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Argentinien 2021 in der Corona-Zeit

 

 

Detaillierte Infos zur Grenzabfertigung findest du hier

 

und für Hunde hier

 

Mehr Infos zu Argentinien findest du hier

 

Aktuelle Dieselpreise und Geldkurs findest du hier

 

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ENDLICH, ENDLICH, ENDLICH WIEDER AUF ACHSE...

 

...nach einem Jahr, sieben Monaten und fünf Tagen "Gefangenschaft" (so kam es uns auf alle Fälle vor) fahren wir doch etwas nervös und angespannt über die Brücke zum argentinischen Zoll. Das Einreiseprozedere kannst du hier nachlesen

 

 

Wir sind also wieder in Argentinien juuuppi....jetzt brauchen wir argentinische Pesos. Am besten geht's mit WesternUnion oder bei einem Cambio, denn dort gibt's den Blue Dollar, da ist der Kurs gleich  das Doppelte. Wir finden keinen Parkplatz für unsere Hütte, also fahren wir runter zur Costanera. Bruno nimmt ein Taxi und lässt sich an die Plaza fahren. Der Taxi-Chauffeur sagt ihm auch gleich wo es den besten Kurs gibt und mit einem "großen Stapel " Geld kommt er zurück.

 

Bruno hat 500 Dollar gewechselt. Der kleine Stapel ist der Betrag den wir vor 2 Jahren bekommen haben! Inflation lässt grüssen.

 

Wir verlassen Posadas auf der Ruta 14  und rollen südwärts Richtung Buenos Aires. Gute tausend Kilometer liegen vor uns.

Wie immer wenn wir grosse Strecken zu fahren haben, nehmen wir eine Stichstrasse und stellen uns an den Straßenrand, in der Hoffnung, dass nachts kein Verkehr ist. 

 

Das gerodete Eukalyptusfeld ist  trostlos anzusehen. Der Mensch hinterlässt auch hier eine zerstörte Natur, hier wird jahrelang nichts mehr wachsen, der Boden ist sauer und ausgelaugt.

 

Nach dem obligaten Morgenlauf gibt's ein "gesundes" Frühstück, dann geht's weiter. Nach drei Stunden die erste Pause an einer YPF-Tankstelle, wo es meistens ein gutes WLAN gibt. Von der Botschaft kommt die Mail, dass wir erst in einer Woche einen Termin bekommen können. Wie??? "Geiit's no!" Seit zwei Monaten stehe ich in Kontakt mit dem guten Mann, er weiss, dass wir kommen sobald die Grenze offen ist, dass wir in einem Lkw nach Buenos Aires fahren und es in dieser Stadt nicht gerade einfach ist einen Parkplatz für unsere Hütte zu finden. Na ja, ändern können wir es ja vermutlich nicht, also suchen wir nach einem Campingplatz. Der einzige der uns einfällt ist Andean Roads. Ich schreibe sie an, zwei Minuten später die erfreute Antwort, endlich kommen wieder Reisende, sie hätten zwar nicht (noch nicht) offen, da ja das Einreisen bis dato verboten war, aber natürlich können wir kommen, vielleicht erst Montag damit sie alles organisieren könnten. Okay, geht in Ordnung. So fahren wir denn noch bis sechzehn Uhr dreißig, nehmen wieder eine Stichstrasse wo wir uns an eine Kreuzung hinstellen und direkt zum Apéro übergehen. 

 

Da wir erst am Montag in Buenos Aires eintreffen sollen, nehmen wir es gemütlich. In der Nacht hat Regen eingesetzt, gemütlich fahren wir südwärts. Bruno versucht seine paraguayische Claró SIM-Karte neu aufzuladen. Nichts passiert, Code ungültig! Hm...gestern hat's doch gut funktioniert. Irgendwann gibt er genervt auf. Also einen Claró Shop ansteuern. Natürlich hat dieser um 14 Uhr geschlossen, denn heute ist Samstag und die Geschäfte schliessen um 13 Uhr. Okay, dann halt eben ohne Internet. In Pedernal fragen wir ob wir uns hier hinstellen dürften, es sei nur für die Nacht , wir durften.

 

Sonntag, 24. Oktober 2021

Auch letzte Nacht beglückte uns die Musik bis früh morgens. Ohropax bis fast in das Gehirn gestossen, liessen dennoch den Bass  durch dröhnen. Wir schliefen dafür fast bis sieben. Gemütlich rollen wir weiter südwärts. Keine 50 km später ein Plackat am Strassenrand: Balneario El Viejo Molino. Ich schaue Bruno kurz an, setzte den Blinker und steure das "Schwimmbad" an. Hunde sind willkommen, der Preis mit 23 $ etwas hoch, aber mit dem BlueDollar nur 11,50 also akzeptabel. Nachts keine laute Musik, alles  perfekt.

 

Nach mehrmaligem nachfragen bekommen wir doch, einen Ausnahme-Termin am Mittwoch auf der Schweizer Botschaft. So fügen wir einen Wäschetag ein und geniessen die 30 Grad, bei nur 28% Luftfeuchtigkeit. Das Gelände ist riesig und wir können herrlich spazieren gehen.

 

Das Balneario wird gerade für die Sommersaison renoviert, Lola ist es egal, sie kann seit langem wieder einmal im Wasser plantschen. Ihr geht es gut, von den Rückenproblemen merkt sie wohl nichts.

 

26. Oktober 2021

Gegen dreizehn Uhr sind wir auf dem Parkplatz vom Carrefour 40 km entfernt von unserem ausgesuchten Campingplatz. Von Jan wissen wir, dass wir am besten bei Western Union zu Pesos kommen. Im Carrefour hat es ein WU. Es soll ganz einfach funktionieren. Geld anfordern und bei WU abholen. Bruno versucht es mit seiner ADAC-Kreditkarte. Die Überweisung wird abgelehnt. Jetzt kommt meine MasterCard aus der Schweiz zum Einsatz. Abgelehnt! Bruno versucht es mit der paraguayischen Kreditkarte. Abgelehnt! Wir versuchen eine Banküberweisung, hier braucht es aber eine Adresse, also geht auch nicht. Letzte Option: Klarna. Hier kommt nicht sofort die Meldung: abgelehnt, aber weiter geht es eigentlich auch nicht wirklich. Was wir sehen das Geld wurde abgebucht, aber mehr auch nicht. Heisst dann wohl warten. So fahren wir zu Andean Roads. Zur Zeit ist es alles andere als ein Campingplatz. Hier stehen bestimmt an die zwanzig Fahrzeuge, eingestellt von Reisenden (Deutsche/Kanadier/Schweizer/Costa-Ricaner/Italiener) welche letztes Jahr in Argentinien gestrandet, und nach Hause geflogen sind. Herzlich werden wir begrüßt, sind wir doch die ersten "Viajeros" seit langer Zeit. Viel Platz hat es nicht und mit unserer Hütte gibt es gerade mal eine Möglichkeit zum Stehen. 

 

Lola weigert sich auch hier Gassi zu gehen. Hinter jedem Zaun wird sie von zwei bis drei Hunden angekläfft.

 

27. Oktober 2021

Heute Morgen eine Mail vom ADAC in Brunos Postfach. Er solle anrufen, wegen WesternUnion. Tut er. Ihm wird geraten es nur mit 500 $ anstelle der 1000 zu versuchen. Gesagt, getan! Und siehe da, scheint zu funktionieren. 

Um nach Buenos Aires zu fahren bestellen wir ein Taxi. Pünktlich um neun Uhr dreißig steht unsere Taxi-Driverin vor dem Tor und fährt uns souverän, im Stoßverkehr mit Stau wegen Unfall, ins Zentrum. Da noch eine Stunde bis zum Termin in der Botschaft bleibt, bitten wir Beatrice uns zu einer WU zu fahren. Heute mit "sprechendem" GPS eine Sache von fünf Minuten. Einen Parkplatz zu finden war aussichtslos, also um den Block  fahren, während Bruno reingeht. Nach einer Runde ist er wieder draussen, ohne Geld, er braucht eine Adresse. Er bekommt die von Andean Roads und geht wieder rein. Jetzt dauert es und dauert es...langsam wird die Zeit knapp, es wird elf. Ich komme ins Schwitzen, gehe rein und zeige auf die, nicht vorhandene, Uhr. Die Señora ist am zählen und zählen, 115'640 Pesos müssen  durch den Zählapparat. Endlich um 11:12  sitzen wir wieder im Taxi. Beatrice nimmt Fahrt auf. Ich schaue auf mein GPS, irgend wie fährt sie von der Schweizer Botschaft weg. Nach drei Cuadras frage ich, wieso sie nicht nach links abbiegen würde, die Schweizer Botschaft sein doch an der Santa Fe. Sie stutzt: "comó embajada de Suiza, embajada de Suecia es, no?" No, no nicht Schweden, Schweiz!  Es bleiben uns 18 Minuten und wir stecken mitten im Zentrum, in der Fussgängerzone. Im Schritttempo geht's bis zur Av. Córdoba erst ab da haben wir freie Fahrt. Genau 5 Minuten vor halb zwölf stehen wir in der Schweizer Botschaft. 

Wieder einmal brauchen wir einen neuen Pass, inzwischen ist dies der fünfte, vermutlich auch der letzte Pass! Dies der Grund wieso wir nach Buenos Aires gefahren sind. 

 

Foto mit Maske? wohl eher nicht!

 

Zurück geht's wesentlich flotter, so schnell, das keine Zeit zum Fotografieren bleibt. Schade, Buenos Aires hat tolle Sujets. Ob ich Bruno fragen soll, morgen durch die Stadt zufahren?

 

Die Hoffnung auf eine Sightseeingtour war leider vergebens. Bruno will sein sensibles „Näschen“ keine Stunden länger als nötig der luftverschmutzten, nach Schwefel stinkender Luft, aussetzten.

 

Buenos Aires ist mit über 15 Millionen die zweitgrößte Stadt Südamerikas, hinter San Paulo mit 21 Millionen und vor Rio de Janeiro mit 14 Millionen.

 

Viel lieber lässt er vom Camping-mécanico Marcos die 21 Liter Motorenöl wechseln.  Tja, Prioritäten müssen gesetzt werden. Ich darf dafür die Rechnung begleichen. Stolze 28’880 Pesos zählt der Rechner zusammen. Das halbsynthetische Öl alleine 21’000, Mit dem Blue Dollar gerade einmal 88 CHF. Ich zücke meinen Geldbeutel und lege die Scheine raus. Der Jefe fängt an zu grinsen und sagt: „no,no, mira estas solo son 2’900. Mann, diese Inflation verwirrt total. Ich muss Nachschub holen. Um das Zählen einfacher zu machen werden die Scheine in tausender Bündel abgezählt. Die grösste Note ist zz. 1000 Peso. Am meisten sind 100 und 200 im Umlauf.

 

 

Noch vor elf sind wir startklar und verlassen Tigre Richtung Westen. 

 

Brunos neu gekaufte Claro-Karte aus Paraguay macht zicken. Folge dessen werde ich versuchen meine Claro aus Argentinien wieder zu reaktivieren, denn diese dürfte nach den 20 Monaten deaktiviert sein. In der Shopping Moll  Tortuga gibt es einen Integral-Shop von Claro. Der Chico ist super hilfsbereit und nach zehn Minuten stehe ich wieder auf der Rolltreppe, welche mich direkt in den La Ola-Friseursalon befördert. Zehn Minuten später sind meine Haare auf Hitze-Temperaturen gestutzt und wir können definitiv losfahren. 

 

Wir beschliessen, nicht wie sonst, schon um sechzehn Uhr einen Platz für die Nacht zu suchen, sondern bis mindesten achtzehn Uhr weiter zufahren. Das Thermometer zeigt wieder 36 Grad an. 

 

Irgendwann biegen wir von der Schnellstrasse ab und nach fünf Kilometer haben wir einen idealen Platz gefunden. Auf den Feldern sind die Bauern noch am Weizen aussäen. Natürlich fragen wir ob es für sie okay ist, wenn wir hier stehen bleiben würden. Sofort werden wir mit Fragen bombardiert und uns wird alle Hilfe angeboten die wir eventuell nötig haben könnten. Alles gut, versichern wir ihnen. Zur Sicherheit bekommen wir noch ihre Handy Nummer, falls doch was wäre. 

 

War aber nichts, wir haben beide geschlafen wie seit langem nicht mehr. Bruno meinte, er sei vermutlich zum ersten Mal in seinem Leben nicht pinkeln gegangen. (Vielleicht sollten wir hier bauen 🥴🥴🥴)

 

Sonnenaufgang um sechs.

 

Schon vor halb acht stehen unsere "neuen Nachbarn" wieder vor der Hütte und wollen wissen ob alles gut sei. "Natürlich todo bien"! 

 

Wir trödeln bis gegen zehn und fahren dann weiter, an endlos langen Soja, Weizen und Maisfeldern vorbei, befinden wir uns doch in der Kornkammer von Argentinien. 

 

In der Stadt Luján ist der Besuch des Basilika ein Muss. (nicht für Bruno) Die römisch-katholische Wallfahrtskirche wurde zwischen 1887 und 1935 nach dem Vorbild europäischer Kathedralen erbaut. Jedes Jahr Anfang Oktober pilgern über zwei Millionen Menschen hierher. 

 

Wir staunen wie gepflegt und sauber die Stadt ist. Strassencafés und Fussgängerzonen ergeben ein hübsches Bild. Im ICELAND holt uns Bruno das beste Glace ever. 

 

30. Oktober 2021

Unterwegs nach San Luis. Wir wollen Carmen und Lino besuchen. Die beiden Schweizer wohnen schon ihr halbes Leben in Argentinien. Wir kennen sie seit 2004 als sie noch in Bariloche wohnten. Carmen war es in Bariloche zu kalt, jetzt haben sie in der Provinz San Luis eine neue Bleibe gebaut. 

 

Die Wiedersehensfreude war riesig, wann haben wir uns zum letzten Mal gesehen? Jahre sind es her! Es gibt viel zu erzählen. Das Wetter hat umgeschlagen, eine Kältewelle erfasst Argentinien, Regen setzt ein, ideal zum Austauschen und lecker Essen.

 

01. November 2021

Unser Ferkel wird sieben.          Happy Birthday Lola

 

 

02. November 2021

 

Mit einem Alto del Carmen (Pisco) gedenken wir an René 

welcher vor drei Jahren bei einem Buggy-Unfall

ums Leben gekommen ist. 

 

03. November 2021 

Lino baut sein Haus/Garage alles selber. Angefangen hat es vor zehn Jahren, nur mit einem Quincho / Grillhäuschen. "Mehr braucht es nicht", meinten die beiden! Inzwischen wurde angebaut und angebaut und angebaut. Die Säulen für die Garage sollten betoniert werden, dann wartet das Dach auf die Deckung. Alleine viel Arbeit, zusammen mit Bruno geht es doch etwas schneller. 

 

07. November 2021

 

Nach acht Tagen verabschieden wir uns von Carmen und Lino. Zur Feier gibt’s ein richtiges Asado à la Lino. Das Stück Fleisch zwischen 350 und 400 gr.  Die drei putzen „rübis und stübis“ alles weg, mir ist das viel zuviel, reicht locker für zwei Mal. 

 

So rollen wir denn am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein südwärts Richtung San Rafael und ab da auf der Ruta 173 durch den Cañon del Atuel. Wir staunen. Der Massentourismus scheint wieder in vollem Gange zu sein. River Rafting, Bike-Touren, geführte Motorrad-Touren Heissluftballon-Touren, alles was das Herz begehrt. Mit großen und kleinen Bussen werden die Leute in die Schlucht gefahren. 

pepamobil am Rio Ateul
Isla Submarino

 

Wir finden auf einem Aussichtspunkt einen (vermeintlich) idealen Schlafplatz. Nach Sonnenuntergang waren die letzten Ausflügler schnell weg und wir konnten zum gemütlichen Teil des Abends übergehen. Um zweiundzwanzig Uhr vierzig, wir sind gerade am Einschlafen, Motorenlärm! Ein Pickup stellt sich genau unter unser Schlafzimmerfenster. Zwei junge Leute steigen aus, packen ihren Picknick-Korb auf die Ladefläche und beginnen ihr Abendessen zu verspeisen. Es wir viel gequatscht, aber Gott sei Dank ohne Musik. So widmen wir uns wieder unseren E-Büchern und warten bis sie wegfahren. 

 

Morgens vor sieben schon wieder emsiges Treiben. Bruno meint, noch halb verschlafen, „die kommen bestimmt mit einem Heissluftballon.“ Woher er das wieder wusste ist mir ein Rätsel, stehen doch tatsächlich vier Typen draussen und werkeln rum um das Teil Flugtauglich zu machen. Wieso die aber genau vor uns abheben wollen bleibt auch ein Rätsel, Argentinien ist doch wirklich gross genug. Willkommen zurück nach der Corona-Zeit.

 

Die Fahrt durch den Cañon führt alles entlang dem Rio Atuel, die Landschaft hübsch, aber nichts aufregendes.  

 

 So alle 20 km wird das Wasser gestaut und ein Wasserkraftwerk liefert Strom in alle Richtungen.

 

Die Ruta 180 bringt und weiter südlich bis zum Parque Provincia El Payén welchen man aber nur umfahren kann. Die Pisten sind in relativ gutem Zustand.

 

 

 

Dienstag Mittag sind wir in Malargüe wo wir einkaufen und für Lola Medikamente kaufen können. 

Im Kiosk kaufe ich für 20 Peso einen Chip von Movistar, diese Telefongesellschaft deckt hauptsächlich die Regionen entlang der Anden ab. Gekauft und aufgeladen, da ja eine Prepay-Karte ist schnell, aber diese mit einem Pass zu aktivieren, ein Ding der Unmöglichkeit hat man keinen Facebook oder Twitter Account. Der Movistar-Laden hier in der Ortschaft ist pleite gegangen, wir müssen bis nach San Martin de los Andes, erst dort gibt es den nächsten Movistar-Shop. 

 

 

Etwa 30 km ausserhalb Malargüe finden wir einen Platz zum Pennen, dachten wir. Wir standen bereits zwei Stunden da als ein Gaucho vorbei reitet und Geld will, wollen wir denn hier übernachten. Wir packen zusammen und fahren weitere 20 km, bis ans Ende der Teerstrasse stellen und rückwärts in einen kleinen Weg und hoffen, dass nicht all zu viel Verkehr von der YPF-Mine  unsere Nachtruhe stören wird.

 

 

So langsam aber sicher werden wir zu Langschläfer! Erst nach halb sieben werden wir von Lola geweckt. Die Nacht war mit acht Grad frisch, aber herrlich. 

 

 

 

Heute führt uns die Fahrt auf der Ruta 40, entlang dem Rio Grande. War die Piste vor Jahren eine Katastrophe fährt sie sich heute locker mit Tempo 75 ohne grosse Schlaglöcher und üblen Längsrillen. Erster Halt bei der Pasarela del diabolo.

 

 

Wir kommen gut voran und beschliessen schon gegen Mittag einen Platz zu suchen, damit wir Jogurt machen können. 

 

Wieder unterwegs empfängt meine Handy plötzlich ein Signal. WhatsApp Nachrichten kommen rein. Wir halten am Strassenrand und laden die News runter. Plötzlich kommt ein Argentinier zum Truck und will wissen ob wir Probleme hätten. "No, no es siempre para el señal de claó!" "Ihr braucht WiFi? komm zum Haus, da kannst du mit "Glasfaser surfen!" Na super, machen wir gerne.

 

Während vier Stunden versuchen wir Brunos Movistar-SIM-Karte zu aktivieren. Unmöglich! Keiner scheint zu wissen wie man das Teil mit einer Passnummer aktiviert! Tja, auch das ist Argentinien. 

 

Wir fahren weiter, nächstes Ziel Salto del Agrio. Auf der RP 27 geht es diesmal westwärts.

 

Der Salto del Agrio ist für uns der farbenprächtigste Wasserfall, von den vielen die wir gesehen haben. Und wir sahen viele.

 

Der Himmel ist wolkenverhangen und ein heftige Wind weht uns um die Ohren.

 

Lola natürlich immer mit von der Partie.

 

Wir wollen in die Termas de Copahué. Ob die überhaupt offen haben? Und was macht das Wetter?

 

Die Thermen befinden sich auf 2000 m ü.M. Je höher wir kommen umso unfreundlicher wird's und es fällt Schnee.

 

Alles noch geschlossen, nichts mit "Fango-suhlen", wir drehen um und fahren wieder in tiefere Lagen. Da aber unsere Fahrt nur kurz auf 1400 m verläuft, wir wollen zur Ruta 23, sind die Temperaturen schnell wieder unter 10 Grad.

 

Die Ruta 23 ist nicht sehr lang aber, hier wachsen die Andentannen. Die Araukarien.

Die Chilenische Araukarie wächst in den Anden Chiles (gleichnamige Región de la Araucaría) und Argentinien, genauer gesagt in Südchile und in  Patagonien, vor allem zwischen 37 und 40° südlicher Breite.

Die Chilenische Araukarie ist immergrün und wächst im gemäßigten Klima in Höhenlagen von 600 bis 1700 Metern. Die Niederschläge liegen zwischen 1.000 und 4.500 mm pro Jahr. Die Extremtemperaturen liegen bei −20 °C und +30 °C.

 

14. November 2021

 

Der Wind hat über Nacht stark nachgelassen die Temperatur fiel aber dennoch auf 1 Grad. Unsere neue Heizung war auf 6:30 programmiert und schnurrte ab da ohne Probleme. Lola haben wir nur die Türe aufgemacht, pinkeln gehen musste sie alleine. Dauerte keine zwei Minuten, dann gab sie schon wieder „laut“ damit die Türe von uns geöffnet wurde. 

 

Eigentlich wollten wir heute noch hier bleiben, doch der aufkommende Wind liess uns schnell zusammen packen und weiter fahren. 

 

Es geht weiter südwärts. Auch hier sind die Pisten in sehr gutem Zustand. Wir beschliessen einmal die RP 11 zu fahren, hier waren wir noch nie. Nach circa 30 Kilometer ein Hinweisschild "Piedra Pintada". Wir steigen aus und marschieren los. Wir müssen 100 m hoch steigen, aber von den Malereien ist nichts mehr zu sehen.

 

Einen Schlafplatz finden wir direkt am Rio Pulmari.

 

In der Nacht setzt Regen ein, gegen morgen fällt Schnee.

 

Nächster Halt: Junin de los Andes und somit erreichen wir den Nationalpark Lanin. Für die Argentinier ist der Vulkan Lanin, das was für uns Schweizer das Matterhorn. 

Pepamobil am Lanin
Volcán Lanin 3.776 m.s.n.m.

 

Vom Guardaparque erfahren wir, das heute zwei Gruppen bis zum Refugio (Alphütte) hoch  sind, und diese morgen auf den Gipfel wollen. Des Weiteren teil er mir mit, dass Lola im Truck bleiben muss und nur zum Pinkeln raus darf, und dass, wenn sie den Kacken würde ich dies aufnehmen müsse. Auf die Frage, warum den der Hund, welchen wir beim einparken gesehen hätten, draussen sein dürfe, bekomme ich die Antwort: Dieser sei geimpft und hätte eine Erlaubnis!  

Piedra Parada / Stehender Stein
Piedra Parada / Stehender Stein

 

Auf der Ruta 62 fahren wir bis zum Camping Chico am Lago Curruhue. Dieser ist geschlossen, so stellen wir uns den auf den Parkplatz wo wir eine herrlich ruhige Nacht verbringen.

 

Wollen wir bis fast zum Ende der Strecke? Ja, wieso nicht, wir haben ja Zeit. Die 22 Kilometer schaffen wir in knapp zwei Stunden. Die Strecke führt entlang dem See alles durch dichten Urwald, mit alten, sehr alten Bäumen und viel Farn. Es geht hoch und runter, mal sehr eng, dann wieder angenehm breit. Mal matschig, mal sandig. Hier sollte man auf keinen Fall bei Regen lang fahren. 

 

Zwischen der Laguna Verde und dem Lago Curruhue gibt es freie Stellplätze. Wir sind erstaunt, wir sind nicht alleine es hat hier doch tatsächlich einige Argentinier, welche wohl zum Angeln kommen. 

 

 

Plötzlich ziehen dunkle Wolken auf. Mein Magen meldet sich, mir wird unwohl, ich möchte weg. Bruno stimmt zu, wir fahren

15 km zurück und übernachten bei einer Brücke. Das Teilstück mit der Erdpiste lassen wir hinter uns. Regen gab es keinen! 

 

 

18.November 2021

 

Strahlender Sonnenschein am nächsten Morgen. Die Strecke zum Lago Lolog erinnert uns an die Carretara Austral, als diese noch ursprünglich war, nicht geteert. Natur pur!

 

 

Am Seeufer finden wir einen tollen Platz, diesmal ist unser Vorgarten mit Seeanstoss, genial!

 

Wir sind früh dran, also wird wieder einmal Wäsche gewaschen. Trocken ist sie in drei Stunden. 

 

In San Martin de los Andes steuern wir Western Union an und fragen nach ob sie für 500$ Pesos haben. No, wir sollen gegen sieben Uhr abends wieder kommen. Okay, dann ab shoppen. Ich brauche neue Wander/Laufschuhe.

Beim Österreicher werde ich fündig. Wieder einmal Salomon, herrlich.

 

Im Restaurant gibt’s Pollo en Curry con arroz, passt! Bei Movistar kann Bruno endlich seine SIM-Karte aktivieren lassen. Im Regionalspital erkundigen wir uns für die Booster-Impfung. Wenn wir bis zum 1. Mai unsere beiden Impfungen bekommen haben, ja, sonst gelten die sechs Monate Wartezeit. Hm, wir bekamen am 1.Juli die zweite, also warten.

Da noch Zeit bleib bis siebzehn Uhr geht's in die Happy Hour.

 

Übers Wochenende fahren wir hoch ins Skigebiet. Bruno will am Truck werkeln und hier können wir toll mit Lola laufen gehen.

Unser Truck steht auf dem Parkplatz; wer sucht der findet!

 

Montag geht's runter in die Ortschaft. Wir brauchen Wasser. Im iOverländer werden wir fündig und fahren die "Entsorgungsstation" für Reisebusse an. Da wir nur Wasser brauchen, bekommen wir dieses gratis. Toll! Wir gehen noch Einkaufen und fahren zurück auf den öffentlichen Parkplatz und was erblicken unsere Augen? Jawohl, ein Schweizerkreuz auf einem argentinischen Auto! Es rührt sich nichts, auf unser Klopfen keine Antwort. Entweder sind sie nicht hier oder machen Siesta. 

 

Die Corona-Situation hier in Argentinien ist zz. entspannt. Man kann wieder Reisen,  Ausflüge machen, im Restaurant essen gehen, alles ohne Maske. Nur in den Geschäften werden diese gefordert, genauso das desinfizieren der Hände und die zwei Meter Abstand werden verlangt. Ansonsten merken wir nichts vom Virus. 

 

Die beiden jungen Schweizer, Fiona und Joel, reisen in einem Amarok mit Aufsetzkabine durch Argentinien. Angefangen haben sie ganz im Norden in Jujuy mit Ziel Ushuaia.