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pepamobil Brasilien
Unterwegs in Brasilien

 

 

Der Zoll ist, dank der Vorabregistrierung mit QR-Code, schnell erledigt. Auf geht's nach Gramado, 754 Kilometer liegen vor uns. Heute schaffen wir 224, die Sonne scheint und wir kommen gut voran. Bei einer Tankstellen stellen wir uns in eine Ecke und rechnen mit einer "lauten Nacht.

 

30. April 2024

Sie war sogar sehr ruhig. Da wir noch viele Kilometer vor uns haben starten wir relativ früh. Schon bald setzt Regen ein. Und dieser wird immer stärker. So viel Regen hatten wir noch nie. Die Wassermassen überschwemmen das Land, die Felder, die Straßen. Wir kommen nur langsam voran.

 

Kurz vor unserem Etappenende  stehen wir im Stau. Nichts geht mehr. Vierzig Minuten später kommen wir an der Ursache vorbei, ein Hangrutsch!

 

Wir fahren noch zehn Minuten, das  Wasser fällt wieder wie aus Eimern vorm Himmel. 

 

Für die Nacht suchen wir uns einen sicheren Platz, weit weg von einem Fluss, einem Hang. Vor einer Kapelle fühlen wir uns sicher😉😉😉

 

01. Mai 2024

Die Nacht war sehr ruhig, kein Verkehr, keine Auto, nichts. Den Grund sehen wir, als wir am morgen rausschauen. Wir sind zugeparkt, die LKW's stehen in dreier Reihe auf der Straße. Es muss wieder einen Hangrutsch gegeben haben.

 

Eigentlich wollten wir nach Gramado, doch die Hauptstrecke ist mindestens für vier Tage gesperrt. So beschliessen wir, zuerst nach Porto Alegre zu fahren. Was wir zu sehen bekommen ist beängstigend. Überall Wasserfälle die sich über die Hänge ergiessen. Häuser, Felder stehen Meterhoch untere Wasser. Polizei die die Straßen absperren.

Der 1. Mai ermöglicht es, dass wir problemlos zum Flughafen kommen. Ich brauchen ein Ticket in die Schweiz. Während Bruno draussen wartet, bemühen der Verkäufer und ich mit Hilfe des Googletranslater um eine Verständigung. 

 

 

Das Ganze dauert und dauert. Ein hin und her mit Datum, mit Fluggesellschaft, mit Geldwechseln gehen. Um 15 Uhr bin ich endlich wieder im Pepamobil. Alles zu schreiben dauert zulange🥴🥴🥴 Ich bin gespannt was ich morgen beim Einchecken erlebe!

 

03. Mai 2024

Das Einchecken dauerte fast genauso lange wie das Buchen. Unglaublich! Die Swiss ist auch nicht mehr was sie mal war. Das Essen lässt zu wünschen übrig, der Service war auch schon mal viel besser. Nur an der Pünktlichkeit kann man nicht meckern. 

03.-15.Mai in der Schweiz

 

Auch der Zug fährt auf die Minute genau ab.

 

Mein Schwager holt mich am Bahnhof  ab. Wir fahren direkt ins Spital zu meiner Schwester. Es geht ihr leider nicht gut. 

 

 

04. Mai 2024

In Brasilien herrscht Chaos, Flughafen, Strassen sind gesperrt, alles steht unter Wasser. Auch Bruno ist  auf einem Parkplatz eingesperrt. Das Wasser steigt stündlich. 

 

Der Eingangsbereich vom Parkplatz, wo unser Pepamobil stationiert ist, gestern Vormittag

 

Drei- vier Stunden später...

 

Fünf Stunden später...

 

Es bleiben circa 20 Meter bis zum Pepamobil. Fünf Flüsse kommen in Porto Alegre zusammen. In den Bergen hat es am Nachmittag aufgehört zu regnen, aber leider um 22:30 wieder angefangen.

 

05. Mai 2024

News aus Brasilien...Aus Sicherheitsgründen wurde in Porto Alegre der Strom abgestellt. Bis auf die Helikopter, welche vermutlich Leute evakuieren, herrscht eine Totenstille. Das Wasser steigt und steigt. 

Habe gerade erfahren, dass ein Staudamm gebrochen ist, das ist gar nicht gut!!!!!

 

Die Lage in Brasilien wird dramatisch. Bruno hat alle  wichtigen Unterlagen, Dokumente, Pässe etcetera,  Geld, Festplatten, Computer und ein Satz Klamotten wasserdicht eingeschweißt. Die Tasche für den "the worst case" steht bereit. Müsste er das Pepamobil verlassen, hat er die Möglichkeit in den Aufenthaltsraum , vom Parkplatz zu flüchten. Dieser liegt im ersten Stock.

 

Er hat die Lkw-Batterien ins Führerhaus gepackt, die Tankdeckel abgedeckt, da wo Wasser eindringen könnte, mit Plastiksäcken zugemacht, die Eingangstüre zugeklebt. Diese Nacht wird entscheidend. 

n der Küche vom Aufenthaltsraums des Parkplatz, schwimmen: Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner, Tisch, Polstergruppe durch die Gegend.

 

Die Besitzer der Autos, die ihre Wagen auf  dem Parkplatz abgestellt haben und in Urlaub geflogen sind, werden grosse Augen machen. Die gefluteten Autos, verlieren alles ÖL, den Treibstoff, das Wasser erreicht die Mitte des Lenkrades. Den ganzen Tag erklingen die Alarmanlagen, die Lichter blinken, dann gibt das Auto den Geist auf. Das wird ein Schock, wenn die Besitzer zurückkommen. Zumal der Flughafen  zurzeit noch gesperrt ist. 

 

06. Mai 2024

Es ist jetzt halb zwölf in der Schweiz, von Bruno noch keine Nachricht! Bin die ganze Nacht wach gelegen, bin extrem nervös.

 

Um viertel nach zwölf hat Bruno endlich angerufen. Schlechte Nachrichten. Das Wasser ist im Wageninnere und leider steigt es immer noch. Die Heizung/Warmwasser ist unter Wasser! Bruno wird jetzt rausgehen und den Turbo abhängen. 

Auch haben die Plünderungen begonnen. Es fallen Schüsse und er ist ganz alleine dort. Das ganze Quartier ist menschenleer.

Helikopter kreisen, Boote fahren auf den Wasserstraßen um Leute zu evakuieren, oder mit den Plünderer. 

Ab Montag dringt Wasser in die Wohnkabine.

Ab jetzt ist Bruno immer wieder draussen im Wasser. Öl, Diesel, Benzin Fäkalien  rund um ihn herum. 

 

07. Mai 2024

Der schlimmste Tag meines Lebens!

Mit Bruno war es so abgemacht, dass er mich um elf Uhr anruft, und je nachdem wie die Situation ist, ich den Notfallalarm auslöse. Als der Anruf kam, ist Bruno am Boden zerstört. Er muss unser "Haus" verlassen. Er muss noch den Wechselrichter ausbauen, diesen ins Trockene stellen, das Pepamobil dicht machen und aufs Dach klettern und auf Hilfe warten. Das heisst dann für uns, ab da  haben wir  keinen Kontakt mehr, ich werde nicht wissen was mit ihm geschieht. Kommt Hilfe? Wann kommt Hilfe? Was für Hilfe kommt?

Seit Tagen stehe ich in Kontakt mit Douglas dem Besitzer von dhr.overlander, zu ihm waren wir unterwegs, und zu Claudia, einer Argentinierin welche Freunde in Florianópolis hat. Beide haben Kontakt zu Behörden und haben Bruno als evakuierende Person angemeldet.

Als ich nun von Bruno die Nachricht bekomme er müsse evakuiert werden, der Aufenthaltsraum steht nicht mehr zur Verfügung, springt mein Verstand in Panikzustand. Wir verabschieden uns und ich weiß nicht, ob ich ihn je wieder sehen  werde! Claudia avisiert ihren Kontakt, dieser reagiert nicht. Eine Stunde, zwei Stunden. Nichts! Ich versuche meinerseits anzurufen, und komme beim ersten Mal durch. Ich spreche kein Wort portugiesisch, kann sowieso vor lauter Emotionen nicht sprechen. Der señor versucht mich zu beruhigen, spricht etwas englisch. Sagt mir er habe den Standort von Bruno, aber er müsse warten, sie hätten noch viele andere Leute zum abholen. Meine Panik steigt, ich schicke eine WhatsApp an Douglas. Sofort kommt die Antwort, gib mir seine Daten, seinen Standort! Ein paar Minuten später die WA: Spricht dein Mann englisch? Ich bin in Kontakt mit der Zivilschutzpolizei! Wir müssen sehen von wo aus wir am schnellsten bei ihm sind! Hat Bruno Signal! Nein!  ist er Versichert? Nein! Ist das Tor offen? Nein, unter Wasser! Sei beruhigt, die Polizei ist unterwegs! Wir suchen auch eine Unterkunft! 

Die Stunden vergehen. In meinem Hirn spielen sich die schlimmsten Horror Szenarien ab. Bruno als Ausländer unter Tausenden von Obdachlosen, sehen nur einen Rucksack und eine Tasche, alle wollen es haben. Er wird zusammen geschlagen, totgeprügelt.

Ich dreh im Roten. Dann die WA, die Polizei ist bei Bruno, er ist im Boot! Ich klappe erstmal zusammen! Die nächste Hürde, das Auffanglager! Wieder der reinste Horror in meinem Kopf. Dann, endlich, endlich, nach sechs Stunden der Anruf von Bruno! Wir weinen beide, sind total mit den Nerven am Ende. "es geht mir gut, ich sitze im Auto, wir suchen ein Hotel! Oh mein Gott, er ist schon fast in Sicherheit. Es vergehen weitere drei Stunden, bis sie endlich ein Hotel gefunden haben, dass A: nicht 150 $ will für ein Zimmer, ohne Strom, Wasser, WC, Essen und B: in einem sicheren Quartier ist.

Das Ganze habe ich aus dem Spital-Zimmer meiner Schwester durchlebt. Ihre Hand haltend um ihr Leben bangend.  Es war der absolute Horror. 

Gegen einundzwanzig Uhr falle ich ins Bett, rufe Bruno an und wir versuchen den Schock zu verarbeiten. Stundenlanges sprechen, weinen, lachen wir, bis wir uns, weit nach Mitternacht , "gute Nacht" sagen.

 

Bruno schreibt einen Bericht wenn er fertig ist, stelle ich ihn dann online.

Das letzte Bild von unserem Zuhause. Wie werden wir es wieder vorfinden?

 

Bruno wartet, Stunden, auf dem Dach des Wärterhäuschen.  Alles was er mitgenommen hat, ist im Rucksack, dem Packet und den zwei Taschen. Alles eingeschweisst. Ich bin schockiert wie abgemagert er ist!🙈🙈😭😭😭😭😭

 

Unterwegs mit der Zivilpolizei kommen sie am Flughafen vorbei, an vielen Kaufhäusern, Gebäude welche alle offene Türen haben.

In Brasilien müssen sich, bei Hochwasser, alle Türen öffnen. Tag der offen Tür für alle Plünderer, und Menschen die alles verloren haben. 

Bruno wird von freiwilligen Helfern in Empfang genommen und zusammen mit Marco einer Vertrauensperson suchen sie während drei Stunden eine Bleibe. Die meisten Hotel stehen unter Wasser, diejenigen die vom Wasser verschont blieben haben keinen Strom, kein frisches Wasser, 10 Liter pro Tag/Person, das WC funktioniert  nicht, sind alle ausgebucht. Die Preise für eine Nacht 140 $. 

 

09. Mai 2024

Es geht uns soweit gut. Bruno hat versucht das Trauma mit einem Bericht niederzuschreiben hier zu lesen.

 

Um vierzehn Uhr wird Bruno abgeholt. Er wird nach Canela gefahren. Eine Kommunikation, mit dem Fahrer, ist leider nicht möglich da Bruno kein portugiesisch spricht. Für die 100 Kilometer hat der Mann sieben Stunden gebraucht, Rettungsfahrzeuge, Wasserversorgungsfahrzeuge, Leute die fliehen, die Strasse ist ein Chaos. Stundenlanges Schlangenstehen. Sein Fahrer will nicht rechts überholen, so wie es alle anderen Autos machen um an den Lkw vorbeizukommen, es sei verboten!

 

13. Mai 2024

Die letzten Tage (und Nächte) waren extrem belastend. Obwohl Bruno in einem hübschen Gästehaus untergekommen ist, gibt es noch viele Probleme. Hauptproblem, der Regen. Es schüttet, nach wie vor, jeden Tag. Nicht ein paar Millimeter, nein immer wieder viele Zentimeter. Bei diesem Wetter ist es Bruno nicht möglich nach draussen zu gehen, da er keine Klamotten zum wechseln hat. Die Temperaturen sind nachts zwischen 1 und 8 Grad, nicht gerade T'Shirt Wetter. Er bekommt nur Frühstück serviert und auch das nicht nach seinem Geschmack. Die liebe Frau will einfach nicht begreifen, dass es Menschen gibt, die keine Wurst, Käse und Brot zum Frühstück wollen. Er ist jetzt vier Tage da oben und konnte erst einmal Mittagessen gehen. Erschwerend kam dazu, dass seine Debitkarte nicht akzeptiert wurde, er also nicht bezahlen konnte, da wir ja auch keine Zeil hatten um  Reais/Real zu wechselt. Erst als ein Kellner auf die Idee kam, anstelle von Debit- Kreditkarte einzugeben, wurde die Visa akzeptiert. Ansonsten ernährt er sich von Greyerzer Käse und Baguette das er aus dem Pepamobil mitgenommen hat. 

 

Meine Schwester ist leider am Sonntag verstorben. Ich hatte aber Zeit mich von ihr zu verabschieden und mit ihr ins Reine zukommen. Auch das waren natürlich sehr, sehr belastende Tage und Nächte.

 

Auf meiner Seite war noch der Rückflug ein Problem. Ist sollte ja wieder in Porto Alegre ankommen, doch der Flughafen ist bis Ende Monat geschlossen. Der Typ, der mir mein Ticket ausgestellt hat, hat sich wohl mit mir in Verbindung gesetzt, mir beteuert, dass er den Flug nach Caxias do Sul umgebucht hätte, aber mein Flug endet in Sao Paulo. Ich habe heute kurzerhand ein neues Ticket gekauft, meine Nerven brauchen diese Unsicherheit nun gerade wirklich nicht. 

 

Vom Wasserstand kommen eher gute News. Dieser sinkt pro Tag 20 Zentimeter. Douglas ist mit der Firma die unser Pepamobil aus der misslichen Lage bergen soll, in Kontakt. Sobald das Wasser noch 40 cm hat, wollen sie versuchen den Lkw zu holen.

 

Was nur hätten wir ohne Douglas gemacht! Er hat die Evakuierung von Bruno organisiert, organisiert die Bergung vom Pepamobil und wird unsere Einrichtung, wenn sie denn zu retten ist, auf Vordermann bringen. Wie nur sollen wir ihm Danken? 

 

15. Mai 2024

Tränenreich nehme ich Abschied in der Schweiz. Ich bin früh dran. Beim einchecken frage ich ob es in der Business noch freie Plätze hat. Hat es, das Upgrade ist gekauft. In der Lounge geniesse ich mein erstes Bier seit zwei Wochen und versuche mich zu beruhigen.

 

16. Mai 2024

Trotz vieler Turbulenzen war der Flug angenehm und mit sieben Stunden Schlaf sogar erholsam. 

In Sao Paulo, morgens um sechs,  immer noch das gleiche Chaos. Aus Übersee landen in den frühen Morgenstunden viele Flugzeuge. Sieben Sprachen habe ich gezählt. Kommen also zwischen 2000 und 2500 Passagiere an. Von 40 "Passkontrollen" sind gerade einmal sieben offen, davon sind zwei für die Crews reserviert. Will heissen, wir warten eine Stunden im Kuhfänger- System. Toll! 

 

Da der Flughafen in Porto Alegre für Monate, sie sprechen von Minimum drei, geschlossen ist, muss ich nach Caxias do Sul fliegen. Wir haben  Glück und können hier auch landen, es hat wieder geregnet  und  dicke Wolken hängen über der Region. Der Flughafen ist ganz klein und verfügt über kein ILS = Instrumentenlandesystem.  

 

Bruno hat den  Bruder von Douglas, er ist Privatchauffeur, angeheuert und so stehen sie am Flughafen um mich abzuholen.

Endlich, endlich können wir uns wieder in die Arme nehmen, sind wieder zusammen!  Gemeinsam schaffen wir auch das!

 

Es ist unglaublich wie hilfsbereit die Menschen hier sind. Nicht nur uns gegenüber. Das ganze Land spendet, eilt zu Hilfe versucht die Katastrophe zu bewältigen. 

 

Für die 74 km  vom Flughafen nach Canela brauchen wir drei Stunden und einen Umweg von 180 km muss gefahren werden. Die Hauptverbindungsstrasse ist an mehreren Orten durch Hangrutsche schwer beschädigt und einige Brücken sind eingestürzt. Auch hier wird es Monate dauern bis die Strecke wieder offen ist. 

 

Gegen sechzehn Uhr sind wir in der Pausada Catedral wo Bruno für die nächsten drei Wochen ein Zimmer gemietet hat. Da ausser Bruno keine Gäste da sind, wird nicht geheizt, und Bruno leidet seit einer Woche stumm vor sich hin. Was ich natürlich nicht akzeptiere. Jedes Zimmer verfügt über eine Klimaanlage und die müsste eigentlich auch heizen. Unsere tut es aber nicht. Gut haben wir einen Haartrockner. Ich lasse ihn einige Stunden laufen und so erwärmt sich unser Zimmer immerhin von neun, auf gefühlte 15 Grad.  Aber natürlich nur wenn dieser läuft!

17. Mai 2024

Handschuhe und Kapuze, das Frühstück ist gleich um einiges angenehmer zu essen.  

 

Das erste was ich die Señora am Morgen frage ist natürlich das Problem einer fehlenden Heizung. Mit der Klimaanlage sollte man heizen, meint sie! Ne, funktioniert nicht! jetzt rennt sie von Zimmer zu Zimmer und siehe da, wir können in eines wechseln wo wir heizen können. Mein armer Schatz, sieben Tage hat er sich den Arsch abgefroren, nur weil er nichts gesagt hat, typisch Bruno!

 

Nach dem Frühstück gehen wir die viereinhalb Kilometer zu Fuss zu DHR OVERLANDER. (sein Instagram-Account) Zusammen mit seiner Frau hat Douglas die Firma vor nur drei Jahren gegründet und sie ist ein voller Erfolg. Die Belegschaft, an die zwanzig Männer, bauen 4x4 Expeditionsfahrzeuge aus (nicht nur) aber immer wie mehr. Wir staunen über die Qualität und den professionellen Ausbau. Alles vom Feinsten! Habe nur so im Vorbeigehen einige Bilder gemacht, besser folgen!

 

Anschliessend bummeln wir durch das verlassene Städtchen Canela. Wo sich normalerweise Tausende von Touristen aufhalten, fast gähnende Leere. Durch die anhaltenden Niederschläge und die Flutkatastrophe vom nahe gelegenen Porto Alegre ist der Tourismus komplett eingebrochen.  In einem der noch offenen Restaurant kommen wir sogar in den Genuss eines Salatbuffet und einem echt leckeren Bier, und, das Restaurant ist geheizt! 

 

19. Mai 2024

Marcio ruft an ob, wir Lust auf eine Pizza hätten;  aber immer. Marcio, selber im Besitzt eines 4x4 Trucks, hat über Douglas von unserer misslichen Lage erfahren und bietet uns jede benötigte Hilfe an. Täglich ruft er in Porto Alegre an um zu fragen, wie hoch der Pegelstand noch ist.  

 

21. Mai 2024

Aus Porto Alegre kommen Videos, welche den Wasserstand vom Parkplatz zeigen. Wir hoffen, dass wir Ende Woche zum Pepamobil kommen.

 

Der Pegelstand am

08. Mai 2024.                          und heute 21. Mai 2024

 

Dienstag, 21. Mai 2024

Vom Parkplatzbetreiber kommen erste Videos/Fotos vom Pepamobil!. Anhand der Fotos lässt sich  gut erkennen, bis zu welcher Höhe das Wasser gereicht hat. Der Fussboden dürfte unter Wasser gestanden haben.

Wir hoffen, dass wir am Donnerstag "einziehen" können! 

 

Donnerstag, 23. Mai 2024

Leider fiel der Einzug ins Pepamobil ins Wasser! Hahah! Die Zufahrtsstraße führt noch immer 1,4 Meter Wasser und ist gesperrt.  Auch hat es gestern wieder heftig geregnet. Über Stunden fegte ein Gewitter über die Region, mit Pingpong großen Hagelkörner. Wann hat das Ganze ein Ende? 

Google Maps erstellt täglich ein Update, welche Straßen noch gesperrt sind. Wir natürlich mittendrin! Aber, es sieht schon  besser aus, als noch gestern! 

 

 

Unseren Aufenthalt hier in der Pousada Catedral verlängern wir bis Montag!


Frühstück bekommen wir in der Pousada. Für's Mittagessen suchen wir jeden Tag ein neues Restaurant, in der Hoffnung, etwas spezielles zu bekommen. Heute war dies der Fall. Tilapia Fisch mit Quinoa und Gemüse. Auch der Preis war dementsprechend. Das doppelte von einem Buffet Livre!

 

25. Mai 2024

Marcio und Alexandra rufen an, laden uns zum Mittagessen ein. Ihr Haus steht in einem Condominium, einer Wohnanlage mit Eigenheimen in einem 40 Hektar großen Wald. 50% der Fläche darf nicht bebaut werden. Es ist atemberaubend schön hier. Ihr Haus, der absolute Hammer. Obwohl das Haus mitten im Dschungel steht, es draussen regnet, also bewölkt ist, wird ihr Haus von beiden Seiten durch große Fensterflächen mit Licht durchflutet. Zusammen mit ihren Freunden verbringen wir einen tollen Nachmittag, mit einem super leckeren Essen. Da alle englisch sprechen, ist auch die Konversation easy. 

 

Sonntag, 26. Mai 2024

Eigentlich gibt es aus Porto Alegre nur schlechte News. Der Wasserstand, durch die heftigen Regenfälle von gestern, ist wieder gestiegen. Der Wind hat gedreht, bläst von Süden in die einzige Öffnung der riesengrossen Lagune, will heissen, Meerwasser wird in die Lagune gedrückt. 🙈🙈 

 

In den Siebzigern des letzten Jahrhunderts, wurden nach einer Überschwemmung in Porto Alegre 68 Wasserpumpen rund um die Stadt installiert, um genau eine solche Katastrophe zu verhindern, wie wir sie heute haben. Das fatale daran ist, keiner hat je eine Instandhaltung dieser Pumpen veranlasst. Kein Bürgermeister und schon gar nicht die Firma die die Pumpen installiert hat. Keine einzige funktioniert!

 

Endlich eine gute Nachricht. Das Militär schüttet die Hauptverbindungsstrasse zum Flughafen auf. Wird aber noch ein paar Tage dauern.

Wir üben uns in Geduld, lesen, spielen, gehen spazieren, müssen der Sonntagspredigt zuhören, die draussen auf einem Umzugswagen, mit ohrenbetäubender Lautstärke dank riesiger Lautsprecher vom Priester abgehalten wird, bevor sie zum Prozessionsumzug starten. Schon ein eigenes Volk die Katholiken! 

 

Hier ein paar Zahlen von der Flutkatastrophe:

 

Betroffen:                    2.345.400 Menschen

Obdachlos:                     581.638    "

In Notunterkünften:         55.813      "

Gerettet:                          77.711  Menschen, Bruno ist einer davon

                                        12.503 Tiere: Hunde, Katzen, Pferde, Kühe, Hasen etcetera, etcetera

Tote:                                169

Vermisste:                         56

Verletzte:                         806

Von 497 Gemeinden sind 469 betroffen

 

Wie noch waren die Zahlen vom Jahrhunderthochwasser vom  15. Mai 1999 in der Schweiz????? 580 Millionen Franken Schäden, alle von den Versicherungen abgedeckt. Tote? Nein! Obdachlose? Nein! Wie lange hat das Ganze gedauert? Eine Woche! Wie lange war es in den Medien? Wochen!!! Und hier in Brasilien, was kümmert es die Medien in Europa? In USA? Wie schnell blättern wir eine Seite um, vergessen, zu wenig Blut, zu wenig Tote. Wir staunen auch über die Reaktionen von  Reisenden. Sie sind nur einen Katzensprung von hier weg, aber ein WhatsApp, ein Telefon, um uns zu fragen wie es uns geht, ob sie was machen können, egal was, sei es nur herkommen und mit uns einen Café trinken, nein, nichts. Ist schon eigenartig, wenn man zuvor einige Tage/Wochen zusammen eine gute Zeit hatte. Was wir weiterhin erhalten sind Anfragen, wenn jemand ein Problem hat, ob wir ihnen da weiterhelfen können. Wir verstehen da wohl einiges nicht so ganz!