg hintenrum gebe, welchen wir problemlos fahren könnten. Wir tun dies, und stehen eine Stunde später vor unserem kurzen Anstieg. 

 

Einige von euch fragen sich nun, wieso ich so ein Theater mache. Nun, wenn wir da nicht hochfahren können, heisst es entweder ins Hotel oder zu Fuss nach Hause laufen. Und keines würde uns wirklich Spass machen!

 

Auch unser Eingang steht unter Wasser.

 

Am Montagnachmittag spazieren wir zur Brücke. Und tatsächlich, soviel Wasser haben wir hier noch nie gehabt. Die Straße ist nicht mehr da. Wasser so weit das Auge reicht.

 

Plötzlich Motorengeräusche. Drei Motorradfahrer stehen am Rande des Wassers. Ich rufe ihnen zu und zeige, wie tief das Wasser ist. Kurze Besprechung, dann fährt der erste los.

 

Der zweite folgt sogleich...

 

Der dritte junge Mann wendet und fährt den Umweg. Jetzt kommt einer aus der Gegenrichtung, mit Gepäck. Wenn der bloß nicht hinfällt. Geht aber alles gut... 

 

... und auch wir machen uns auf den Heimweg. Wie lange es wohl noch dauert, bis die Brücke repariert wird?

 

Auf dem Rundgang über unser Gelände sehen wir, dass unser "Wasserfall" immer wie größer wird und im Bosque entdecke ich einen weiteren "Bach".

 

Nach dem vielen Regen spriessen die Pilze.

 

Und die Holzwürmer sind richtig FETT-GEFRESSEN!

 

Im Garten und ums Haus gibt es wieder viel zu tun.

 

Am Sonntag machen wir einen kurzen Ausflug zum Salto Suizo. Diesmal fahren wir aber zum unteren Teil des Wasserfalls.


 

Da bei uns momentan alles ruhig ist, Claudia und Uwe uns kurz  -für eine Woche- besuchen, fahren wir ins Hasta la Pasta und schicken Marion und René für ein paar Tage in eine kurze "Auszeit". Marion kümmert sich nun seit über zehn Monaten um René, den Camping und die Hausvermietungen, und ich finde, sie hat nun aber wirklich Urlaub verdient. Dass sie nur drei Tage wegfahren, finde ich schade, aber ich kann sie ja schlecht zwingen, zwei Wochen Ferien zu machen. 

 

So sind wir dann Ende März in Altos und sind gespannt, was uns der April bringt. Dass Bruno zum Ratten-Killer wird, hätten wir aber so wirklich nicht gedacht!

 

 

Der 1. April geht diesmal ohne "Scherz" über die Bühne. 

Am Donnerstag kommen Marion und René schon am Vormittag zurück. Den Wettervorhersagen zufolge gibt es heftige Regenfälle, also nichts wie ab. 

 

Es macht wirklich Freude, nach Hause zu kommen.

 

Hier ist ja jetzt wieder Gartenzeit. Erste Salate, Radieschen, Kartoffeln sind schon im Boden.

Immer wieder fallen vom Baum, welcher meinem Garten Schatten spendet,  große, dicke Äste herunter. Der eine sieht speziell bedrohlich aus. Als unser Nachbar, welcher wieder einmal auf Besuch hier ist, einen Baum sägen lässt, welcher genauso aussieht wie unserer, und dieser innen von den Ameisen zerfressen ist, beschließen wir, bei unserem diesen einen Ast abzusägen. Also, Spannset an den Ast, Spannset an das Auto, Leiter an den Baum, Bruno auf die Leiter und los geht's. 

 

Plötzlich kommt Wasser aus dem Ast, viel Wasser, wow. Kurz darauf ist der Ast so viel angesägt, dass man ihn mit dem Auto wegziehen kann, damit er nicht auf den schon schön gewachsenen Salat fällt.

 

Ups...ganz schön vermodert das Teil.

 

Bruno fängt an, den Ast in Stücke zu schneiden, als plötzlich ein dünner, wild schlagender Schwanz zum Vorschein kommt.

Mit der Schaufel versucht Bruno den Schwanz festzuhalten. Sofort ist mir klar, dass es das Tier ist, welches ich vor Monaten im Holz-Stapel gesehen habe. Der Schwanz ist jetzt ruhig und Bruno zieht ihn aus dem Stamm. Scheibe, nein, er hat das Vieh halbiert. So ein Pech, tut uns wirklich sehr, sehr leid. Obwohl eine Ratte, Beutelratte, war sie doch ein hübsches Kerlchen und bekommt ein Grab bei den Bananen.

 

Langsam kommen ersten Anzeichen, dass der Herbst Einzug hält. Kühlere Nächte und Nebelschwaden früh am Morgen.

 

Die Bäume verlieren die Blätter, werden gelb.

 

Und weil es gerade so gut passt, ein erstes Fondue!

 

Am Montag entschliessen wir uns, den ganzen Baum zu fällen. Gleiche Vorbereitungen, einfach ohne Leiter und mit dem Bagger.

 

Gut aufgepasst bei Hermann Schönbächler vor fünf Jahren in Canada.

 

Die Späne spritzen, die Arbeit ist hart, genau wie der Baum. 

 

Den Schluss-Schnitt macht Manuel, dann fällt der Baum.

 

Jetzt heisst es aufräumen. Zuerst entasten, das macht Manuel. Bruno fängt an, Stücke zu schneiden. Gott sei Dank, ausser einem großen Ameisennest sind keine weiteren Tiere im Baum. Gut ein Drittel des Stammes ist noch gut. Manuel strahlt: "Gibt super Bretter!" 

 

Und, nicht ein Salatblatt wurde beschädigt, sogar das Fensterblatt, die Pflanze, die unten am Stamm gewachsen ist, blieb heil!

 

 

 

 

Da jetzt kein Baum mehr da ist, der meinem Gemüse Schatten spendet, muss ein Schattennetz über den Garten. Imprägnierte Eukalyptus-Pfosten bekommen wir von Markus, das Netzt aus der "Landi", Manuel darf/muss graben!

 

Am Montag haben wir den Baum gefällt. Am Dienstag kommt ein Spezialist und fängt an, den Baum in Bretter zu zersägen.

 

Mittwoch gegen Mittag ist der Baum zersägt. Die Bretter sind geschnitten, gestapelt. Das viele Sägemehl verteilen wir in die Wege im Gemüsegarten und füllen den Rest in Säcke ab. Damit kann man bestimmt gut anfeuern im Winter.

 

Aber wer denkt schon an den Winter. Wir sind in der Osterwoche und immer noch viel zu hohe Temperaturen, der Regen fehlt! Dafür traumhafte Abende.

 

Wie jeden Abend drehen wir eine Runde über unsere Ländereien, durch den Wald. Der CU-Sendero macht uns leider Sorgen. Da die ganzen Wurzeln fehlen, erodiert der Boden und versandet. Um große Schäden zu verhindern, beschliessen wir, zum Leid von Uwe und Claudia, die Wege wieder zuwachsen zu lassen. 

 

Neues Projekt. Wir versuchen, eine Allee mit einheimischen Bäumen, welche Manuel aus dem Wald holt, bis nach hinten in den Wald anzulegen. (Hitzeschutz) Gar nicht so einfach, wenn man denn weiß, dass die Kühe raz-faz alles fressen, was Grünzeug ist.

 

Bertis Kaiman ist in seinem Teich. Wir machen einen Abendspaziergang und bringen Lunge mit. "Fütterung der Raubtiere"

 

Osterwochenende

Hier in Paraguay gehen ab Mittwoch Nachmittag die Vorbereitungen für die Feiertage los.  Am Gründonnerstag wird gegessen und getrunken. Freitag gefastet. Das "Festmahl" besteht aus einem Asado, Sopa Paraguaya, paraguayische Suppe, welche man als einzige Suppe der Welt nicht löffeln kann, weil es ein Maisauflauf ist, welcher im Ofen gebacken wird, dazu Kartoffelsalat. Manuel bringt uns eine Pfanne voll rüber, wir haben bestimmt für zwei Tage Essen.

 

Bruno lässt wieder einmal die Drohne steigen. Wir wohnen wirklich nicht schlecht.

 

Hier mit Blick zum Yvytyruzú Gebirge

 

Und natürlich der Vollmond

 

So, die Osterwoche haben wir ohne große Völlerei überstanden und viel Neues gibt  es nicht zu berichten. Ausser vielleicht, dass wir ein Beistellpferd für Loca, das Pferd von Manuel, suchen. Ein Pferd ist ein Herdentier und sollte nicht alleine gehalten werden. Natürlich ist das den Paraguayern egal. Sie kaufen ein Pferd, stellen es auf die Weide und überlassen es sich selber. Hat es genügend Gras, Glück für das Pferd, wenn nicht, Pech gehabt. Futter wird keines dazu gekauft, dazu reicht einfach das Geld nicht. Oft werden die Tiere ab zwei Jahren zugeritten und mit nur zehn oder zwölf Jahren geschlachtet. Loca -Verrückte- ist, seit wir hier sind, immer alleine, oder mit den Kühen zusammen. Sie wird weder gepflegt noch gibt sich jemand mit ihr ab. Also ergreife  ich wieder einmal die Initiative. Durch Zufall lerne ich Alina, eine junge Deutsche, kennen. Sie hat selber Pferde und kennt sich gut aus mit den Vierbeinern. Sie kommt nun einmal pro Woche und versucht mit Loca zu arbeiten. (Und mir die Angst vor dem Gaul zu nehmen, denn ich habe null Ahnung von Pferden und Loca ist sehr dominant) Schon in der ersten Stunde kann sie ihr das Halfter umlegen und Loca lernt eine Bürste kennen. In der zweiten Stunden kann Alina Loca bürsten und wir machen einen Spaziergang durch den Wald. Und jetzt muss definitiv ein zweites Pferd her. Isidro, unser Nachbar, hat drei auf der Weide. Ich frage ihn ob er mir eines verkauft. Er will, natürlich zu einem viel zu hohen Preis. Ich mache ihm den Vorschlag, dass er mir mal die "Kleine" auf unser Grundstück bringt und wir schauen ob sich die beiden vertragen. 

 

Sie sieht etwas lädiert aus. Ich beschliesse die Tierärztin kommen zu lassen und abzuwarten was diese meint.

 

Ach ja, gebaut wird auch wieder. Victór errichtet das Gästehaus von Hanna und Friedemann. Sie kommen Ende Jahr aus Deutschland, wenn alles klappt!