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Hausbau Teil V (fünfter und letzter Teil)

 

 

Eigentlich habe ich gedacht, dass ich mit vier Seiten mehr als genug Platz hätte, aber nein, ich muss einen fünften Teil anfangen... ich modle etwas um😏

 

Ich gehe zurück zum 15. April 2018

Gerhard und Nicola haben uns aus Deutschland Fahnen mitgebracht, diese werden nun gehisst.

 

Der Boden in der Werkstatt wird nicht trocken, erneut wird er betoniert...die ganze Ware muss raus !

 

Und gleich ums Eck bekommt das "Camper-WC" Fliesen. Wieder einmal stimmen die Fliesen nicht. Für die Wände bestellten wir glatte Fliesen, für den Boden raue, wegen der Rutschgefahr. Geliefert wurde es umgekehrt. Wir haben keinen Bock, uns auf Diskussionen mit Victór -wir hätten es so bestellt- einzulassen. Kurzerhand bekommt die Dusche nur zwei Seiten von den gelben Fliesen, der Rest, inkl. Wand, die rauen. Wen juckt's?

 

Sieben Bitter-Orangenbäume müssen weg. Manuel macht sich an die Arbeit. Bruno brauchte für einen fast drei Tage. Manuel schafft einen an einem Morgen. Als ich ihm sage, dass Bruno drei Tage gebraucht hätte, lacht er laut auf und meint: Dann habe ich ja jetzt zwei Tage frei!!

 

Als Regula mit ihrem VW-Bus vorfährt, wird Victór bleich: "Tiene Ducha, Baño?" Nein, Regula hat keine Dusche. Sogleich wird umdisponiert, und alles konzentriert sich auf's Camper-WC. Es wird gefugt, gestrichen. WC-Schüssel, Lavabo und Dusche werden installiert. Silikon wird angebracht. Am Freitagabend kann der Raum benutzt werden.

 

Wir sind schon alle im Pool, als gegen achtzehn Uhr Marcos vorfährt. Unser Bett ist endlich fertig.

 

Der Mann im grünen T-Shirt ist nicht am Abladen. So werden Transporte bei uns durchgeführt, er sichert die Ware und hält sich am Fensterrahmen fest. Alles ist auf einer alten Matratze nur auf das Dach gelegt. Es sind ja nur 2 km auf schlechter ruppiger Piste!

 

Alice und Köbi, ein CH-Paar besucht uns und packt natürlich gleich mit an, wo nur aber sollen all die Teppiche hin?

 

Man merkt, dass es dem Ende zugeht. Die Jungs arbeiten mit halber Geschwindigkeit, denn es fehlt an Arbeit, wenn sie hier fertig sind. 

 

Carlos legt die Fliesen auf der Terrasse und im Gästebadezimmer, auch er arbeitet im Schneckentempo!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bruno hat wieder einmal eine Suizo-loco-Idee? 

Wir finden die Fenster so nackt ohne Fensterläden, also wieso nicht ein Band mit Fliesen? Alle stimmen zu, sogar Victór !

 

Marco bringt weitere Teile der Küche.

 

18. April 2018

Die Küche ist fertig.

 

19. April 2018

Dusche/WC für Camper/Reisende ist fertig. Ein richtiges "Bijou" ist es geworden. (Das schönste auf dem südamerikanischen Kontinent, so berichten uns Reisende)

 

Im Gästehaus wird das Bad gefliest und die Fenster werden montiert.

 

20. April 2018

Großer Tag, bez. Nacht. Die Matratzen werden geliefert und wir schlafen zum ersten Mal im Haus!

 

21. April 2018

Wir ziehen um. Bruno fährt den MAN in die Garage und fängt sogleich mit dem Umzug an. Währenddessen aktualisiere ich die Homepage. Das nennt man gerechte Arbeitsverteilung!

 

25. April 2018

Die Dachrinne wird montiert. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind in Villarrica, Lola hütet unsere Finca. Marcos möchte die Regale für die Despensa/Vorratskammer ins Haus tragen. Denkste, Lola verteidigt unsere Hütte aufs heftigste, keiner wagt sich rein! Gut so, braver Hund!

Als wir nach Hause kommen, stellen wir die Regale selber rein. Passt.

 

Irgendwie haben wir das Gefühl, es geht und geht nicht vorwärts. Zurzeit kommen gerade mal zwei, höchstens drei Männer zur Arbeit. Auch Victór ist selten hier, was die Jungs natürlich ausnützen. Lange Pausen, SMS, YouTube et cetera herrschen vor. 

Nach zwei Tage Stillstand geht's im Gästehaus weiter, und mit dem Verlegen der Bodenplatten im Baño.

 

Auch wird die Baustelle immer kleiner. Jedesmal, wenn Victór nach Hause fährt, wird sein Pickup mit Baumaterial beladen, welches nicht mehr gebraucht wird.

 

Und Manuel macht sich daran, weitere Bitterorangenbäume zu fällen.


 

Bis zum Weekend wird nicht wirklich viel gemacht. Im Gästehaus wird der Boden betoniert und im Bad weiter gefliest.

 

Samstag, wir sitzen beim Frühstück, klingelt das Handy. Marcos. Er stehe vor dem Tor mit den Badezimmer-Möbeln.

Rein mit ihm!

 

Während die Männer die Möbel installieren, fährt Bruno zu Sylvia, sie hat noch mehr tolle Sachen zum Verschenken. 

Unglaublich, mit was für "Schmuckstücken" Bruno zurückkommt. Mensch Sylvia, wie nur können wir dir danken?

 

30 . April 2018

Wieder kommen nur zwei Männer zur Arbeit. Sie lümmeln rum. Als gegen acht Uhr Victór kommt, um Material zu holen - er nimmt den Betonmischer mit, jetzt sind wir definitiv keine Baustelle mehr - fragt ihn Bruno, wieso Carlos schon wieder nicht hier sei. Schon letzte Woche hätte er nur drei Tage gearbeitet und diese Woche auch nur drei, dies sei nun wirklich nicht in Ordnung. Carlos braucht für das kleine Bad länger als für unser Wohnzimmer. Victór zuckt nur mit den  Schultern... ist halt so! Aber er befiehlt den zweien, die hier sind, das Bad zu fugen. Sie werden sogar fertig, aber nur, weil wir unseren Rasen gießen und sie in unserem Blickfeld sind. So getrauen sie sich nicht, sich hinzusetzten und auf dem Smartphone rumzuspielen. Und so werden die Jungs bis zum Feierabend fertig mit fugen.

 

1. Mai 2018

Unser Haus ist fast fertig. Es fehlen noch die Regale im Ankleideraum und ein, zwei kleine Möbel. 

 

Baubeginn: 24. August 2017. Fertigstellung des Haupthauses inkl. Umgebung und handgefertigte Möbel: 04. Mai 2018. Ich habe null Ahnung, wie lange ein Hausbau in der Schweiz dauert, ich finde aber, acht Monate und drei Wochen, davon bestimmt ein Monat Ausfall wegen Regens, eine tolle Leistung. Eigentlich wollten wir mit einem großen Asado den Männern danken, aber... einer um den anderen kamen sie einfach nicht mehr. Es gibt hier keine Arbeit mehr. Was wir etwas komisch finden ist, keiner, nicht einer hat "adios" gesagt. 

 

02. Mai 2018

Carlos und zwei weitere Jungs beginnen mit dem Fliesen legen im Gästehaus. Bis am Donnerstag sind sie fertig!

 

Am nächsten Morgen ruft mich Carlos: "Sie haben ein neues Haustier!" meint er lachend und zeigt auf die Fledermaus, die an einem Balken hängt und sich wegen des Lärms sichtlich in ihrer Ruhe gestört sieht.

 

Am Freitag gegen siebzehn Uhr klingelt wieder das Handy. Impacto steht beim Almacen 50 mit unseren Matratzen und Terrassen-Möbeln. Bruno geht sie abholen während Lola und ich gespannt warten.

 

Seit geraumer Zeit suchen wir Markisen, was sich als sehr schwierig herausstellt. Wir fahren bis nach Asunción, wo es drei Anbieter gibt. Nichts ist befriedigend. Also hängen wir mal provisorisch 20 Meter Leintuch-Stoff an die Säulen. Ohne könnten wir nicht draussen sitzen und unsere erste Caipirinha geniessen.

 

 

 

 

 

 

 

Am Samstag kommt Berti mit seinem Traktor vorbei und planiert unsere "Wellblechpiste".

 

Natürlich fällt in der Nacht Regen (welcher auch bitter nötig war)  und verwandelt diese in eine Schlammpiste. Was ja eigentlich nicht weiter schlimm ist, fährt kein Fahrzeug darauf. Aber... heute, Sonntag, um sieben Uhr morgens, steht Carlos vor dem Tor und will sein Werkzeug abholen, da er am Montag nach Asunción muss.

 

Mittwoch, 08. Mai 2018

Und plötzlich geht alles sehr schnell. Am Montag meinte Victór: "bis Freitag sind wir fertig". Die drei Männer, welche noch auf der Baustelle sind, streichen das Zimmer im Gästehaus, wechseln einige Tonfliesen, welche nicht korrekt verlegt  wurden. Marcos kommt und montiert die Türen im Gästehaus.

 

Victór informiert uns, dass am Donnerstag, also morgen,  Markus

für die Hausübergabe kommen würde. Ups! "Wie? was? Ja, wir ziehen morgen ab, morgen ist Schluss!"

 

Donnerstag, 10. Mai 2018

Victór und vier Männer seiner Mannschaft bauen die Werkstatt ab!

 

Einer hat hier doch etwas Mühe loszulassen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei kaputte Schaufeln, davon geht eine auf mein Konto!

Die Jungs arbeiten mit drei verschiedenen Schaufeln. Eine zum Stechen, diese ist messerscharf und extrem leicht. Eine mit breiter Schaufel zum Beladen/Aufladen und eine für Beton/Sand. 

 

Um 14 Uhr ist alles abgebaut und Manuel fängt sogleich an, weitere Bäume zu fällen.

 

Es ist fünfzehn Uhr. Markus fährt mit seinem Sohn auf's Gelände. Jetzt wird's ernst. Wir setzen uns alle rein und die Übergabe-Formulare werden unterschrieben.

 

11. MaI 2018

Schlüsselübergabe!


Yvy Yvytu / Windige Erde 

 

 

Einige Details:

Ländereien:              5,8 Hektar

Dachfläche:              225 m2

Wohnfläche:             115 m2         

Baubeginn:               24. August 2017

Bauabschluss:         11. Mai. 2018 = 8 Monate und 17 Tage

Davon Regentage:   46 und 15 Feiertage, wo nicht gearbeitet wurde

Arbeiter:                   12 - 16 Mann

Material:                   450 - 500 Tonnen = Sand, Zement, Kies, Steine, Wasser, Holz, Fliesen

Strom:                      Eigener Trafo 25 kW

Wasser:                    Tiefenbrunnen, Wasser auf 80 Meter, 20.000l pro Stunde

Bewilligungen:          braucht es keine!

 

 

So, hiermit ist dieser Blog abgeschlossen. Lieben Dank an alle, welche uns immer wieder -per Mail Unterstützung-, manchmal auch etwas Mut und gute Wünsche haben zukommen lassen.

 

Unsere Zukunftspläne sehen so aus, dass wir Ende August wieder on-the road sind. Bis dahin genießen und erholen wir uns ein wenig von der Schufterei. 

 

Wenn Du Fragen hast, unter pepamobil@gmail.com werden wir Dir diese gerne beantworten.

 

 

 

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Und hier noch die zwei Videos vom Hausbau, welche Bruno mit viel Freude erstellt hat und ihm wirklich gut gelungen sind.