Spezielle Länderinformationen sind immer ein heikles Thema,

ist doch alles immer im Wandel. Was für uns zutreffend ist, oder war,

ist für später Reisende wieder ganz anders. Zudem ist es glaube ich,

kaum möglich wirklich objektiv über ein Land zu berichten.

Jeder Reisende wird es anders empfinden, 

Wir gebe hier daher auch einige Überlegungen wieder

aus unserer 16-jährigen Erfahrung.

Vielleicht helfen diese dem einen oder anderen etwas

lockerer mit den Behörden umzugehen.

Fast alle benötigten Informationen sind heute sehr einfach

über das Internet zu erhalten.

Spezielle Informationen, wie als Beispiel die Guyana-Länder

sind in einer separaten Datei zu sehen.

 

 

Polizisten und auch Zöllner stehen in der Gehaltsliste in den meisten

von uns bereisten Ländern nicht auf einer hohen Gehaltsstufe.

Dass diese nun versuchen etwas aus dem Supermarkt der da vor ihnen

vorbeizieht zu ergattern ist verständlich. Vermutlich oder sogar

sicher würde ich gleiches versuchen, wäre ich an ihrem Platz.

Sicher ist dies nicht in Ordnung, aber solange viele Reisende sich

auf dieses Spiel einlassen, solange wird sich daran nichts ändern.

Polizisten und Zöllner sind nicht dumm und einfältig, sondern sie

sprechen einfach eine andere Sprache und sind an unsere

Papiere nicht gewöhnt die sie nicht lesen können.

Welcher Schweizer kennt sich mit einem deutschen Fahrzeugbrief aus?

Welcher Schweizer Polizist könnte abgegriffene,

zerfetzte Fahrzeugpapiere aus Paraguay lesen und verstehen?

In den meisten von uns bereisten Ländern gibt es bei der Einreise

ein für das Fahrzeug bestimmtes Papier am Zoll.

Bei jeder Polizeikontrolle ist nun genau dieses Papier

vorzulegen und nicht der eigene Fahrzeugschein. S

ollte der Polizist weitere Papiere haben wollen wird er danach fragen,

meist gibt er sich aber mit diesem Dokument zufrieden.

 

Berüchtigt sind hier die Routa 12 und 14 von Buenos Aires nach Norden.

Hier werden die neu angekommenen Touristen geplündert.

Wir haben diese Strassen mehrmals in beide Richtungen befahren

und haben unzählige Kontrollen durchgestanden und nie etwas bezahlt.

Freundlich bleiben und ein Nein genügt, auch wenn es

manchmal etwas länger dauert.

 

Alle Dokumente sind zu Kopieren. Auf der Strasse nie ein Original herausgeben.

Sollte der Polizist darauf bestehen ein Original zu sehen, ist dies ok, aber nur auf dem

Hauptpolizeiposten vor Zeugen und nicht auf der Strasse.

 

Polizisten sind schlau und erfinden fast täglich neue Strafen um uns unser Geld abnehmen zu können.

Es gibt hier keine Limiten. Vom Leichensack der im Auto fehlt bis hin zur Autofarbe die

hier nicht erlaubt ist, ist alles möglich. Eine durchgebrannte Lampe kostet hier schnell

einmal 300$ Strafe. Dass fast alle Einheimischen hier, wenn sie überhaupt noch über Lampen

verfügen, mit Schrottkarren herumfahren, entgeht dem Polizisten und dem Europäer sowieso.

Er ist stolz, die Strafe von 300 auf 200 $ heruntergehandelt zu haben.

 

Strafen sind immer in der Landeswährung zu bezahlen und nicht dem Polizisten auf der

Strasse sondern in der nächsten Bank. Mit dem Bankbeleg werden die eingezogenen Fahrzeugpapiere

auf dem Polizeiposten wieder zurückgegeben. In einigen Regionen von Argentinien gibt es

80% Rabatt auf Strafzettel, wenn diese innerhalb von 5 Tagen bezahlt werden.

Um überhaupt zu einen berechtigten Strafzettel zu gelangen muss der Tourist sich wirklich Mühe geben.

Uns ist dies bisher nur einmal gelungen, als ich Renate mitten auf einer Kreuzung stehend

aus dem Lastwagen habe steigen lassen, damit sie das nahe Internet aufsuchen konnte.

Strafe damals 40 Bolis also etwa 4 €.

In manchen Ländern sind Kontrollen von Polizei und Militär allgegenwärtig.

Dies nervt manchmal und wir fragen uns auch immer wieder über den Sinn solcher Kontrollen. 

Wir vergessen aber allzu schnell, dass bis vor einigen Jahren die meisten von uns bereisten Länder 

noch tief in einer Diktatur steckten. Dies kann nicht so schnell abgebaut werden und dient letztlich auch unserer Sicherheit. Viele, früher gefährliche Länder, sind heute für uns problemlos zu befahren.

Denkt also bei der nächsten Kontrolle daran, der Polizist würde noch so gerne mit euch wechseln

und hat vermutlich wenig Spaß daran sich jeden Tag den Rücken krumm zu stehen.

Also immer freundlich bleiben.

 

Polizisten haben kein Recht in euer Auto zu sehen, ob ihr dies erlaubt bleibt euch überlassen.

Anders ist dies bei Zoll oder Drogenkontrollen. Auch hier freundlich

bleiben und eine Kontrolle läuft immer viel entspannter ab.

Es gibt ein Internationales Abkommen über den

grenzüberschreitenden Fahrzeugverkehr.

Darin ist kurz zusammengefasst geregelt, dass ein Fahrzeug

zugelassen in der Schweiz, als Beispiel, temporär in einem anderen

Land herumfahren darf ohne die jeweiligen Länderspezifischen

Anforderungen zu erfüllen.

 

Wäre dem nicht so, müsste jeweils viel umgebaut und angepasst

werden um überhaupt nach Deutschland, Italien oder Spanien

fahren zu können. Wenn also ein Polizist darauf besteht,

die in dem jeweiligen Land gültigen Regeln auf eure Fahrzeug anzuwenden, genügt meist

der Hinweis auf dieses Gesetz und die jeweilige temporäre Bewilligung als Beweis,

dass ihr das Fahrzeug so im Land fahren dürft. Da fast kein Polizist dieses Gesetz kennt, braucht

es auch hier etwas Geduld, und immer schön freundlich bleiben.