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Chile 23. Dezember 2022 bis 06. Februar 2023
Chile 23. Dezember 2022 bis 06. Februar 2023

 

 

23. Dezember 2022

Wir befinden uns auf 4775 m ü.M. Zusammen mit Silvia und Werner überqueren wir den Paso Agua Negra.

 

Ab jetzt geht's nur noch runter. Wieder kommen wir an Büßerschnee vorbei.

 

Plötzlich bekommt Expi "Atemnot", er keucht, nagelt und raucht aus allen Löchern.

 

Werner hält an, er bekommt keinen Gang mehr rein, Expi scheint nur noch auf drei oder vier Zylinder zulaufen. Er muss den Motor abstellen und erst dann kann er wieder Schalten. Eigentlich sollte der Euro 4 Cummingsmotor keine Probleme mit der Höhe haben. Wir vermuten, dass es am Diesel liegt! Aber mit gut zureden, viel Gas geben und jedem Meter welchen wir in tiefere Lagen kommen, schnurrt Expi wieder wie eine Katze.

 

So können die beiden auch wieder die tolle Bergwelt geniessen.

 

Dann. kommen wir zur Embalse La Laguna, ein weitere Highlight und wir staunen. Wo ist das Wasser?

 

Die Passstrasse schlängelt sich entlang dem Stausee, erst viel weiter unten kommt das Wasser.

 

Natürlich gibt's die obligatorischen Fotos!

 

Gegen drei Uhr stehen wir an am Grenzposten auf 2000 m.ü.M. Nur drei Familien sind vor uns, sollte also zackig gehen. Denkste!

Fast eine Dreiviertel Stunde warten wir, bis wir an die Reihe kommen. Wieso das so lange dauert weiss keiner! Ein Señor checkt unsere IDs aus Paraguay, schaut ein wenig komisch, lässt uns dann aber doch damit einreisen. Während Bruno die Wagenpapiere erledigt, fülle ich die Papiere der SAG aus. Auch hier dauert es! Dann endlich kommt der Chico um unsere Hütte zu kontrollieren. Jede Schublade, jeden Schrank, jede Pfanne wird auf "Schmuggelware" kontrolliert. alles was er findet ist eine Knolle Knoblauch, er beschlagnahmt sie. Ob Knoblauch Fruchtfliegen nach Chile importieren? Auch die Aussenboxen will er sehen, was bis jetzt noch niemanden interessierte. Auch hier findet er nichts, so lässt er uns dann nach einer halben Stunde weiterfahren. Nach 10 Kilometer stellen wir uns auf einen grossen Kiesplatz und geniessen ein kühles Bier.

 

24. Dezember 2022

Bei 30 Grad will keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Das Hotel Terral ist geschlossen, also kein Weihnachtsessen. Dann eben nicht, wir fahren zum Stausee Puclaro, wo wir uns bis Montag gemütlich niederlassen wollen. Aber auch hier; wo ist das Wasser? Wir sind schockiert. Da wo wir vor vier Jahren Karen und René beim Skythen zugeschaut haben, ist eine 15 m hohe Felswand. Das Wasser ist 2 km weiter entfernt. Was machen die Menschen in La Serena in 5 Jahren?, der Stausee wird ausgetrocknet sein! 

 

Vor vier Jahren währen wir hier bestimmt in drei/vier Meter hohem Wasser gestanden.

 

 

Bis zur roten Linie kam das Wasser noch vor vier Jahren!

 

Montag, 26. Dezember 2022

Wir besuchen die Destillerie Capel und geniessen ein leckeres Abendessen im Hotel Terral.

 

Nächstes Ziel: La Serena, Rendezvous mit Karen. Wie emotional war doch unser Wiedersehen. Das letzte Mal sahen wir uns nach dem tragischen Unfalltot von ihrem Mann René. Es gab viel zu erzählen, die Zeit flog nur so dahin. Bald schon mussten wir wieder Abschied nehmen.


 

Dann kam die Story mit unserer Entel-SIM-Karte. 

Entel hat mich mit in Vicuña mit "willkommen zurück in Chile"  begrüsst, dann ging nichts mehr. Kein Empfang!  Die Karten aus Argentinien, Uruguay und Paraguay hatten sofort zugriff auf die Antennen.  Entel in La Serena erklärte mir dann, dass man sich mit einem ausländischen Handy innert 30 Tagen registrieren müsse. Ein Chico bei Entel hat dann über eine Stunde versucht dies für mich zu tun, erfolglos.  Okay, dann kaufe ich mir eben eine neue Karte und versuche es so. Bei einem Kiosko erwarb ich eine neue Entel-SIM-Karten. Das gleiche Resultat. Kein Empfang. Die sehr hilfsbereite junge Dame klärte mich auf: Wenn man das Handy nicht registriert würde dieses für ALLE Netzanbieter gesperrt. Also kein Claro, kein Movistar nichts geht mehr. Ich glaub ich sitz hier im falschen Film!!!!

 

Selbe junge Dame lächelt verschmitzt und sagt mir: Sie hätten einen IT-Spezialisten welcher die Handys wieder entsperrt. Kostenpunkt 20.000 Pesos etwa 20 Dollar. Zeitaufwand zwischen 6 und 8 Stunden. Ich fand das doch etwas happig. Hab es vorerst sein lassen und wir haben dann die Karte in Brunos Handy gelegt. Dieses Handy hatte noch nie eine chilenische Karte intus. Gleiches Resultat. Handy blockiert. Ich finde es ein starkes Stück von der chilenischen Regierung, dass sie das, ohne uns zu informieren machen. 

Es blieb uns nichts anderes übrig, wollen wir eine SIM-Karte benutzen, die 20 Dollar zu bezahlen um wenigstens ein Internetzugang zu haben. Schon am nächsten Morgen war mein Handy wieder freigeschaltet und registriert. Ich hoffe es bleibt dabei!

 

Das Ganze dauere in der Shopping Mall über fünf Stunden. War das eine Lauferei! 

 

Da es in der Zwischenzeit schon nach siebzehn Uhr war, fuhren wir einige Kilometer raus aus der Stadt und stellten uns an die Playa, wo wir eine ruhige, kühle Nacht verbrachten. 

 

28. Dezember 2022

Allgemeine Richtung: die Dünen von Copiapó. Einmal Übernachten in der Pampa von Chile, mit tollem Sonnenuntergang und einer Runde spielen.

 

Auf der Autopista geht's weiter nordwärts. Copiapó lassen wir vorerst rechts liegen und fahren in die Dünen.

 

30. Dezember 2022

Besuch der Mine San Jose. Am 5. August 2010 stürzte ein Teil der Mine zusammen, 33 Mineros waren 77 Tage gefangen auf über 700 Meter Tiefe. Leider kann man die Mine nicht mehr besuchen. Es gibt noch  zwei Container wo zwei verschiedene Filme gezeigt  werden so wie einige Fotos. Die Parlamentarier von Copiapó sollen es verboten haben. In der Stadt soll einiges davon im Museum ausgestellt sein.

 

 


Bis runter zum Meer sind es nur 50 Kilometer. So beschliessen wir denn, nicht zurück in die Dünen zu fahren, sondern ans Meer.

An der Playa Rodillo finden wir einen guten Platz, hier verbringen wir Silvester!


 

Werner hat uns Neopren aus der Schweiz mitgebracht. -Herzlichen Dank dafür, auch für alle anderen Leckereien-

Unser Zwischenbalg ist seit längerer Zeit kaputt. Bruno macht sich sofort an die Arbeit.

 

Der Strand ist auch ein Santuario de la Naturaleza Granito Orbicular. Ein "Naturheiligtum".

 

An der Küste von Caldera findet man einen gangartigen (wieso das so heisst weiss ich nicht) kreisrunden Granitfelsen aus der Jura-Zeit. Wer mehr wissen will hier der Link zu Wikipedia.

 

Wir machen ausgedehnte Spaziergänge und geniessen das Leben.

 

Die Küste Chile ist Heimat von vielen Vögel und Ohrenrobben.

 

31. Dezember 2022

Silvester, wieder geht ein Jahr zu Ende. Für mich, mit meiner Schulter, ein schwieriges, schmerzvolles Jahr. Aber, meiner Schulter geht es wieder gut, fast 100 Prozent. Das was noch fehlt, schaffe ich auch noch. Zum Essen gabt's Hühnchen in pikanter Sause, Gratin, Salat und Aprikosenkuchen/Glace mit viel Rahm. Leeecker war's! Zusammen mit der Schweiz haben wir um zwanzig Uhr das neue Jahr begrüsst!

 

 

Happy New Year

 

 

02. Januar 2023

Gemeinsam mit Silvia und Werner starten wir zu unserer nächste Tour: Paso San Francisco-Fiambala-Belén-Puna. In Copiapó füllen wir, Diesel- und Wassertank. Im Jumbo bunkern wir Früchte und etwas Gemüse, fast alles ist von den Festtagen her, ausverkauft. Ich entdecke „Lindt-Schoggi-Kugeln“ für CHF 8.50, da kann ich wirklich nicht widerstehen! In der Apotheke Elmex-Zahnpasta, auch diese werden gekauft! Dann kann’s los gehen. Auf 1500 m übernachten wir zum ersten Mal. Wir wollen es ganz langsam angehen, Lola hatte extrem starkes Nasenbluten nach der Überquerung vom Paso Agua Negra.

03. Januar 2023

Die Nacht war extrem ruhig. Heute liegen knappe 50 km vor uns. Bei 2900 m ü.M. stellen wir uns wieder neben die Strasse und genießen den Tag. Wieder gibt es einen Aprikosenkuchen.


 

04. Januar 2023

Auch diese Nacht war super ruhig, wohl sind wir einige Male aufgewacht, aber das vermutlich wegen der Höhe, oder wegen dem Cremissimo😁😁

Nach 13 Kilometer haben wir Handyempfang, wir befinden uns auf 3300 m ü.M. Wir machen eine Internet-Pause und entscheiden später ob wir noch etwas höher fahren.

 

Über der Andenkette türmen sich dunkle Wolken auf. Schnee fällt auf die fünf- und sechstausender Berge.
Wir fahren seit zwei Tagen Richtung Paso San Francisco, aber kein argentinisches Fahrzeug kommt uns entgegen. Mir kommt das etwas Spanisch vor! Gegen Abend halte ich ein Minenfahrzeug auf und frage nach. Der Minero gibt mir Auskunft. Die Zollstation sei seit der Pandemie nicht wieder eröffnet worden, sie sei nicht in Betrieb. Ärgerlich! 

Wir beraten uns mit Silvia und Werner. Plan B kommt zum Einsatz. Morgen fahren wir hoch zur Zollstation, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Wenn kein Durchkommen ist, fahren wir über den Salar Pedernales zurück an die Küste, dann nordwärts. „Mou luge“!

 

 

Der Regen von letzter Nacht hat die sechstausender mit Puderzucker übergossen, traumhaft zum Anschauen. 


 

Die Fahrt hoch zur Zollstation dauert eine gute Stunde. Und tatsächlich, keiner da. Wir machen ein paar Fotos, dann fahren wir Richtung Salar, wo wir einen tollen Übernachtungsplatz auf 3330 m finden. Ein scharfer Wind bläst uns um die Ohren, die Drohne lassen wir trotzdem steigen.

 

Im Salar versuchen Flamingos ihr Glück um etwas Futter zu finden.

 

Auch Wüstenfüchse und wilde Esel haben hier ein schweres Leben. Der Fuchs weiss genau, dass aus den Auto Futter kommt, er bleibt solange bei den Wagen stehen bis ein Stück Wurst rausgeflogen kommt. Auch bei Werner und Silvia hatte er Erfolg!

 

Und wieder einmal ist Vollmond.


 

Durch die Corilliera del Demuyco führt eine tolle Serpentinenstrasse hinunter ins Tal. Die Farben wieder nur wow!

 

Immer wieder kommen wir an Minen vorbei. Die einen noch in Betrieb, die anderen stillgelegt, ausgebeutet!


 

Während Silvia und Werner nach Chañaral reinfahren um einzukaufen, rollen wir schon mal dem kleinen  Küstenort 

Caleta Cifuncho entgegen. Wir sind überrascht wie wenig Touristen es hat. Also perfekt um zwei Tage zu faulenzen und den vielen Möwen und Pelikanen beim Fischen zuzuschauen. Was müssen die für Augen haben um die Fische zu sehen. Wahnsinn!


 

Montag geht’s weiter. Die Küste Chiles ist von einer rauen Schönheit, die Brandung stark und laut. In der Ortschaft Paposo verlassen wir die Ruta 5 um weiter  auf der Küstenstrasse Ruta 1 Richtung Antofagasta zu fahren. Wir staunen nicht schlecht als wir eine geteerte Strasse vorfinden. Nun denn, dann halt Teerstrasse. 

Ich frage Werner und Silvia ob ich einmal ihren Expi fahren darf. Aber claró! Ich fühlte mich sofort wohl hinter dem Steuerrad. Obwohl ein Automat, kam ich sofort klar mit dem TGM. Schön zu fahren das Teil. Auf halber Strecke scheren wir aus und stellen uns an eine, nicht all zu hohe  Klippe, trinken ein Alkoholfreies Clausthaler, Import from Germany! 

 

Heute fahren wir gerade einmal 13 km, dann haben wir unseren nächsten Schlafplatz erreicht. Zwischen zerklüfteten Felsen stellen wir uns einfach hin.

 

11. Januar 2023

Ab geht's nach Antofagasta. Inzwischen ist die Stadt auf 400'000 Einwohner gewachsen, 60% arbeiten in Minen. Der Flughafen wurde zu einem Internationalen ausgebaut, Wir stehen direkt unter den Start- und Landebahnen.Fast jede Stunde geht, oder kommt, ein Flieger.

 

Wir bleiben zwei Tage hier, denn morgen gibt's was zum Feiern.

 

12. Januar 2023

Schon wieder ein Jahr älter... 

 

Happy Birthday to my 

 

...aber wie schon Udo Jürgens sang:   

Mit sechsundsechzig Jahren, da fängt das leben an

Mit sechsundsechzig Jahren, da hat man Spaß daran

Mit sechsundsechzig Jahren, da kommt man erst in Schuss

Mit sechsundsechzig Jahren, ist noch lange nicht Schluss.

 

Silvia kocht ein super lecker Essen und Werner verwöhnt uns mit seiner Gastfreundschaft. Herzlichen Dank euch beiden, war ein schöner Abend.

 

13. Januar 2022

Das Leben geht weiter, genauso unsere Fahrt Richtung Norden, denn, wir haben schon wieder unsere Pläne geändert. Wir fahren zum Salar de Surire. Zuerst fahren wir der Küste entlang  bis Arica, von da geht's dann wieder hoch in die Anden.

Die Atacama-Wüste, kurz Atacama, erstreckt sich entlang der Pazifikküste Südamerikas zwischen dem 18. und 27. Breitengrad Süd, also in etwa zwischen den Städten Tacna im Süden Perus und Copiapó im Norden Chiles, über eine Distanz von rund 1200 Kilometern. Von West nach Ost werden drei Längszonen unterschieden: Die Cordillera de la Costa, das Zwischental und das Andenenmassiv.

 

Einen Übernachtungsplatz zu finden ist nicht schwer. An der Playa Grande, kurz nach Mejillones, stehen wir keine zehn Minuten als ein Auto neben uns anhält und zwei Señoritas von der Guardafauna aussteigen. Sie erklären uns, dass hier der einzige Strand sei, wo die Gaviotin chico/kleine Seeschwalbe nisten würden. Sie fliegen von Ecuador/Peru hierher um hier zu brüten. Von Mitte Januar bis Mitte März sind die kleinen Schwalben hier, wir sind also zu früh um Eier, oder Küken zu sehen, aber, ich darf von ihrem Instagram Account Fotos runterladen. Muchas gracias a la Fundación Gaviotín de Mejillones. Die Chicas sagen uns auch, das es hier vor vier Jahren zum letzten Mal geregnet hat, ganze 10 Minuten, und sie es hier wunderschön finden, nur hier leben möchten. Können wir uns als Schweizer natürlich nicht vorstellen.

 

Playa Grande bei Sonnenuntergang.

 

Kilometer um Kilometer geht es nordwärts. Tocopilla eine der drei Grossstädte im Norden Chiles. 

 

Einfach links abbiegen und sich hinstellen. Auch wenn wir nahe der Ruta 1 sind, das Meer und sein Wellengang ist viel lauter als die Lkw's.


 

Viele verdienen sich ihr Auskommen mit Algen einsammeln. Keine leichte Arbeit. Die Männer stehen stundenlang im Wasser und werden von den oft starken Wellen schon mal heftig gegen die Felsen geworfen.

 

Wir fahren oft keine hundert Kilometer, dann haben wir schon wieder einen Platz für die Nacht gefunden. Eigentlich suchen wir die Stelle, wo es im 2016, Millionen von Möwen, Tölpel, Oystercatcher, Pelikane und noch viele weiter Vogelarten hatte. Wir haben die Stelle nicht so hoch im Norden in Erinnerung.  Auch heute ist es nicht der gesuchte Ort, wir bleiben trotzdem hier.

 

16. Januar 2023

Immer wieder kommen wir an kleinen Ortschaften vorbei. Wir fragen uns, ob die Menschen hier dauerhaft wohnen, oder nur zur Ferienzeit hier sind.

 

Heute wurde es richtig gefährlich! Ob wir diese steile Abfahrt wohl überleben werden?

 

Na ja, das Ganze war dann halb so wild!

 

Nach nur 22 Kilometer kommen wir endlich zu der Stelle wo es die vielen Vögel hat. 

 

Auf den zwei vorgelagerten Inseln tummeln sich Seelöwen.

 

Es macht wieder einmal richtig Spaß, die Tierwelt zu fotografieren. 

 

18. Januar 2023

Heute fahren wir bis nach Iquique. Die siebtgrößte Stadt Chiles erstreckt sich über 15 Kilometer. Sie lebt vor allem durch die Zollfreie Zone, kurz Zofri genannt.  Die Küstenregion wird dominiert von Wolkenkratzer. 

 

Ein ganz anderes Bild auf der "Kehrseite" des Lebens. 

 

Zum Übernachten finden wir beim Mirador einen guten Platz, keiner der unsere Nachtruhe störte. 

Gegen zehn sind wir heute in der Zofri-Mall. Diese öffnet aber erst um elf, also Zeit um eine Runde zu spielen. Die Einkaufsliste ist eher kurz. Einen Selfie Stick, eine Halterung für Handy in der Führerkabine, ein USB-C - USB Kabel listo. Die Mall ist riesig, aber wir werden fündig. Stöbern noch hier und da und finden noch einigermaßen gute Campingstühle. Beim Schokoladengeschäft kommen wir natürlich nicht vorbei, ohne einige Toblerone zu kaufen. Eigentlich sind wir überhaupt keine Fan von dieser Schoggi, aber eine Reserve CH-Schoggi ist allemal besser als argentinische😉😉

 

Wieder bei Lola, machen wir noch eine kleine "Brotzeit", dann fahren wir hoch nach Humberstone zum Museum der Salpetermine. 

 

Die Fahrt auf der Autobahn ermöglicht einen tollen Blick auf die Stadt. Wahnsinn wie diese gewachsen ist. 

 

Zuerst kommen wir am Friedhof vorbei! Dieser war vor 14 Jahren weit draussen, heute mitten drin!

 

Dann kommen die Favelas und mit ihnen der Müll.

 

Ich bin fasziniert von den Handy Bilder, es darf heute also etwas mehr sein!

 


DAS Wahrzeichen von Iquique, die grosse Düne, wie lange sie wohl noch so stolz dasteht?


 

20. Januar 2023

Gegen fünfzehn Uhr sind wir auf dem Parkplatz vom Salpeterwerk Humberstone. Bergers machen einen Rundgang, wir waren schon und verzichten. Hier lebten und arbeiteten bis zur Schliessung der Mine 1961, 3500 Menschen. Bei Wikipedia gibt's mehr Infos.

 

Die Fotos sind von Werner.

 


Heute kommen keine vierzig Kilometer auf den Tacho. Der Gigante de Atacama unser Ziel. Auch hier waren wir schon unzählige Male. Unglaublich aber wahr, der Typ steht seit Jahrzehnten da und sieht immer noch gleich aus. 


 

Die Fahrt hinunter zur Küste führt durch die Hochebene Chiles. Die Landschaft karg, hier scheint gar nichts mehr zu wachsen. Die Ruta 5 geht zweitweise ...zig Kilometer einfach gerade aus, eine unglaubliche Einöde. Am Rand der Berge, oder wohl eher Hügel, viele verlassene Minen.

 

 Auch die Bucht hat gelitten, überall liegt Müll rum, sieht man aber von unserem Platz aus nicht.

 

Wir bleiben nur eine Nacht, denn wir wollen endlich hoch zum Salar de Surire. Sind gespannt was sich dort verändert hat. 

In Arica bekommen wir bei der Shell Tankstelle gratis Wasser. Normalerweise muss man hier oben das Wasser kaufen, es ist Mangelware. Während das Wasser einläuft, lasse ich die Waschmaschine laufen und spring unter die Dusche, wieder einmal Haare waschen, obwohl....14 Tage geht ja noch🥴🥴🥴

Die Haare sind steif von Sand und Schmutz!!
Die Haare sind steif von Sand und Schmutz!!

 

Los geht's, die Ruta CH11 führt stetig den Berg hoch Richtung Putre. Bis Zapahuira wurde die Strasse ausgebaut, seitlich gelbe Betonabgrenzungen wo man jetzt nicht mehr einfach ausstellen  kann um eine optimale Höhenanpassung zu machen. Erst bei 3079 m.ü.M eine erste Möglichkeit, welche wir natürlich benutzen. Die Piste scheint neu angelegt zu sein, bestimmt für eine neue Mine. Es ist schon nach siebzehn Uhr, also Zeit für ein Bier, heute noch mit Alkohol, ab morgen dann 0 %-iges, wegen der Höhe.

 

Ich schaue mal kurz ins WetterAPP: Oh Schreck...nur Regen und Minustemperaturen. Na das kann ja heiter werden. Schon fallen die ersten Regentropfen. Am Morgen hängen Nebelschwaden über dem Tal.

 

23. Januar 2023

Das Mirador über dem Dorf Putre ist 35 km entfernt, es steigt auf 3667 m genau richtig für die zweite Höhenanpassung.

 


24. Januar 2023

Wieder fahren wir nur knappe 11 Kilometer, schon haben wir unseren nächsten Spot erreicht. Wir sind jetzt auf 3976 m.


 

Die Nacht war für Silvia nicht sehr erholsam. Kopfschmerzen und eine innere Unruhe liessen sie nicht schlafen. Wir beschliessen, dass Bergers eine "Ebene" tiefer übernachten, aber, vorher sollen sie hoch auf den Pass fahren um ihr Truck zu testen. Am Agua Negra hatte "Expi" ja erhebliche Probleme. Nach einer Stunde kommt die positive Antwort: "alles klar,  überhaupt keine Probleme, kein weisser-, kein schwarzer Rauch, Schalten manuell oder in im Automatikgetriebe einwandfrei." Super!

 

Bruno hat gestern versucht die Luft aus unserer Heizung zu bekommen. Erst nach nervigem vier Stunden -mit  ausbauen  und neu einbauen-, geschätzten hundert Mal an- und abstellen lief sie wieder. Heute Morgen dann, wieder nicht mehr! So zieht er den "Blaumann" wieder an und öffnet die "Heizbox". Schnell findet er raus wieso, er hat vergessen einen Hahnen aufzumachen. Er drückt Start...und schon läuft sie wieder. Uff, ohne Heizung und warmem Wasser das geht ja gar nicht. 

 

Da noch nicht Mittag ist, beschliessen auch wir auf 4400 hochzufahren. Expi steht beim Mirador Las Cuevas. Die beiden stehen in den Startlöchern um den kleinen Rundgang zum Mirador zu machen. Wir schliessen uns an. Da keiner da ist, nehmen wir Lola mit, obwohl eine Nationalpark. Schnell laufen wir aber zurück und holen die Leine, es wimmelt von Vizachas/Chinchillas. Sicher ist sicher. Auch Lamas und Vicuñas begegnen wir.

 

Das Wetter ist durchzogen. Tagsüber scheint die Sonne, gegen Abend kommt ein Regenschauer. Das seit drei Tagen. Und es soll so weiter gehen, mal weniger, mal mehr Regen. 

 

Wir fahren wieder zurück auf 4200 m, wo wir einen guten Schlafplatz finden. Am Nachmittag setzt Regen ein, welcher sich hartnäckig hält. Wir spielen Canasta und schauen Filme.

 

27. Januar 2023

Heutiges Ziel: Lago Changará. Wir kommen noch einmal bei den Vizachas vorbei, diesmal nehme ich meine Fuji mit.

 

Die Vicuñas sind nur an Lola interessiert.

 

Letzte Höhenanpassung auf 4475 m.ü.M, wenn wir alle ein gute Nacht haben, starten wir Morgen zum Salar de Surire.

Wir stehen am Lago Changará, der Vulkan Parinacota mit seinen 6468 m ist meisten hinter dicken Wolken versteckt, es ist kalt und regnet oft.

Die Vogelwelt ist vielfältig und beschimpfen in einem fort Lola.

 

28. Januar 2023

Zum Salar de Surire gibt es vier Routen. Wir beschliessen, die oberste, nahe der Grenze zu Bolivien zu fahren, denn dort gibt es unterwegs Thermen. Nach achtzehn Kilometer und über einen Berg von 4700 m erreichen wir besagte Thermen. Wir staunen, kein Wasser im Häuschen, nur noch ein kleiner Aussenpool, welcher uns aber nicht reizt, also fahren wir weiter. Keine 500 m weiter eine kleine Senke mit anschliessendem Anstieg. Alles voll Wasser, die Piste matschig. Bruno versucht es trotzdem. Tja, es kommt wie es kommen musste. Kaum im Anstieg schlittert unsere Hütte links weg, die Räder drehen durch. Gott sei Dank hat es ein Bord, wo wir anstehen, Bruno legt den Rückwärtsgang ein und schlitternd kommen wir zurück auf festen Grund. Das wars, für diese Piste. Alles zurück zur Teerstrasse, wieder 36 km retour fahren und die Piste A 95 versuchen. Bei der Polizeistation halte wir an und ich gehen fragen wie der Strassenzustand sein. „Alle perfekt, teilweise geteert, alles kein Problem“, die Auskunft. Ich hake nach, „trotz des vielen Regens, kein Problem? No,no todo tranquilo, todo bien!“ Okay, dann let's go! Und tatsächlich bis auf ca. 10 Kilometer ist alles gut. Und bei den zehn Kilometer haben wir riesengrosses Glück, der Schieber beendete gerade das räumen der Strasse. 

Gegen drei kommen wir an einer geeigneten Stelle vorbei, wo wir auf sicherem festen Grund übernachten können. 

 

In der Nacht fällt wieder viel Regen, ich werde langsam unruhig, gefällt mir gar nicht, an Schlaf ist nicht zu denken.

 

Gegen zehn fahren wir los, die Piste in gutem Zustand. Keine 20 Kilometer weiter erreichen wir schon den Salar und die Polizeistation. Wir könnten nicht links rum, die Piste sei sehr kritisch, wir müssten am rechten Ufer entlang fahren. Okay, kein Problem. Gesagt, getan. Eine halbe Stunde später stehen wir bei den heissen Quellen vom Salar de Sirre, für uns die schönste natürliche Therme Chiles. 

 

 

Fünf Minuten später sind wir schon im Wasser. 

 

Montag 30. Januar 2023

Wir sind noch am frühstücken als der erste Pickup vorfährt. (Die Thermen sind eine beliebte Touristenstelle) Der Chauffeur ganz klar ein Chilene, der Gast… ganz klar ein Schweizer-Gesicht! Bruno ist schon angezogen und geht raus, fragen woher, wohin? Der Chauffeur aus Putre, der Gast aus…Biel!!!! Hahahah, unserer Heimatstadt. Unglaublich!

 

Zusammen verbringen wir den Morgen mit quatschen und baden. Silvia und Werner haben vor 50 Jahren bei Hofmann Laroche gearbeitet, und unglaublich aber wahr, der Vater von Johannes genauso, in der gleichen Zeitspanne. Wie klein doch die Welt ist. 

 

Die beiden müssen vor vierzehn Uhr wieder los, denn es ist wieder Regen angesagt. Vom Chilenen (ich habe seinen Namen vergessen) erfahren wir sehr viel über Chile, seine Kriege, seine Probleme mit den Ureinwohnern, Probleme mit Bolivien, Peru, der Regierung. Auch über das Altiplano hier oben. Die ganze Region, Tausende von Hektaren, gehören gerade einmal drei Familien. 

 

Auch erklärt er uns, das jetzt die Regenzeit sei, es fast jeden Tag gegen Abend regnen würde, was wir natürlich bestätigen können. Jeden Tag ziehen heftige Gewitter und Regenschauer übers Land. Wir haben definitiv die falsche Saison ausgesucht. Tja, aber jetzt sind wir hier, wie wir zurückkommen ist eine andere Geschichte, wir werden sehen. 

 

Mein Unwohlsein wächst mit jedem Regenschauer, Gewitter. Werner und Silvia sind irgendwie ganz locker.  Meine WetterApp sagt wieder nur Regen für die nächsten zwei Tage. Werner und Silvia sehen das locker, Hut ab! Mein Magen rebelliert, ich fühle mich überhaupt nicht wohl in meiner Haut. Erinnerungen an Bolivien, Ninfas, Amazonas und Argentinien und dem dazu gehörenden Matsch sind voll präsent. 

 

Heute haben wir Kriegsberatung. Wir beschliessen den Weg nach Colchane unter die Räder zu nehmen, sind uns aber einig, bei der kleinsten Unsicherheit drehen wir um. 

 

 


01. Februar 2023

Gegen halb zehn geht's los. Werner fährt diesmal vor. Wiedererwarten kommen wir gut voran, die Piste ist wohl nass, aber da sie steinig/sandig ist, gibt es keine Schlammschlacht.

 

Hier oben wachsen die Queñua "Krüppelbäume" die höchstwachsenden Bäume der Welt, sie werden gerade einmal zwei Meter hoch.  

 

Nach etwa einer Stunde erreichen wir die 4700 m. Wir sind über der Schneegrenze.

 

Gleich darauf gehts wieder den Berg runter. Nach knapp einem Kilometer fängt "Expi" wieder an zu Husten

 

Bis wir wieder auf 4200 m sind kann Werner seinen Truck nicht mehr schalten, im Leerlauf oder nur im 12 Gang rollt er die Serpentinen hinunter. Einmal auf 4200 m schnurrt Expi wieder wie eine Katze.

 

Unterwegs kommen wir an drei verlassenen Ortschaften vorbei. Alles ist am zusammenfallen, sogar die Kirche, welche vor sieben Jahren noch intakt war, nur noch eine Bauruine. Müll liegt überall rum. Wir halten nicht an, fahren weiter, zu deprimierend das Ganze. 

 

Nach einer Stunde, über übles Ripio, die Landschaft grün, mit vielen Lamas und Alpakas, kommen wir zur Ortschaft Isluga, mit gleichnamigem Vulkan. Auch hier ist die Kirche dem Zusammenfall geweiht. 

 

In Colchane wollten wir eigentlich tanken, doch Tankstelle gibt es keine. Da wir wieder einmal Internet stellen wir uns an einen kleinen Bach, wo es ein kühles Bier, mit Alkohol gibt!

Wir sind kaum fertig, taucht auch schon das Militär auf. Wenn wir hier übernachten wollten, sei das aber sehr gefährlich, es hätte viele Bolivianer hier, so nah bei der Grenze. Wir lachen nur und sagen, wir hätten einen gute Wachhund, sie würde schon auf uns aufpassen.  


Sonnenaufgang über Bolivien
Sonnenaufgang über Bolivien

 

02. Februar 2023

Ich telefoniere mit Betina, welche zusammen mit Mann und Hund im Süden Chiles unterwegs sind. Sie sagt mir, dass beim Vulkan Lascar hohe seismische Aktivitäten gemessen würden und die Alarmstufe Rot ausgerufen wurde. Mist, nach Calama wollten wir doch eigentlich hin. Was machen wir? Kriegsberatung mit Bergers. Wir schauen ob der San Francisco Pass offen ist, laut Internet ja.

 

Ich rufe heute Morgen in der Zentrale an um uns abzusichern. Die Señora bestätigt es.  So machen wir uns denn auf den langen Weg zurück zum Paso San Francisco. (Mannnn von da kommen wir doch, was für ein Irrsinn!!!)

 

Jeder fährt sein eigenes Tempo. Nächster gemeinsamer Übernachtungsplatz 50 km ausserhalb Antofagasta. Die ersten 30 km Strasse gleicht einem Emmentalerkäse, die Fahrt hinunter nach Huara braucht Zeit. Gegen sechzehn Uhr finden wir einen Platz, hängen die Wäsche auf, die während der Fahrt, seit wir Diesel und Wasser in Huara getankt haben, gedreht hat, und trinken ein kühles Bier, was bei über dreissig Grad eine Wohltat ist. 

 

Nächster grosser Stopp Antofagasta. Hier ist die letzte Möglichkeit, Lebensmittel zu bunkern.  Erst gegen vierzehn Uhr sind wir im Jumbo. Mein Einkaufswagen ist knalle voll, 184 CHF werden der Kreditkarte belastet. Man ist Chile teuer! Auf direktem Weg fahren wir wieder aus der Stadt, die Architektur alles andere als schön. 

 

05. Februar 2023

Die Fahrt geht Hunderte von Kilometer durch eine unwirkliche Landschaft. Auf einer Seite der Schnellstrasse geht meistens die Hochspannungsleitung lang, der Rest ist eine Mondlandschaft, immer wieder mit Abzweigungen zu unzähligen Minen. Wir übernachten noch zweimal bis wir die gut 500 km bis zur Grenzstation des Paso San Francisco erreicht haben. 

 

Gegen Mittag stehen wir am Zollhaus. Es wird bestätigt, dass morgen ab neun der Zoll offen ist. Uff... jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, denn es ist wieder Schnee und Regen angesagt, welcher gegen fünfzehn Uhr in Form von Hagel einsetzt!

 

Bruno und Werner hatten gerade genug Zeit um bei Expi eine Höhenanpassung zu machen, welche hoffentlich etwas bringt.

 

06. Februar 2023

Grosser Tag, schaffen wir den Sprung nach Argentinien?