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Argentinien zum Dritten

 

02. November 2018

Detaillierte Infos zur Grenzabfertigung findest du hier

und für Hunde hier

Aktuelle Dieselpreise hier

 

 

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06. November 2018

 

In Erinnerung an René 

 

Heute erst erfahren wir von Renés Tod. Wir sind tief betroffen. Am 26. Oktober feierten wir noch den 10. Jahrestag von René und Karen, sind mit dem Buggy durch die Dünen von Copiapó geflitzt, hatten mit den beiden eine tolle Zeit.

Am 02. November hatte René einen Unfall mit dem Buggy und ist seinen schweren Verletzungen noch vor Ort erlegen. Daher brechen wir unsere Reise sofort ab und fahren zurück nach Vicuña zu Karen. Wir verlieren mit René einen tollen, lieben und hilfsbereiten Freund. Wir werden ihn sehr vermissen.

 

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09. November 2018

Es fällt mir momentan sehr schwer, unsere Homepage zu aktualisieren. Ich kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.  Ich werde nur Fotos einstellen mit einem kurzen Beschrieb. Ich, wir, brauchen Zeit um zur Normalität übergehen zu können.

 

Am 1. November wurde Lola 4 Jahre alt.

 

Wir starten zum Paso de San Francisco, die Landschaft atemberaubend.

 

Grenzstation und Salar Maricunga

 

Nach dem Zoll geht's stetig den Pass hoch. Natürlich lassen wir bei solch einer Farbenpracht die Drohne steigen.

 

Dann kommen die ersten Büßerschnee-Felder.

 

Die Dinger sind echt toll! Büßereis entsteht durch unregelmässiges Abschmelzen bei starker direkter Sonneneinstrahlung, geringer Luftfeuchtigkeit und starken Winden. Der Name kommt von Buße tun, die Mönche sitzen in Reih und Glied und ihre "Kapuzen" zeigen alle Richtung Mittagssonne.

 

Dann kommt der berühmte Ojos del Salados in Sicht.

 

Dann endlich die Laguna Verde.

 

Auch hier Büßerschnee

 

Während wir eine Kleinigkeit essen, frischt der Wind auf, innert Minuten bilden sich Schaumkronen auf dem Wasser und ein Aufenthalt draußen ist nicht mehr möglich, auf 4.344 m.ü.M eine ungemütliche Angelegenheit.

 

Auf dem letzten noch ungeteerten Stück Straße viel Staub und immer wieder der Nevado San Francisco, 6.016 m, im Blick.

 

Der Nevado San Francisco auf der chilenischen Seite. 

 

Die Grenztafel...vom Winde verweht! Wir befinden uns auf 4.726 m.ü.M, mit Auto!

 

Der Nevado heißt in Argentinien Volcano San Francisco und die Farben verändern sich.

 

Der Incahuasi, mit 6.638 m der höchste Berg der Region.

 

Ab jetzt geht es wieder bergab. Die Hochebene grandios.

 

An einem Bach finden wir einen tollen Schlafplatz.

 

Wilde Esel...ob ich die jagen sollte??? Nee, lieber nicht, Frauchen hätte bestimmt was zu motzen!

 

Weiter geht die Fahrt Richtung Fiambalá.

 

Flamingos, Guanacos und Hochland-Enten auf einem der vielen Salare.

 

Die Los Colorados kommen in Sicht, wo wir auch einen tollen Schlafplatz finden.

 

Am Morgen gigantische Farben.

 

Die Fahrt bis in die Thermen von Fiambalá schaffen wir dann doch in einem Tag. Anhalten, Fotos machen oder Drohne steigen lassen, braucht viel Zeit.

 

In den Termas de Fiambalá lassen wir für zwei Tage die Seele baumeln. Zusammen mit Uta und Jürgen haben wir eine lustige Zeit. Nichts ahnend, was für eine Horror Nachricht uns erwartet, da wir seit Chile keine Internet-Verbindung hatten.

 

Am 6. November fahren wir bis nach Tinogasta, wo mir eine Passantin mit ihrem Samsung einen HotSpot macht, damit ich meine WhatsApp runterholen kann. Hier erst erfahren wir, dass René am 2. November einen tödlichen Unfall gehabt hat. Wir sind schockiert, fassungslos. Sofort nehmen wir mit Karen Kontakt auf und entschliessen uns, zu ihr zurückzufahren. Aber wo ist die nächste Senasa? Lola braucht wieder neue Papiere. In La Rioja werden wir fündig, 352 km liegen vor uns. Wir fahren los und übernachten irgendwo bei einem ausrangierten Bahnhof 

 

In La Rioja das gleiche Prozedere wie immer für die Hundepapiere. Tierarzt, Senasa, Bank, Senasa, listo. Dann MapsMe aufrufen 

und Agua Negra eingeben und ab geht's, wieder sind 350 km zu fahren.

Weil das Valle da la Luna auf der Strecke liegt, schauen wir uns dieses noch einmal an.

 

Auf der neuen top ausgebauten RN 150 rollen wir in San José de Jáchal ein. 

 

Wir tanken und ich rufe auf dem Paso Agua Negra an, um die Öffnungszeiten zu erfahren. Der Pass sei noch bis Dezember geschlossen! So ein Sch...!!! Jetzt müssen wir zurückfahren und über den Pircas Negras, und das gibt zusätzliche 600 km. 

 

Am nächsten Morgen ahnen wir, was für ein Farbenrausch auf uns zukommt.

 

Langsam schraubt sich die Straße den Berg hoch. 

 

Vorbei an der Laguna Brava, zur Grenzstation.

 

Wieder ein Büßerschneefeld auf 4.438 m


 

Die Argentinier und Chilenen sind hier auf 4.014 m in einem Gebäude. In der Zwischenzeit wissen wir ja, wie heikel die Chilenen sind, aber was hier abging, übertrifft alles andere. Zu dritt wurde alles geöffnet, sogar im "Schlafzimmer" wurde jeder Kasten aufgemacht und untersucht. Und erstmals in den 12 Jahren werden auch die Aussenstaukästen kontrolliert.

 

Nach dem Zoll geht es noch weiter den Berg hoch, unser Pepamobil bekommt langsam "Atemnot".

 

Chile zum Dritten

 

Dann endlich die Grenze. Auf 4.478 m weht der Wind fast mit Orkanstärke, die Aussicht irre.

 

Blick zurück nach Argentinien...                                                                Blick nach Chile...

 

Vom Winde zerzaust!

 

Ab jetzt gehts wieder den Berg runter.

 

In der Ferne der Nevado Pircas Negras

 

Bis hinunter ins Tal sind noch einige Kilometer zu fahren, einen Schlafplatz finden wir direkt an der Piste.

 

Bis Vicuña sind es noch weitere 500 km. An der Playa Totorlillo nächtigen wir noch einmal.

 

Am Sonntag, 11.11.18 treffen wir in Vicuña ein, 1.500 km sind auf den Zähler gekommen. Zusammen mit Karen verbringen wir die nächsten Tage. Am 13.11. findet in der Kirche von Vicuña ein Gedenkgottesdienst für René statt, organisiert von der Schule hier in Vicuña. Seine Familie setzt sich seit Jahrzehnten für die Bildung der jungen Menschen in Chile ein. Überall im Land haben sie Schulen errichtet, so auch hier in Vicuña. 

 

Die Tage mit Karen sind tränenreich, hoffnungslos und von tiefer Trauer.

Wir helfen ihr mit den Strom- und Wasserproblemen im Terral, denn sie möchte im Lkw wohnen. Dann heißt es Abschied nehmen. Sie hat Termine in La Serena und Santiago, wir einen weiten Weg zurück nach Paraguay. 

 

Wir fahren los, wieder über den Paso de San Francisco, die Kamera bleibt mehrheitlich in der Tasche. Erste Bilder mache ich von den drei Sechstausendern; Incahuasi 6.638, El Murto 6.486 und Volcan San Francisco 6.016 m.

 

 

 

Argentinien zum Vierten

17. November 2018

 

Nach den Grenzformalitäten rollen wir wieder durch die tolle Bergwelt Argentiniens, treffen unterwegs Sandra und Andreas, die beiden unterwegs Richtung Ushuaia. Wir schaffen es dann noch bis in die Coloradas.

 

Am 16. November sind wir wieder an der Tankstelle in Tinogasta, wo wir die Nachricht von Renés Tod erhielten. Viele 2'722 km sind seither mehr auf dem Tacho. Jetzt geben wir die Strecke nach Asunción ins Navi ein, knappe 2'000 liegen vor uns, wir starten...

 

Am 19. November stehen wir schon an der Grenze. Obwohl Feiertag in Argentinien, sind wir ruck-zuck durch und sind nach fast genau drei Monaten wieder in Paraguay.