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pepamobil kolumbien 4x4 man abenteuer camping
Kolumbien 01.11. - 14.11.25

 

01. November 2025

Mit dem Wissen, dass es ab jetzt nur noch schwül und heiß wird, haben wir diese herrliche Location verlassen.

 

Unser Ziel Mompós liegt 258 Kilometer entfernt – das sollten wir eigentlich schaffen.

 

Die Straße ist mehrheitlich in ganz passablem Zustand. Alle Hauptstraßen und Autobahnen sind mautpflichtig. Da wir hinten nur eine Achse und Einzelbereifung haben, bezahlen wir Sencilla, also Kategorie I – Autoklasse. Das macht sich bei den doch zahlreichen Peajes erfreulich im Geldbeutel bemerkbar. 😀😀

 

Wir sind 14 Kilometer vor Mompós, als ich den Vorschlag mache, etwas vor der Ortschaft einen Übernachtungsplatz zu suchen. Denn alle, die dort waren, erzählen das Gleiche: eng, und es gibt nur einen Platz, an dem Parkieren nicht verboten ist.

Kaum gesagt, fahren wir bei einer Schule vorbei – ideal! Ein großer Platz, ruhig und weg von der Straße.

 

Mompós ist Weltkulturerbe. Uns nimmt wunder, wie die UNESCO auf dieses kleine Nest im Nirgendwo aufmerksam geworden ist – und warum es zum Kulturerbe erklärt wurde. Morgen werden wir das erfahren.

 

PS: Aus dem vermeintlich ruhigen Platz wurde nichts. Unser Nachbar beschallte bis vier Uhr morgens mit seiner Musik 🔊🔊🔊🎤📻die ganze Umgebung.

 

Die 29 Grad und 85 % Luftfeuchtigkeit taten ihr Übriges, um die Schlafqualität auf ein sehr niedriges Niveau sinken zu lassen.

 

02. November 2025

Santa Cruz de Mompos bewahrt in einzigartiger Weise die Harmonie und Struktur einer spanischen Kolonialstadt aus dem

16. Jahrhundert und zeugt vom Austausch zwischen spanischer und karibischer Kultur.

(UNESCO-Weltkulturerbe-Kriterium IV)

 

Mompós liegt auf einer Insel im Magdalena-Fluss und war über Jahrhunderte schwer zugänglich – was ironischerweise zu seinem Vorteil wurde:  Die Stadt blieb nahezu unverändert, mit originalen Gebäuden, Kopfsteinpflasterstraßen, Kirchen und Häusern aus dem 16.–18. Jahrhundert.

 

Das wären also die Vorgaben – so weit, so gut.

 

Wir stehen früh auf, hüpfen unter die Dusche – im eigenen Saft zu schlafen ist echt nicht mein Ding 😅. Frühstück essen, und schon sind wir abfahrbereit. Vom ÜP (Übernachtungsplatz) bis Mompós sind es schlappe 14 Kilometer.

 

Um acht stellen wir unsere Hütte auf einen freien Platz gleich neben dem D1 🏪 (Supermercado) und stiefeln los.

Erster Besuch: der Friedhof. Wir kommen von der falschen Seite, sehen nur vermoderte Steine und überwucherte Gräber … hmmm … Erst als wir vor dem Haupteingang stehen, sieht es etwas besser aus. Wir sind übrigens schon schweißgebadet – 30 °C und 85 % Luftfeuchtigkeit 🥵.

Da heute Allerseelen ist, herrscht reger Betrieb. Es wird geputzt, gestrichen, aufgeräumt. Doch so viel Werkeln kann den vielen Schimmel, der durch die hohe Feuchtigkeit 

 

Weiter geht’s zur Calle del Medio, DER Straße von Mompós. Vier cuadras nach links, dann hinunter zum Fluss, acht cuadras zurück.

Sieben Kirchen gibt es hier – und zwei Fahnen: Schweizerfahnen! 🇨🇭 „Nein“, werde ich belehrt, „wir hatten die Fahne vor der Schweiz.“ 😳 Wie bitte?!

Ich sage nichts und lasse ihn in dem Glauben. KI gibt mir später die Erklärung.

Auch hier in den Gassen ist gut zu sehen, dass der Zahn der Zeit und die hohe Feuchtigkeit überall ihre Spuren hinterlassen. 🌿🏚️

 

Wir können uns für diese Ortschaft nicht begeistern, uns fehlt der ursprüngliche Flair, den man von einer Stadt mit so reicher Geschichte und kolonialem Charme erwarten würde.

🇨🇭 Schweizer Flagge in Mompós?

Nein – auch wenn’s so aussieht! 😄 Das weiße Kreuz auf rotem Grund stammt aus der Kolonialzeit und war das Kreuz des Heiligen Johannes, ein religiöses Schutzsymbol. Die Ähnlichkeit mit der Schweizerfahne ist purer Zufall – aber ein hübscher! 😉

 

Das wirklich schöne hier waren die Leguane…😉

 

Zurück im PeMo geht es zuerst unter die Dusche, erst dann, setzten wir uns in die Führerkabine und rollen los.  Sind zubeginn die vielen kleinen Ortschaften noch zugedeckt mit Lomos, geht es dann plötzlich flott voran, bis kurz vor Mangangué. Hier stehen plötzlich junge Männer, mit Adrenalin vollgepumpt mitten auf der Straße und wollen? Ja was? Sie wollen die Autos und Lkws zum Anhalten zwingen, rufen, schreien, rudern mit Pet-Flaschen durch die Luft. Bruno vermutet: Auswirkungen von Halloween!? Es werden immer mehr. Einer schlägt dann voller Kraft gegen die Führerkabine: "Fahr, los fahr, nid ahaute" schreit mir mein lieber Mann in die Ohren. 

In der Ortschaft selber ist dann noch die Hauptstrasse gesperrt. Der Umweg durch die engen, verstopften Straßen wieder abenteuerlich. Fotos hat mein lieber Mann wieder mal keine gemacht!!!

Wir fahren bis kurz vor Cartagena, wo wir auf dem Campingplatz El Manantial übernachten.

 

Hier bekommen wir die Nachricht von Ana, dass unser Schiff pünktlich sei und wir am Freitag, den 07. November, in den Hafen fahren können. Wie jetzt? Was ist mit „10 Tage später“? Das sei ein Irrtum gewesen! Okaaaay …!

 

03. November 2025

Nach einer Nacht auf dem völlig überteuerten Camping El Manantial - 100.000 Pesos für 16 Stunden- (21 CHF), ohne Strom und Wasser, fahren wir nach Cartagena rein. Unsere Drohne muss nämlich zum „Drohnen-Doktor“. Dieser entpuppt sich allerdings als Hochstapler. Er meint, er müsse die Drohne öffnen – ja, gerne, genau deswegen sind wir ja gekommen!

 

So lassen wir die Drohne bei ihm und fahren auf den Parkplatz an der Laguna El Laguito, wo man den Traveler erlaubt  zu übernachten. Da heute ein Feiertag ist, kommen wir gut voran und sind nach einer halben Stunden vor Ort. 

 

Wir wundern uns über das viele Wasser, das hier in den Strassen steht!

 

Überraschung, es steht schon eine argentinische Familie in ihrem Bus auf dem Platz. Alle vier grübeln wir, wo sich unsere Wege zum ersten Mal gekreuzt haben. Wir finden keine Antwort. 

Von ihnen erfahren wir auch, warum überall Wasser steht. Gestern hat’s nämlich geschüttet, als wollte der Himmel seine Restbestände loswerden. 😄

 

Nach sechs Stunden wollen wir wissen, wie der Stand der Dinge ist. Seine Antwort: „Wie gesagt, ich müsste die Drohne öffnen, aber das kann ich nicht.“ Na super!

Ein Uber bringt uns das Gerät schließlich zurück. Bruno wird sich nun passendes Werkzeug besorgen und selbst Hand anlegen. 😁😁

 

Die Nacht bricht herein und mit ihr das leuchten der Skyline von Cartagena.

 

04. November 2025

Die ganze Nacht über gab es heftige Gewitter mit starkem Regen.
Das Centro Histórico ist natürlich ein Muss. Ein Taxi bringt uns zum Torre del Reloj. Bis wir die etwa drei Kilometer jedoch zurückgelegt haben, dauert es ziemlich lange. Viele Straßen stehen unter Wasser, und in der halben Stadt gibt es keinen Strom. 

 

Beim Torre del Reloj hüpfen wir aus dem Wagen und tauchen ein in eine längst vergangene Zeit, die sich mit der heutigen, lebendigen und vom Massentourismus geprägten Welt arrangiert hat.

 

Auch hier stehen viele Straßen unter Wasser. Wir flüchten auf die 1614 erbaute Stadtmauer. Bei den Kanonen stellen wir fest: alles fake – nichts mehr original. Stein, Fiberglas und etwas Eisen – so stehen sie da, die „Kanonen“ auf der Mauer.

 

Zwei Stunden schlendern wir durch die noch fast leere Altstadt.

 

Vorbei am Teatro Heredia

 

Durch enge Gassen mit schönen alten Fassaden. Viele davon wurden zu Hotels, B&Bs oder Hospedajes umgebaut.

 

An der Plaza de San Pedro Claver treffen historische Kirche, gleichen Namens, charmante Cafés und Kunsthandwerksläden auf die beeindruckende Statue des „Sklaven der Sklaven“ – San Pedro Claver.

 

Jede Türe….

 

…jeder Türklopfer ein Unikat.

 

Und Botero darf natürlich auch nicht fehlen.

  

...dann geht es zurück zum PeMo, wo uns eine gute und eine Horror-Botschaft erwarten.

 

Die Gute: Wir müssen uns bei Ana melden, da am Wochenende Feiertage sind und wir vorher die Papiere für die Verschiffung – die wie geplant am 12.11. stattfindet – erledigen sollten. Super!

 

Die Schlechte: Ich habe mein Handy im Taxi vergessen. 😱😱😱

 

Sofort lasse ich es sperren, gehe zu „Find My Smartphone“… Es dreht und dreht – und zeigt dann den Standort an: direkt vor unserer Tür! Der Taxifahrer hat es mir zurückgebracht. Nicht ohne mich zu belehren – und natürlich hat er recht. Bruno gibt ihm 200 Dollar, und so sind wohl alle happy.

 

05. November 2025 

Wieder waren wir früh wach. Die SSH-Nächte lassen  einen "tüüfe gsunde Schlof" nicht zu. 

So sind wir denn um halb neun unterwegs zu Ana, 8.5 km mitten durch die Stadt. Was für einen Alptraum! (für mich) Irgendwann bekomme ich noch einen Herzinfarkt, denn Bruno hat sich den kolumbianischen Fahrstil voll einverleibt.

 

Bruno geht zu Ana ins Büro und wird dort von einer Frau auf Berndeutsch angesprochen: „Bisch nid du der Bruno vom Pepamobiu?“ Patricia und Paulo kommen aus …? Ja, tatsächlich aus Biel – unserer Stadt.
Sie sind gerade dabei, den Zoll für die Einfuhr ihres Wohnmobils zu erledigen, das aus Veracruz angekommen ist. Was für ein Zufall!

Bruno regelt, was zu regeln ist. Die Papiere unterschrieben, die Anzahlung in die Wege leiten, und kommt mit der Info zurück:  Wir müssen das PeMo erst am Montag früh in den Hafen fahren. Abfahrt, neu, am 13.11.2025.  Mist! Ich habe unseren argentinischen Nachbarn alles essbare was wir noch hatten abgegeben. Na ja…so bleiben uns also vier weitere Tage.

 

Wir fahren durch die Stadt raus zur Halbinsel Barú. Kurze Zeit später treffen wir Patricia wieder bei der Tankstelle, unserem Meetingpoint mit dem Zollagenten. Sie wartet auf Paulo, der gerade das Zollprozedere erledigt.

Eine Stunde später fährt Paulo bereits auf den Parkplatz – ihr Wohnmobil ist heil aus Veracruz angekommen. Wir erzählen ihnen, dass wir auf die Insel hinausfahren wollen. Spontan beschließen sie, ebenfalls mitzukommen.

 

Für die beiden beginnt das große Einräumen – der Zoll in Veracruz hat ein unbeschreibliches Chaos hinterlassen.
Für uns beginnt das große Putzen, Einräumen, Umräumen und vor allem: gut (sehr gut) Verstauen. Der Schweiß läuft in Bächen.

Da praktisch alle Lebensmittel knapp oder nicht mehr bzw. noch nicht vorhanden sind, lassen wir uns von der Küche des Campingplatzes einen leckeren Teller Fisch mit Reis, Kochbananen und Salat bringen. Die Gesprächsthemen gehen uns nicht aus.

 

07. November 2025

Für uns war gestern ein richtiger Putz-Tag. Alles musste dran glauben: außen, innen, jedes Fach, jede Kiste. Wir räumen aus, sortieren, räumen wieder ein. Was bleibt hier? Was kommt mit? Dieses ständige Abwägen begleitet uns inzwischen wie ein leiser Hintergrundrhythmus unserer Reise.

Die Sonne brennt mit ihren 30 Grad, aber zum Glück zieht eine angenehme Brise durch den Platz. Sie trocknet den Schweiß nicht, aber sie macht ihn erträglich.

 

Zum Abendessen gibt es die restlichen Spaghetti, dazu ein kaltes Bier. Wir sitzen noch einen Moment draußen, geniessen die laue Nacht und die gute Gesellschaft.

Gegen 22 Uhr kriechen wir in unsere -bäää-  feuchten Betten. 

Unser Pepamobil wird herausgeputzt. Alles, was geklaut werden könnte, muss raus.

 

Da unser Kühlschrank mehr als leer ist, gehen wir noch einmal Essen und geniessen die Gesellschaft der zwei Bieler.

Die Reiterkrabbe verspeiste in aller Seelenruhe ein Insekt. 

 

08. November 2025

Die beiden verabschieden sich – für sie beginnt das Abenteuer Südamerika. Spätestens in Biel werden wir sie wiedersehen.

 

Für uns geht es noch zehn Kilometer weiter auf die Insel. Wir haben im Hotel Barú bis Montag ein klimatisiertes Zimmer reserviert. Es bleiben noch sechs Kilometer: kein Asphalt mehr, eine Schlammpiste voraus. Ehrlich jetzt! Bruno fährt gaaaanz langsam durch.

Beim Hotel parkieren wir und steigen aus: Mist, alles verspritzt, die ganze Vorderachse ist weiß. Also Wasser organisieren und wieder putzen. Lassen wir es eintrocknen es zu fest, die Putzerei am Montag viel mühsamer.

 

Dann gehen wir einchecken und tun gar nichts mehr, außer faulenzen, essen, schlafen und Besuch empfangen.

 

10. November 2025

Es ist so weit: Das Pepamobil muss in den Hafen. Vor dem angekündigten Regen stehen wir zwei Stunden zu früh an der Tankstelle. Letzte Reinigung der Reifen, Kontrollgang im Inneren – unsere Hütte ist startbereit für die Überfahrt.

 

Der Zöllner ist pünktlich. Zusammen mit einem weiteren Schweizer fahren sie in den Hafen. Für mich heißt es: „¡Hasta luego, Pepamobil, nos vemos en Veracruz!“  Die Kolonne fährt ab, denn es darf nur der Fahrzeughalter in das Hafengelände. 

 

Nach 1½ Stunden sind sie zurück, und wir werden ins Büro chauffiert, wo die restlichen Unterlagen unterschrieben und der Restbetrag überwiesen wird. Insgesamt kostet die Überfahrt, ohne Agent in Mexiko, 4.700 $ = 3.760 CHF. Passt.

 

Ana hat eine Weltkarte aufgehängt, auf der alle, die mit ihr verschiffen, einen Pin in ihr Land stecken. Die 🇨🇭 + 🇩🇪 brauchen natürlich einen speziellen Platz!😉

 

Per Taxi werden wir ins Hotel gebracht, wo wir warten, bis am Mittwoch die Drogenkontrolle stattfinden wird und am Donnerstag der Frachter in See sticht. Erst dann geht es für uns nach Mexiko. Für vier Nächte sind wir hier einquartiert, langweilig wird es uns vermutlich nicht.

 

🇨🇴 11. November – Unabhängigkeit Cartagenas

 

Wichtiger Tag in Cartagena, es wird also; feucht, fröhlich und  laut zu und her gehen. Der 11. November erinnert an den Unabhängigkeitstag von Cartagena, der 1811 stattfand – acht Jahre vor der nationalen Unabhängigkeit Kolumbiens. An diesem Tag erklärte Cartagena als erste Stadt des heutigen Kolumbien ihre Unabhängigkeit von Spanien.

 

Wir sagen immer: In Südamerika gibt es drei Städte, die man als Reisender gesehen haben sollte – Buenos AiresLa Paz und das Centro Histórico von Cartagena. Bei Cartagena sind wir uns nicht mehr so sicher. So viel hat sich hier verändert.
Vom ursprünglichen, stillen Cartagena, das wir von Früher kennen, ist heute kaum noch etwas zu spüren – außer man ist früh wach und streift durch die noch stillen Gassen.

 

Heute steht Getsemaní auf dem Programm,  ein lebendiges Viertel gleich neben der Altstadt von Cartagena. Früher war es das Wohnviertel der Arbeiter und Freiheitskämpfer, heute ist es bekannt für seine farbenfrohen Häuser, Streetart, Musik und authentische Atmosphäre. In den engen Gassen rund um die Plaza de la Trinidad trifft koloniale Geschichte auf modernes, künstlerisches Leben.

 

In vielen Gassen hängen wieder Regenschirme, ich frage einen Señor wieso?

Die paraguas coloridos“ sind ursprünglich ein kreativer Ausdruck der Anwohner. Sie dienen in der tropischen Hitze als Sonnenschutz, wurden aber bald zu Symbolen der Lebensfreude und Vielfalt.

 

Über den Gassen von Getsemaní flattern Fahnen aus aller Welt – ein kunterbuntes Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz. Nur eines irritiert mich grad ein bisschen: Ausgerechnet die Schweizer Fahne weht fröhlich direkt neben der der USA. Na bravo – Neutralität adé! 😉😉🥴🇨🇭🇺🇸

 

Achtung: original Lautstärke!

 

Unser Essen nehmen wir heute im El Beso (der Kuss) ein. 

 

Inzwischen ist es dunkel geworden. Aus Häusern, Hotels und Airbnbs strömen die Menschen in Scharen auf die Straßen – es wird gefeiert, so laut es nur geht. Auffällig ist, wie stark die Polizei vertreten ist.

 

Die zwei Videos geben einfach einen Eindruck davon, wie es hier wirklich zu und her geht.

📹 Cartagena by nigth

 

12. November 2025

Wichtiger Tag: Drogenkontrolle vom Pepamobil. Um sieben wird Bruno abgeholt. Bruno wird berichten! 

 

Für mich steht das Castillo de San Felipe de Barajas – Das Wahrzeichen Cartagenas auf dem Programm. Kurz nach dem Frühstück marschiere ich los. Es sind keine 500 m, um diese Uhrzeit sind noch wenig Touristen hier. Ich bekomme keinen Rentnerrabatt, Schande auch!

Das Castillo de San Felipe ist eine imposante Festung auf dem San-Lázaro-Hügel. Es wurde im 17. Jahrhundert von den Spaniern erbaut, um die Stadt vor Angriffen zu schützen, und gilt als eines der bedeutendsten Militärbauwerke Südamerikas. Mit seinen Tunneln, Bastionen und spektakulärem Blick über Cartagena ist es heute ein UNESCO-Weltkulturerbe und eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten des Landes.

 

Die Sonne knallt schon ordentlich vom Himmel, da bin ich froh über jeden Tunnel – ein echtes Labyrinth unter der gewaltigen Festung!

pepamobil Kolumbien Castillo de San Felipe de Barajas
Castillo de San Felipe de Barajas

 

Das Castillo de San Felipe in Puerto de la Cruz wurde ursprünglich zwischen 1599 und 1604 erbaut und in seiner heutigen Form zwischen 1641 und 1655 erweitert. Die Bauzeit betrug also insgesamt etwa fünf Jahre für den Erstbau und rund vierzehn Jahre für die spätere Erweiterung.

Und immer wieder geht’s eine Ebene höher,  die Aussicht wird mit jedem Schritt ein bisschen beeindruckender.

 

Schmale Treppen führen bis ganz nach oben, bis ich schließlich auf der höchsten Ebene stehe. Überall kleine Wachtürme, die einst über Stadt und Meer wachten. 

In ihnen bleibe ich jedes Mal ein paar Minuten stehen, denn durch die schmalen Schießscharten pfeift ein erlösender Wind. 

Aussicht auf die Altstadt.

 

Unter der Erde erstreckt sich ein regelrechtes Labyrinth, in dem sich die Wege wie ein Irrgarten winden. Die Mauern sind meterhoch und breit.

Wieder zurück im Hotel, bin ich völlig durchgeschwitzt… nass bis auf die Unterwäsche.

 

Erstes Bild von Bruno, das PeMo ist ausgeräumt und wartet auf die Drogenkontrolle.

 

Dreißig Minuten später: Hund und Männer im vollen Einsatz. Bruno durfte selbst keine Fotos machen, die Bilder bekamen wir vom Agenten. Vier Typen waren im Truck, natürlich hat keiner aufgepasst. Hund und Mann turnten auf den Betten herum.

Um zehn Uhr dann das Bild, listo alles erledigt!

 

Zur Belohnung gönnen wir uns was spezielles.

Restaurant Celele

... bietet moderne karibische Küche mit lokalen Zutaten und nachhaltigem Konzept. Unter der Leitung von Chef Jaime David Rodríguez Camacho kombiniert das Restaurant Kreativität mit Tradition und wurde 2025 in die Liste der World’s 50 Best Restaurants aufgenommen.

 

Die Taille bleibt verschont, das Portemonnaie eher nicht, die Preise ordentlich gewürzt. 😉

Mittags war das gerade mal ein Appetithäppchen.. abends wird dann richtig herzhaft nachgelegt.

 

13. November 2025

Die Brasilia Highway liegt leider immer noch vor Anker. Im Hafen scheint viel los zusein. Hoffentlich kommt unsere Hütte rechtzeitig auf den Frachter, denn unser Flug geht morgen um 09:40. 

 

Das Frühstück hier im Hotel, nicht wirklich unser Ding!

 

Wieder machen wir uns früh auf die Socken. Erster Halt: Los Zapatos Viejos

 

... ist eine Bronze-Skulptur in Form eines überdimensionalen alten Schuhpaars, inspiriert vom Gedicht "A mi ciudad nativa" von Luis Carlos López. Sie symbolisiert Heimatliebe und die Geschichte Cartagenas. Ursprünglich 1957 von Óscar Tito Lombana geschaffen, wurde die aktuelle Version von seinem Bruder Héctor Lombana ausgeführt. Die Skulptur ist etwa 1,93 Meter hoch und 9,7 Meter lang und breit.

 

Im Hintergrund das Castillo San Felipe de Bajaras

 

Eigentlich wollten wir nur ein Stück dem Meer entlang spazieren, denn langsam haben wir Cartagena gesehen – und gehört. Wo wir auch vorbeikommen, heißt es: ‚¡Hola, bienvenidos!‘ oder ‚¡A la orden!‘ (zu Ihren Diensten). Das Zentrum besteht fast nur noch aus Hotels, Airbnbs, Restaurants, Essbuden, Läden jeder Art, fliegenden Händlern, Wechselstuben und Reisebüros . Entspannt durch die Gassen zu flanieren, ist hier schlicht unmöglich, ausser man tut es morgens um acht Uhr.

 

Um diese Zeit natürlich noch alles geschlossen.😉

 

Schließlich erreichen wir die Uferpromenade – nur um festzustellen, dass sie in eine Sambadrom verwandelt wurde. Kein Zugang zum Meer!

 

Also geht’s zurück ins Hotel. Ab und zu noch ein Foto – das war’s für heute.

Das ideale Passfoto – dieser Gesichtsausdruck sagt: "Ich reise, aber bitte ohne Begeisterung."🥴

 

14. November 2025

Die Brasília Highway liegt am Pier, wird entladen und anschließend wieder beladen. Für uns heißt es nun: Zeit, unsere Sachen zu packen …

Gegen halb acht erreichen wir den Flughafen. Eine Stunde später geht es zum Boarding. Auch hier wird unser Gepäck noch einmal von einem Drogenhund kontrolliert. Punktgenau hebt das Flugzeug ab, und nur 45 Minuten später landen wir bereits in Panama.

 

Fürs Umsteigen haben wir genau 40 Minuten Zeit – es klappt alles. Das Gate ist in 15 Minuten erreicht, die Passagiere sind bereits beim Boarding. Wir können uns gleich hinten anstellen, und schon sitzen wir in der B737, die uns in einem doch recht turbulenten Flug nach Mexico City bringt.

Wir hatten keinen Fensterplatz, alles war ausgebucht, da wir erst einen Tag vorher gebucht hatten. Deshalb war es mir nicht möglich, all die schönen Vulkane zu fotografieren. Nur ab und zu, wenn einer wirklich schön war, habe ich vor der Nase meiner Nachbarin ein Foto gemacht.

Kurz vor Mexico City die Vulkanen Popocatépetl und Iztaccíhuatl habe ich mir erlaubt ein Foto zu machen.

Der Smog über der Stadt zum Abschneiden!

 

Fazit von Südamerika

Die letzten fünfundzwanzig Jahre waren eine Reise, die unser Leben geprägt hat – und die vergangenen zehn Jahre davon haben wir auf dem südamerikanischen Kontinent verbracht. Eine Dekade voller Momente, die sich tief in unsere Herzen eingebrannt haben. 99 Prozent davon waren schlicht magisch. ✨ 

 

 

Südamerika hat uns gelehrt, langsamer (hahaha) zu werden, hinzuschauen, zu spüren.
Landschaften, die einem den Atem rauben: Berge, die sich in den Himmel stemmen, Wüsten, die wie endlose Meere aus Licht wirken, Küsten, an denen sich die Wellen unermüdlich die Seele aus dem Leib singen. 🏔️🌵🌊
Diese Weite – grenzenlos, roh, ehrlich. Man steht da und fühlt sich klein und gleichzeitig unendlich lebendig.

Wir durften Tiere beobachten, so nah und so unverfälscht, dass mir manchmal die Tränen kamen. Ein Wal, der mich anschaut, als wüsste er mehr über mich als ich selber. Ein Kondor, der mit majestätischen Flügelschlägen meinen Blick einfängt. Lamas, die mit stoischer Ruhe durch die Welt stapfen, als hätte nichts jemals Eile. 🐋🦙❤️

Und die Menschen… Menschen, die wir nie vergessen werden. Ihre Wärme, ihre Offenheit, ihr Lachen. Fremde, die zu Freunden wurden. Gastgeber, die uns behandelten, als wären wir längst Familie. Jede Begegnung hat Spuren hinterlassen – gute, echte, tiefe Spuren. 🤝💛

 

Wir werden so vieles vermissen: die Einsamkeit, die gleichzeitig Trost und Freiheit war.
Die unendlichen Weiten, die uns jeden Tag Demut beigebracht haben. Die Stille, die so laut sprechen kann.
Und dieses Gefühl, eins zu sein mit der Natur – nicht Besucher, sondern Teil des Ganzen. 

 

Nun schließen wir dieses Kapitel – schweren Herzens, aber voller Dankbarkeit.


Denn jede Reise endet, damit die nächste beginnen kann.

 

Und jetzt heißt es: neue Ziele, neue Wege, neue Abenteuer.


Mexiko – wir kommen! 🇲🇽✨