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März 2019

 

Unser Straßenbau-Projekt stockt und wird wohl scheitern. Berti und ich waren im Bach und haben festgestellt, dass die Brücke eingebrochen ist. Diese müsste also abgerissen und erneuert werden. Aber, wer bezahlt das? Wir alle, oder der Verursacher? Eigentlich war abgemacht, dass wir uns alle beteiligen, jetzt ist es aber leider so, dass die Kolonisten hier immer versuchen, ihr eigenes Brot zu backen und sich von "Ausländern, und schon gar nicht von Schweizern" etwas sagen lassen. Verstehen wir auch! Aber...wieso lässt man Bruno drei Stunden baggern und kommt dann und sagt: "Hier muss die Straße verbreitert werden",  geschehen tut dann aber drei, vier Wochen gar nichts. Wir besprechen, dass wir einen Kanal ausbaggern und dann entscheiden, ob eine Röhre eingelegt werden muss. Die Entscheidung trafen wir zusammen mit dem Grundstücksbesitzer. Der Kanal ist seit über einem Monat ausgegraben. Gestern kam der Anruf: Wir würden seinen Teich trocken legen und seine Viecher hätten kein Wasser mehr. Moment, wie lange hat es nicht mehr geregnet? Zwei Tage? Nein, richtig geregnet hat es vor vier Monaten zum letzten Mal, nach so einer Zeit ist der Teich immer ausgetrocknet, da hat unser Kanal gar nichts mit zu tun, zumal keine Verbindung zu besagtem Teich besteht. ( Auch hier hat Bruno zwei Tage gebaggert) Was zu viel sei, sei zu viel und da müsse man (MANN) die Zähne zeigen. Gut haben wir Frauen Krallen!!!!

 

Gut zu sehen, die eingebrochenen Rohre, die von den schweren Lastwagen eingedrückt wurden. Jetzt ist auch klar, wieso die Strasse nach jedem Regen überflutet wird.

 

Plötzlich geht doch wieder was. Die Straße wird verbreitert und Rohre liegen auf dem Seitenstreifen.

 

Die Natur hier in Paraguay ist unglaublich. Gestern war der Busch noch ohne Blüten, heute Morgen diese Pracht.

 

Die Seidenakazie blüht gerade einen Tag lang, dann ist sie auch schon wieder verwelkt. Wirklich schade.

 

Wieder einmal sind Wanderameisen unterwegs.

 

So langsam aber sicher wächst das Gras um den Teich wieder.

 

Am Freitagnachmittag zieht wieder ein Unwetter über unsere Region. Wir machen alles dicht. Will heißen: Sicherungen raus-nehmen, Stühle, Tische sichern, Gemüsegarten abdecken, Wassertank füllen und abwarten und beobachten und hoffen, dass der Strom nicht  all zu lange weg ist. Mit über 70 km/h fegte der Wind über Haus, Garten und Pool. Das Schattennetz vom Pool löst sich und wird vom Winde verweht.

 

Noch bei heftigem Regen macht Bruno einen Rundgang und besichtigt die verschiedenen problematischen Stellen auf der Straße. Wie es sich herausstellt, sind die einzigen, die wirklich ein Problem mit dem Wasser haben, wir selber. Wir haben dies jedoch schon letztes Jahr mit verschiedenen Kanälen behoben, und jetzt fliesst das Wasser ohne Probleme ab.

Die von den Kolonisten gemachten Angaben über Wassermengen, die angeblich über die Straße fließen, sind alle falsch, aber eigentlich zu verstehen, haben wir doch bisher noch nie einen von ihnen bei heftigem Regen mit Stiefeln und Schirm bewaffnet im Matsch rumstiefeln sehen. Die gelieferten Rohre sind daher um ein Vielfaches zu groß, und ein kleiner Mattaburro hätte völlig gereicht.

 

 

Am Samstag beschließen Bruno und ich, dass wir uns aus dem Straßenbau-Projekt rausnehmen. Ich habe zum ersten Mal den "Morelli" und die "Schnauze" voll. Zur Aufmunterung gehen wir -zusammen mit Adelheid und Ralf- ins La Ola essenDie selbst gemachten Vegi-Ravioli von Holger schmecken toll und die Stimmung ist schon fast wieder gut.

 

Es regnet, más o menos, fast die ganze Woche. Nicht die heftigen Regenfälle wie im September/Oktober, aber regnet es den ganzen Tag, kommen auch da einige mm vom Himmel. Von Donnerstag auf Freitag blieb es trocken, also ab einkaufen. Zum ersten Mal seit wir hier sind, ist die Straße über Ringseis besser als die andere. Wow...hat sich doch gelohnt, super, haben wir gut gemacht. 

Independencia hat ja eine eigene Radiosendung, okay, nur jeweils am Morgen ganze fünf Minuten, aber immerhin. Der Speaker

meinte diese Woche: "Hoffentlich hält das Internet und der Strom"! Bis am Samstag war's der Fall, also alle happy!

Bruno und ich nutzen die Gelegenheit und verbessern mit DUO unser Spanisch. Bis vor drei Wochen haben wir dies gar nicht gekannt. Silvia und Thomas, auf Besuch aus Deutschland, haben uns die Seite gezeigt und wir finden sie echt gut. 

 

Wir lernen fleißig Spanisch

 

Wieder einmal habe ich Theater mit meinem MacBook Pro. Der Bildschirm von meinem Modell hat ein zu kurzes Verbindungs-kabel. Dieses scheuert am Gehäuse und der Screen geht kaputt. Apple weiß dies, bezahlen darf der Kunde. Super! Aus diesem Grund ist mein Rechner seit drei Wochen In Asunción und wartet auf einen neuen Bildschirm. Am Samstag erhalte ich Bescheid, dass der Rechner abgeholt werden kann. Sofort beschließen wir loszufahren, denn ab Sonntag wird es wieder in Strömen regnen. Wir Übernachten im Hasta la Pasta, wo wir von Claudia köstlich bekocht werden und uns Marion mit ihrem berühmten Frühstück verwöhnt. Sonntags sind wir gegen Mittag im Apple-Shop. Nicht mal eine Preisreduktion bekomme ich, das ist wirklich ärgerlich! Da es draußen schon wieder wie aus Eimern schüttet, fahren wir schnell aus der Stadt raus. Die Straßen sind fast alle überflutet. Nicht so schlimm wie vor zwei Tagen, denn da schipperten die Autos durch die Straßen von Asunción als wären es Boote.

 

Wir sind noch unterwegs, als wir von Berti Fotos und Videos von "unserer" Straße bekommen. Uff, mir fällt ein Stein vom Herzen. So wie das aussieht, kommen wir da mit unserem Wagen allemal hoch, jedoch sei die Straße bei der Brücke unpassierbar. Das sei aber kein Problem, da es einen schmalen Weg hintenrum gebe, welchen wir problemlos fahren könnten. Wir tun dies, und stehen eine Stunde später vor unserem kurzen Anstieg. 

 

Einige von euch fragen sich nun, wieso ich so ein Theater mache. Nun, wenn wir da nicht hochfahren können, heisst es entweder ins Hotel oder zu Fuss nach Hause laufen. Und keines würde uns wirklich Spass machen!

 

Auch unser Eingang steht unter Wasser.

 

Am Montagnachmittag spazieren wir zur Brücke. Und tatsächlich, soviel Wasser haben wir hier noch nie gehabt.

 

Plötzlich Motorengeräusche. Drei Motorradfahrer stehen am Rande des Wassers. Ich rufe ihnen zu und zeige, wie tief das Wasser ist. Kurze Besprechung, dann fährt der erste los.

 

Der zweite folgt sogleich...

 

Der dritte junge Mann kehrt um und fährt den Umweg. Jetzt kommt einer aus der Gegenrichtung, mit Gepäck. Wenn der bloß nicht hinfällt. Geht aber alles gut... 

 

... und auch wir machen uns auf den Heimweg. Wie lange es wohl noch dauert, bis die Brücke repariert wird?