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Pepamobil in Argentinien
Argentinien 17.11.2022 bis

 

Die Ausreise aus Chile war natürlich problemlos, die Einreise in Argentinien lustig, und für die "zwei Lehrlinge" lernreich. An den kleinen Grenzübergängen kommen nicht sooo oft Reisende mit einer ID aus Paraguay, aber mit  Schweizerpass vorbei. Es musste viel erklärt und nachgefragt werden. Bei meiner Frage zur Senasa (Agrar- und Lebensmittelkontrolle) wollte der Zöllner wissen, wieso? Nun, wir haben einen Hund. "Was für ein Hund?", seine Gegenfrage. Ich schaue ihn ganz verdutzt an, "ein normaler Hund" bekommt er zur Antwort. Grosses Gelächter im ganzen Raum. Ja Mann, was für ein Hund? einer de "la calle" (Strassenhund) halt, aus Mexico. Zu zweit inspizierten sie dann noch das Innere vom Pepamobil, wollten aber vom Kühlschrank nichts wissen, das einzige was sie interessierte war unser Leben.  Cool, schade sind nicht alle Zöllner so gut drauf.

 

Fünf Kilometer weiter biegen wir links ab und fahren hoch auf 1640 m zum Vulkan Batea Mahuida. Wir staunen, es hat noch Schnee. Also parkieren wir am Pistenrand, ziehen die Wanderschuhe an und laufen los Richtung Krater. Nach zehn Minuten bleibt Lola stehen, will nicht mehr weiter. Sie macht das oft in letzter Zeit, wir wissen nicht, ob es ihre Wirbelsäule ist, oder das fehlen der Milz. Wir richten uns natürlich nach ihr, so dreht Bruno mit ihr um und ich marschiere den steilen Anstieg hoch zum Kraterrand. Keuchend komme ich oben an, aber wie immer ist die Aussicht grandios. Vier Vulkane sieht man von hier oben. Drei in Chile, den Villarrica, Llaima und Loquimay und den Vulkan Lanin in Argentinien.

Pepamobil in Argentinien
Vulkan Lonquimay

 Der Vulkan Llaima ist in den Wolken versteckt.

 

                                           Vulkan Villarrica                                                                                   Vulkan Lanin

 

Wer sieht unsere Hütte???

Kratersee Beta Mahuida
Kratersee Beta Mahuida

 

Da es hier oben ziemlich windig ist, fahren wir etwas hinunter und finden unsere Stelle wieder, wo's einfach nur perfekt ist. Und....

wir haben sogar Internetempfang. So richten wir es uns denn ein und planen ein paar Tage hierzubleiben. 

 

Samstag, 19. November 2022

Heute schaffte es Lola, kam mit bis nach oben, toll, nur Bruno blieb zu Hause. Die Nächte sind mit 5 Grad frisch, doch wir geniessen sie, schon bald haben wir wieder Heiss.

 

Montag, 21. November 2022

Gegen zehn Uhr starten wir den Motor und rollen den Batea Mahuida hinunter.

Die vier Tage waren genial schön und erholsam. Obwohl… gestern gab’s wieder einmal, am Mittag, einen feinen Cappuccino, ich lag bis halb fünf in der Früh hellwach im Bett und hab ein ganzes Buch gelesen, Wahnsinn! 

 

Im 12 km entfernten Dorf Villa Pehuenia finden wir im kleinen Supermercado Äpfel, Orangen und Mandarinen. Dann geht’s ab zur Ruta 23, sie ist eine unserer Lieblingsstrecken. Zuerst alles entlang dem Lago Aluminé.

 

Kaum biegen wir von der Teerstrasse auf die Piste, eine Baustelle! Wir trauen unseren Augen nicht, die Strasse wird geteert. Das darf doch nicht wahr sein! Die Landschaft bleibt wieder einmal auf der Strecke. Es tut mir im Herzen weh, was hier wieder kaputt gemacht wird.

 

Wir brauchen Wasser, hier gibt es genug davon. An einem Bach halten wir an und schmeissen die Pumpe ins Wasser. Zuerst tut sich nichts?! Was ist los? Ah, Wackelkontakt! Wir können es Richten und den Tank füllen. 

 

In der Zwischenzeit donnern Lkw um Lkw an uns vorbei!

 

Ich ziehe meine Laufklamotten an und walke vorab. Bis zu unserem Platz sind es vier Kilometer. Immer wieder mache ich Fotos von der langen Baustelle....

 

...und vom Tal.

 

Nach einer halben Stunde holt mich Bruno ein und wir biegen links ab zum Rio. Rio ist übertrieben, Wildbach trifft wohl eher zu. 

 

22.November 2022

Unser heutiges Ziel ist 77 Kilometer weg. Noch vor elf sind wir in Las Lajas. Diesel gibt es erst morgen, dafür kann ich meine Prepaidkarte aufladen. Im iOverlander wird ein Übernachtungsplatz in allen Tönen gelobt. Wir fahren hin. Nach 400 m müssen wir umdrehen, das Bachbett ist zu ausgewaschen, wir kommen nicht durch. Also zurück ins Kaff und runter an den Rio Agrio.

Pepamobil in Argentinien
Am Rio Agrio in Las Lajas

 

Wir versuchen ob wir noch einmal die Runde: Chos Malal, Aguas Calientes, Varvarco, Barrancas fahren. Könnte sein, dass  noch zu viel Schnee liegt. Aber wir kaufen für eine Woche ein und düsen los, wieder begleiten uns UFO-Wolken.

In Adacollo fragen wir in der Touristeninformation nach wie es aussieht für die Rundfahrt. "Oh, es liegt noch viel zu viel Schnee", die Antwort vom Chico. Okay, dann halt nur bis Aguas Calientes.

 

Die Fahrt durch die Reserva National Domuyo ist wieder  spektakulär. Der Abstieg steil, der Aufstieg genauso, dazu die tollen Felsformationen. 

 

Die erste Brücke schaffen wir noch ohne hinzuschauen, bei der zweiten steigen wir aber aus und gucken das Teil von unten an. Augen zu und durch...

 

Bei den heissen Quellen/ Aguas Calientes wollen wir einige Tage unsere Knochen im Thermalwasser schwenken. Das Tor ist zugesperrt. Es parkt aber ein Auto davor. So stellen wir uns denn vor den Eingang und richten uns ein. Ein vorbeifahrender Kleinlaster hält und der Señor sagt uns, dass wir einfach übers Tor klettern sollen, würden alle so machen. Also ziehe ich meinen Badeanzug an und gehe nach hinten zum Wasserfall. (Bruno hat keine Lust.) Ich lege mich in ein Becken und geniesse das warme Thermalwasser. 

 

Samstag, 26. November 2022

Wir werden durch laute Rufe und Gejohle geweckt. Sofort ist uns klar: eine Ziegenherde. Zurzeit ist Alpaufzug. Tausenden von Ziegen werden über 150 km hoch in die Berge getrieben. Hier aber haben die Jungtiere ein Problem mit dem heissen Wasser. 52 Grad für die dünnen Beine und kleinen "Füsse" ist schon heftig. Die Erwachsenen kommen problemlos über den Bach, die Kleinen müssen angetrieben werden. Diese schreien und protestieren aus vollem Hals. Aber sie haben keine Wahl, sie werden durchgejagt. 

 

Am Wochenende kommen viele einheimische hier hoch um sich was gutes zu tun, also ist alles voll, für uns Zeit wieder zurückzufahren. Es geht gleich spektakulär wieder zurück. Diesmal aber schneller, da es ja fast nur runter geht. 

 

Kurz nach Andacollo stellen wir uns auf einen grossen Kiesplatz und bleiben gleich zwei Tage dort, Fotos bearbeiten und einen kurzen Film vorbereiten. 

 

Auch hier unten kommen uns immer wieder Ziegenherden entgegen.

 

Ich haben ein kleines Video gemacht. Das erste mit der Drohne, denn Bruno meint, ich müsse das Ding endlich auch fliegen können. Na ja, muss noch viel Üben.