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Argentina

 

 

18. Oktober 2019

Eigentlich, wie immer, ist die Grenzabfertigung auf argentinischer Seite, aus Paraguay herkommend, eine Geduldssache. Irgendetwas klemmt bei den Jungs immer. Diesmal wollten sie uns keine Temporäre Einfuhrbewilligung gebenDies sei nicht nötig mit einer paraguayischen Nummer. Bruno beharrt aber darauf und der junge Mann ist sichtlich überfordert. Während er Hilfe anfordert zieht ein heftiges Gewitter über uns hinweg. Natürlich folgt der Stromausfall sogleich und die Computer stürzen ab. Bis alles wieder hochgefahren ist und wir das verlangte Zollpapier in den Händen haben vergehen fast zwei Stunden. Derselbe junge Mann kontrolliert unsere Hütte. Und was tut er? Zückt sein Handy und fängt an Fotos zu machen. Ich glaub ich spinne. Aber kaum will ich intervenieren, macht mir Bruno ein Zeichen, ich soll es lassen. Aber hallo, wo sind wir denn hier? In einem Zoo, oder was?

 

Bienvenidos a Argentina!

 

Pepamobil Grenze Paraguay

 

Die Rute 81 ist, bis auf drei kurze Teilstücke, in sehr gutem Zustand. Die zwei Übernachtungsplätze waren ruhig und die lustigen Flaschenbäume stehen überall entlang der Straße.  

Pepamobil Schlafplatz an der Ruta 81

 

Es rollte gut, zur Belohnung macht uns Bruno seine berühmte Caipi, wir geniessen ein feines Essen und gehen früh zu Bett.

 

Wir schaffen die 1'000 km in 48 Stunden.  Schon zwei Tage später sind wir in Salta. Bruno steckt Dollar Noten ein und marschiert zum Cambio. Ich bleibe im Pepamobil, denn in Salta weiß man ja nie! Kurze Zeit später ist er schon wieder zurück. Alles geschlossen! Oh, heute ist ja Sonntag! Wir fahren einkaufen, und zum ersten Mal wird uns bewusst, was es heißt, wenn ein Geldkurs nach oben ausschert. War der Peso vor zwei Jahren bei 15 ist der heutige Kurs bei 60. Bezahlten wir vor zwei Jahren für eine Flasche Wein um die 60 Peso, ist dieselbe Flasche heute mit 240 Peso angeschrieben. Im Oktober 2017 kostete der Liter Diesel 14,47, heute 47,30 Peso. Argentinien steht, einmal mehr, vor dem Staatsbankrott. Am 28. Oktober wird gewählt, Cristina steht wieder zur Wahl, als Vize. Die Argentinier sind wie die Amis, sie werden sie wieder wählen. Wetten?!? Macri hat keine Chance.

 

Auf dem Camping Xamena stehen nur wenig Overlander. Drei Brasilianer, ein Franzose und ein Aargauer. 

 

Das 300 m lange Becken ist noch ohne Wasser. Im Sommer ist hier der Teufel los.

Pepamobil Camping Ximena Argentinien

 

Ein Hund mit einem Gipsbein, mal ganz was neues. Gesehen auf dem Campingplatz in Salta.

 

Mit dem Taxi fahren wir am Montag in die Stadt. Beim Cambio wechseln wir 500 $ und bekommen 31.000 Peso. Kurs 62, krass!

 

 

Bei einem Café beobachten wir das emsige Treiben der gestressten Stadtmenschen. Auch hier verpflegt Frau/Mann sich auf die Schnelle.

 

Dienstag, 22. Oktober 2019

Während ich hier die Homepage aktualisiere, geht Bruno einkaufen. 

Gemüse, Güetzi, Hülsenfrüchte, Kleinkram, Milch, hier gibt es KEINE Frischmilch mehr, nur noch UHT, 8 Flaschen Wein und sechs Flaschen Bier kosten 101 CHF. Ja, das Leben ist für Ausländer billig. Wie nur schaffen das die Einheimischen? 

 

Wir verstauen unsere sieben Sachen, schnallen uns an und ab geht's zum Tolar Grande. Das GPS zeigt uns 352 km an, na dann los Richtung Paso de Sico.

 

 

Heute fahren wir bis Santa Rosa de Tastil. Wie immer stellen wir uns auf die Fußballfelder, mit der Schnauze in den Wind, da dieser wieder sehr heftig weht. 

Pepamobil Santa Rosa de Tastil

 

Mittwoch

Gegen neun starten wir den Motor, kommen aber keine zwei Kilometer weit, als unser Pepamobil, wie gestern auch schon ein paar Mal, anfängt zu "husten". Bruno fährt rechts ran und kippt die Kabine. Er fängt an zu suchen und wird beim Separ-Filter fündig. Dieser ist schwarz und völlig verschmutzt. Gut haben wir einen Ersatzfilter mit. Nach zwei Stunden ist alles repariert, geputzt und unser Pepamobil schnurrt wieder wie geschmiert. 

 

Kurzer WiFi-Stopp in San Antonio de los Cobres. Checken, wie weit Susanne und Ueli sind. Seit Wochen stehen wir mit den beiden "Seeländern", also quasi Nachbarn aus der Schweiz, in Kontakt. Sie sind von Süden her unterwegs in den Tolar Grande und wir wollen uns irgendwo auf der Strecke treffen. 

 

Wir sind beide auf Kurs, also weiterfahren. Natürlich müssen wir die Höhe immer im Auge behalten. In eine Höhenkrankheit fallen, das will hier keiner.


 

Die RN51 ist in einem sehr schlechten Zustand. Ein Wellblech vom Schlimmsten, steinige Teilstücke erschüttern unsere Hütte. Zweimal machen wir einen "Abflug". Als ich zwischendurch mal den Durchgang öffne und nach hinten schaue, ob alles in Ordnung ist, sehe ich, der große MAC liegt auf dem Fussboden, Scheibe...Bruno hält an und wir starten den Rechner. Ufff...er läuft noch, Bildschirm auch noch ganz! Glück gehabt!

 

Erst auf der RP27 wird die Piste besser. Wir staunen nicht schlecht. Aus dem verschlafenen Nest Pocitos ist eine kleine Minenstadt geworden. Viele Lkws kommen uns entgegen, überall schiessen Solarkraftwerke aus dem Boden.

 

Unweit der Kontrollstelle zum Minendorf stellen wir uns in die Pampa. Wir nehmen beide ein Aspirin, die Köpfe pochen.

.  

 

Am nächsten Morgen geht's über den Salar de Pocitos...

 

 

...bis zu den Los Colorados

 

Wie schon bei den letzten beiden Malen sind wir wieder einfach nur sprachlos.

 

Wie immer lässt Bruno die Drohne steigen. Plötzlich wird der Bildschirm schwarz, die Drohne reagiert nicht mehr. Scheisse!!!!!

Die Drohne fliegt kreuz und quer und wir schauen zu, wie sie gegen den Boden fliegt UND...ganz sanft landet. Uffff...Glück gehabt.

 

Wir fahren die siete curvas wieder hinunter und finden die Drohne, ohne Probleme und ohne Schaden, wieder. Da wir uns ja heute mit Ueli und Susanne treffen wollen, bleiben wir gleich hier und warten auf die beiden. 

Schon kurze Zeit später hupt es über unseren Köpfen die beiden sind am anrollen.

 

Im Schlepptau Christine und Klaus aus Deutschland. Zusammen verbringen wir drei herrliche Tage auf über 3'670 m ü.M.

 

In einer atemberaubenden Landschaft machen wir ausgedehnte Spaziergänge, quatschen stundenlang, essen lecker und geniessen das Leben.

Pepamobil in Los Colorados Tolar Grande Argentinien

 

Im letzten Dezember (also 2018) hat es in dieser Region zum letzten Mal geregnet.

 

Open-air, Hair-saloon. Ueli schaut gut zu, denn normalerweise schneidet er seiner Susanne die Haare.

 

Wir lassen die Drohne steigen, von oben sieht alles ganz anders aus.

 

28. Oktober 2019

Noch einen letzten Schwatz, dann trennen sich unsere Wege. Für die Schweizer geht es ostwärts, jawohl nach Paraguay, für uns geht die Fahrt weiter Richtung Süden. 

 

Die tolle Landschaft begleitet uns...

 

Salar del Diablo

 

...bis zu den Ojos de Mar.

 

Mitten im Niemandsland drei Wasserlöcher.

 

Die Vicuñas sollten hier eigentlich gewohnt sein an Touristen, aber sie sind scheu und fliehen sofort, will Frau sich ihnen nähern.

 

Bis zum Minenkaff Tolar Grande sind es nur noch fünf Kilometer. Wir stellen uns neben das "Centro de Integracion Urbana" ,

zapfen das Pais Digital-WLAN an und erfahren als erstes, dass Alberto Fernández neuer Präsident von Argentinien ist. Die ersten  negativen Änderungen sind schon in Kraft. Bis Samstag konnten die Argentinier pro Woche 10'000 USD wechseln, ab heute nur noch 200 $. Willkommen zurück Cristina.

 

 

Um zum Cono de Arita zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten. Über den Salar de Arizaro, 57 km, Fahrzeit knappe zwei Stunden, oder aber man nimmt die Strecke den Anden entlang, 272 km. Wir nehmen natürlich den Umweg durchs Gebirge. 

 

Links abbiegen? Oder die 200 km Umweg fahren?

 

In der Ferne rechts, der Cierro Tolar.

 

Je näher wir den Anden kommen, desto farbiger werden diese.

Pepamobil in den Anden Argentiniens

 

Entlang des Salar de Arizaro, rollen wir Richtung Süden.

Salar de Arizaro, im Pepamobil

 

Vicuñas und Eule beäugen uns.

 

Bis zur Goldmine La Casualidad wird die Piste unterhalten und ist gut befahrbar. Das ändert sich aber schlagartig als wir links auf die Piste zum Como abbiegen. 

 

Fast 50 km übelste Steinpiste. Für den Beifahrer eine Tortur, er/sie wird arg durchgeschüttelt.

 

Bis endlich der Cono de Arita in Sichtweite kommt dauert es...

Cono de Arita by Pepamobil

 

Wir bleiben über Nacht...

 

...und fahren am nächsten Morgen Richtung Antofalla.

 

Leider ist auch diese Piste alles andere als angenehm zu befahren. Ich kralle mich fest, beiße die Zähne zusammen und fluche vor mich hin.

 

Bis zu den Ojos del Campo sind es nur 15 km, aber auch diese sind "chrote Schlächt".

 

Eigentlich wollten wir hier übernachten, Bruno hat aber keinen "Bock" die Piste morgen früh zu fahren, also fahren wir die 15 km zurück und stellen uns an den Pistenrand. Gegenüber sehen wir die Straße, welche wir am nächsten Tag fahren werden.

 

Im iOverlander ist ein Eintrag, dass die Strecke ein heikles Teilstück haben soll. Ich versuche es zu ignorieren, denn sehr oft haben wir schon feststellen müssen, dass viele Reisende Dinge ins Internet posten, welche völlig unsinnig sind.

 

Wir fahren los, höchster Punkt heute 4600 m ü.M.

pepamobil Antofalla Argentinien

 

Die Sicht über den fast 100 km langen Salar de Antofalla ist natürlich super. Jetzt schauen wir auf die Straße welche wir gestern runtergekommen sind.

 

Trotz der 4600 m ü.M. kommt unser Truck problemlos den Pass hoch. 

 

Kaum auf der Passhöhe angekommen geht es auf der anderen Seite wieder runter.

 

Ich registriere erst später, dass dies genau die Stelle ist, die so steil sein soll und andere Reisende fast nicht hochgekommen sind. Na ja!!!

 

 

 

Unser nächstes Ziel: die Piedra Pómez. Bis wir aber dort ankommen, versuchen wir einen steckengeblieben Laster zu befreien.

 

 

 

 

 

Coming soon here

 

 

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