Hausbau Teil II

 

22. November 2017

 

Und wieder müssen wir eine neue Drainage legen. Diesmal über das gepflügte Feld. 

Nach soviel Regen ist die Erde schwer. Nach einer Stunde gebe ich auf.

Meine Hände und Arme brennen wie Feuer. Vermutlich eine Sehnenentzündung. Bruno macht alleine weiter.

(alle Arbeiter inkl. Manuel sind zuhause geblieben)

 


 

Die einzigen, die wirklich Spass an dem vielen Nass haben, sind Nachbars Gänse...

 

 

...und meine Kartoffeln.

 

Entwässerungs-Drainage am Tag danach.

 

Was ganz unglaublich ist, nachdem der Regen aufgehört hat, ist das Gelände nach einer Stunde wieder trocken.

 

22. November 2017

 

Das Holz fürs Dach wird angeliefert. Bis zu neun Meter lange Balken.

Da bekomme ich doch fast ein schlechtes Gewissen. Wie viele Bäume da gefällt werden mussten!

 

Bei unseren Nachbarn wird das Wasserloch gebohrt.

 

Und bei uns geht es mit der Garage weiter.

 

23. November 2017

 

Beginn mit dem Dachstuhl.

 

27. November 2017

 

Es geht Schlag auf Schlag.

 

Heute konnten wir unsere Cédula / Paraguayische ID und die  

Admisión Permanente / Daueraufenthaltsbewilligung abholen.

 

Bettina Müller / Business-Service für Einwandererwelche für uns alles in die Wege geleitet und

organisiert hat, können wir nur empfehlen und bedanken uns ganz herzlich bei ihr. 

Sie schickte die Dokumente mit dem

normalen Linienbus von Asunción und diese wurden im Supermercado Almacen 50 hinterlegt.

Das Almacen 50 ist eine der wichtigesten Anlaufstellen hier in C. Independencia. 

Ein Einkaufszentrum (keine Mall, ein ganz einfacher Laden), wo es aber "fast alles" zu kaufen gibt,

und eben inkl. Abgabestelle für die Briefe und Pakete.

Sucht der Ausländer etwas, hier wird ihm geholfen. Auf Deutsch notabene. 

 

Der unten rechts ist der Jefe!

(auch wenn dies nicht so aussieht!)

 

 

Dann wurden die Steine für das Pileta geliefert. Victór ist so lieb und zieht den Bau des Pools nach vorne.

Unsere Klagen in den heißen Oktobertagen haben dies bewirkt. 

Mit etwas Glück können wir uns im Januar im kühlen Nass tummeln.

 


 

Weiter wird die Auffahrt zum Haus in Angriff genommen. Obwohl erst vor einer Woche beschlossen. 

Und endlich kommen die Leute der Poliservice, zuständig für das Verlegen des Stromkabels

vom Hauptverteiler zum Haus. 

Hier in Paraguay ist es Standard, die Stromleitungen übererdig zu verlegen. Wir wollen diese 

aber im Boden, da es zu viele Bäume hat, welche auf die Leitungen fallen könnten.

 

Seit vierzehn Tagen graben zwei junge Männer den Kanal aus. Diese sind bei weitem die absolut

langsamsten und hm... keine Details. Sie haben mir bei einem wunderschönen großen, alten Baum 

einfach die Wurzeln durchgetrennt, anstatt diese freizulegen. Der Baum wird vermutlich noch ein oder zwei Stürmen

standhalten, dann umkippen. Beim zweiten Baum haben wir resolut gefordert; "diese Wurzeln müssten

bleiben." Dies war letzten Donnerstag. Als heute Montag die Leute der Poliservice kamen,

hat Bruno die Wurzeln selber freigeschaufelt. 

 

 

Ringsum alle Wurzeln abgeschnitten. 

 

Geht doch auch anders!!!!

 

Okay, diese Firma kommt definitiv nicht auf die Liste der Top10 .

Die drei Männer haben heute das Rohr plus das Stromkabel eingezogen, am Schluss mussten

sie feststellen, es fehlen vierzig Meter! Super!

Gut ist Victór hier und, zusammen mit Bruno, finden sie, wie immer, eine Lösung. Der Mann ist einfach spitze. 

 

 

28. November 2017

 

Auf der letzten Baustelle sind alle Arbeiten fertig und ab sofort sind 15 Mann hier am Malochen. 

Unter den fachkundigen Augen der beiden "Jefes de producción" wird hart gearbeitet.

Will Frau eine Änderung, zum Beispiel eine Türe um zwei Backsteine verlegen, no hay problema. Sé puede!

 

Der untere Ringanker des Gästehauses wird betoniert. Wird auf der Baustelle betoniert, herrscht ein emsiges Treiben. 

Jeder hat seine Aufgabe. Einer bringt das Wasser, einer schaufelt den Sand, ein Dritter die Steine, einer bedient

die Betonmaschine. Vier laufen mit kleinen Eimern zum Ringanker.

 

Ich frage mich, wieso sie nur so kleine "Eimer" gebrauchen. Bruno grinst: "geh mal einen hochheben."

Tu ich, heisst, versuche ich, die Dinger sind bestimmt 15 kg schwer (oder schwerer).

 

Am Abend sind sie fertig
Am Abend sind sie fertig

 

29. November 2017

 

Die eine Hälfte der Männer arbeitet an Gästehaus/Garage, die andere am Dachstuhl.

Zwei "carpintero de techo" (Dachtischler) Erik und Ariel haben sich für diese knifflige Arbeit spezialisiert.

Am Boden wird eine Schablone ausgesägt, angepasst, verbessert,

 bis es passt. Erst dann wird der Balken eingesägt. Die Männer dürfen sich keine

Fehler erlauben, ein Balken kostet mehr, als sie im Jahr verdienen (glaube ich wenigstens).

Haben sie am Ende gute Arbeit geleistet, gibt's einen fetten Bonus!

 

 

Wir werden versuchen, den Baum zu retten, denn er ist einer von zwei Süssorangen.

 

 

Hat der Balken seine Schnittstellen, wird angepackt. Bis zu zehn Männer heben den Balken hoch. 

 

Ein kurzes Video, wie Männer einen 400 kg schweren Holzbalken in Stellung bringen.

 

Hier wird der längste und schwerste Balken hochgehoben. Die Männer schätzen ihn auf 600 Kilo.

Alles mit System, großer Diskussion, aber singend und lachend.

 

 

Und natürlich alles unter "SUVA-konformen" Arbeitsbedingungen.

 


 

Und Lola räumt wie immer auf.

 

Mittagessen auf der Baustelle.

 

Während die eine Gruppe am Dachstuhl arbeitet (aushilft zum Hochheben), arbeitet die andere Gruppe

am Gästehaus, an der Werkstatt und am Dusche/WC Raum für die Reisenden. 

 

 

30. November 2017

 

Der Pool wird ausgesteckt und der erste Spatenstich erfolgt.

 

Die Rampe ist "fertig". Betoniert wird erst, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind.

 

 

Das Dach bekommt langsam seine Form.

 

01. Dezember 2017

 

Wieder ein sehr wichtiger Tag bei unserem Hausbau.

Endlich können wir zum Notar, um die Grundstücküberschreibung zu machen. 

Jawohl, bis dato war immer noch Markus rechtmässiger Besitzer.

Aber he, etwas Vertrauen darf man doch noch haben!

 

 

Anschliessend wird gefeiert.

 

Jetzt gehört das Ganze uns!


 

Während wir beim Notar sind, kommt eine WhatsApp von Victor. ANDE, das EW Paraguays

(staatlich), hat endlich den Stromzähler geliefert.

Heute Morgen hiess es noch: "Wir haben keine Zähler mehr, wir müssen warten, bis jemand seine

Stromrechnung nicht bezahlt, dann können wir ihm den Zähler wegnehmen und den Strom abstellen.

 

 

So, vom 02. bis 08. Dezember sind wir unterwegs. Unser Pepamobil braucht eine Verlängerung.

Wir sind gespannt, wie es aussieht, wenn wir zurück sind.

 

12. Dezember 2017

 

Es ist unglaublich, was die Männer hier leisten. Keine Woche kann man sie alleine lassen, ohne dass 

es hier ganz anders aussieht. Die eine Hälfte des Dachstuhles ist fast fertig,

Gästehaus, Werkstatt, WC/Dusche für Reisende fertig gemauert,

der Pool markiert und zum Aushub bereit, nur eine riesengroße Kiefer-Wurzel mitten drin muss noch raus.

 

 

Mitten in der Picina eine riesengroße Wurzel eines sehr alten gewilderten Baumes.

 

Das ganze Areal des Pools wurde überdacht. Zum einen als Schattenspender für die Männer,

zum anderen wegen der Hitze beim Betonieren und Mauern.

 

 

Nachdem die Männer die Wurzelarme freigelegt haben, Manuel diese mit der Motorsäge abgetrennt hat,

kommen die beiden Ochsen von Manuel zum Einsatz und ziehen diese aus der Grube.

 

 

Die zwei Sapos/Kröten, welche sich in eine Ecke der Grube verkrochen haben, sorgen bei den Männern für Aufregung.

Sie springen immer wieder von deren Schaufeln, in die Hand nehmen will sie aber keiner.

Für mich kein Thema, schwupp sind sie im Grünen

 

Die Männer beginnen die Dachplatten aufzulegen. Darauf kommt eine wasserabweisende Membranfolie.

Die Dachplatten und Ziegel wurden letzte Woche geliefert.

  

 

Auch Marco mit seiner Mannschaft kommt auf's Gelände. Wir wollen ein kleines Gartenhäuschen

für mein Werkzeug, die Manschinen und den Rasentraktor.

 

Und während auf der einen Seite das Dach gedeckt und das Gartenhaus gebaut wird, wird auf der anderen Seite

 gemessen, diskutiert, besprochen, gemauert, abgesteckt, kontrolliert und nochmal kontrolliert.

Es muss auf den Zentimeter stimmen.

 

Victór der Baumeister und Dani ein Maurer und Nachbar.
Victór der Baumeister und Dani ein Maurer und Nachbar.

 

 

Alle paar Minuten werden die Ziegel benetzt.

Soll super wichtig sein!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurzeit sind 20 Männer auf der Baustelle.

 

Am Abend sieht es so aus.

 

13. Dezember 2017

Weiter geht's mit Dachdecker-Arbeiten.

Einen Kran zum Hochheben der Ziegel gibt es natürlich nicht, "todo a mano".

 

13. Dezember 2017

Beginn der Armierung.

 

 

Auf der anderen Seite geht's weiter mit Dachplatten legen.

 


 

14. Dezember 2017

 

Wir fahren nach Asunción, Fliesen für den Pool stehen auf dem Programm.

Über dreieinhalb Stundendauert's, bis wir im Mercantil stehen. 

Welche Enttäuschung, ganze vier Fliesen stehen zur Auswahl!!!

Wieder zuhause, sehen wir, dass die Armierung im Pool fertig ist.

Und auf dem Dach ist die Membrane gelegt und die Ziegel sind bereit zum Verlegen.

 

 

15. Dezember 2017

 

Viertel vor sechs in der Früh. Wir liegen noch im Bett, als draußen die ersten Motorräder vorfahren.

 

 

Eine Viertelstunde später läuft die Betoniermaschine auf Hochtouren. 

Der Boden der Piscina wird betoniert.

 


 

Im Viertelstundentakt wird die Betoniermaschine gefüllt.

Einmal Wasser, sechsmal Kies, dann 50 kg Zement, zwölf Eimer Sand, weitere sechs Eimer Kies,

kräftig rühren und ab zur Verarbeitung. Jeder Handgriff, jede Reihenfolge sitzt. Respekt, was die Männer leisten.

Schon nach wenigen Minuten sind alle "pflotsch-nass". 

 

Bis einundzwanzig Uhr wässern wir den Beton alle Stunden.

Auch am Samstag wollen wir dies tun. Plötzlich kein Wasser mehr! Es knallt immer wieder die Sicherung raus.

Bruno versucht den Fehler zu finden, macht alle Kontakte neu. Immer noch kein Wasser.

 

Auch Victór, welcher erst drei Stunden später zu erreichen ist, ist ratlos. 

Anruf bei Poliservice. Wir sollen messen. Das Voltmeter zeigt nur 210 V an. Zuwenig Strom. Dreißig Minuten später

ist Poliservice da. Es liegt aber nicht an zuwenig Strom, die Pumpe ist defekt! Upps...

38 Grad im Schatten, und wir brauchen Wasser. Bruno überbrückt die Relais und den Thermoschalter,

so kann er während 10 Sekunden Wasser in den Tank pumpen, bevor es die Sicherung erneut raus wirft.

Dies macht er so oft, bis wir genügend Wasser für die Bewässerung des Pools, den Garten und für unser WoMo haben. 

 

Wir hoffen auf baldige Hilfe!

 

Sonntag gegen elf kommt der Besitzer der Firma, welche die Pumpe geliefert hat.

Zu dritt holen sie das Teil aus achtzig Metern Tiefe.

Motor kaputt, überhitzt durch zuwenig Strom. Das "EW" hat die Stromspannung auf nur 200 Volt

eingestellt, anstatt der 220 Volt. Dies hat nun bewirkt, dass bei jedem Einschalten die Spannung auf

unter 160 Volt fiel, und der Motor 20 A zog, anstelle von 8. Der Motor muss neu gewickelt werden.

Der Señor montiert einen anderen Motor in die Pumpe, zwei Stunden später fliesst das lebenswichtige Nass

wieder in den Tank.